Nach dem Halbfinalsieg der deutschen Nationalmannschaft ist in Göppingen ein 19-Jähriger lebensgefährlich verletzt worden. Ansonsten blieb es bei WM-Feiern in der Region Stuttgart größtenteils ruhig. Foto: dpa/Symbolbild

Nach dem unglaublichen 7:1-Triumph der deutschen Nationalmannschaft gegen Brasilien gab es am späten Dienstagabend für viele Fans in der Region Stuttgart kein Halten mehr – dabei blieb es größtenteils friedlich. Mit wenigen Ausnahmen.

Nach dem unglaublichen 7:1-Triumph der deutschen Nationalmannschaft gegen Brasilien gab es am späten Dienstagabend für viele Fans in der Region Stuttgart kein Halten mehr – dabei blieb es größtenteils friedlich, wie die Polizei mitteilte.

Region Stuttgart - Die Polizei musste am Abend des Halbfinalsiegs der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in der Region Stuttgart mehrfach ausrücken. Zu gröberen Verstößen ist es nicht gekommen. Ein tragischer Unfall in Göppingen überschattete allerdings die Feierlichkeiten. Dort wurde ein 19-Jähriger von einer Fahranfängerin erfasst und lebensgefährlich verletzt.

Weitere rund 2500 Fans feierten den Sieg der Nationalmannschaft in der Göppinger EWS-Arena, etwa 100 Autos reihten sich danach in den Autokorso ein, der sich anschließend bis in die Innenstadt ausbreitete. Dem Korso rund 250 Schaulustige in der Post/Schützenstraße zu.

Im Raum Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) hatte es die Polizei nach dem WM-Halbfinale mit Ruhestörungen zu tun. Zeugen hatten sich beschwert, dass unter anderem in Korb Böller gezündet worden waren. Die Waiblinger Polizei ging den Beschwerden nach und bat freudentrunkene Fußballfans darum, die Nachtruhe ihrer Mitbürger nicht zu stören. Die Polizei appelliert bereits jetzt an Fußballfans: Sollte die Nationalmannschaft am Sonntag den Titel holen, sollte der Lärm trotzdem auf ein Minimum beschränkt werden. Auf keinen Fall sei es jedoch erlaubt, Böller zu zünden.

In Fellbach musste der Stadttunnel für rund eine Stunde gesperrt werden, da eine ganze Fanmeile diesen durchquerten und ein Feuerwerk im Tunnel veranstalteten. Zu Schaden kam bei dieser riskanten Aktion zum Glück niemand.

In Böblingen hat sich ein 32-Jähriger nach dem WM-Spiel gegen Brasilien eine Strafanzeige eingehandelt. Wie die Polizei mitteilt, war der übermütige Mann gegen 0.30 Uhr in der Klaffensteinstraße unterwegs, genauso wie der 22-jährige Fahrer eines voll besetzten Kia. Als der Kia-Fahrer, der an einem Autokorso teilnahm, an der Einmündung zur Poststraße verkehrsbedingt anhalten musste, ging der 32-Jährige zu dem Auto, griff durch das geöffnete Fahrerfenster und versuchte, den Schlüssel abzuziehen.

Während der Fahrer diesen Angriff abwehren konnte, stieg ein 22 Jahre alter Mitfahrer aus und zog den 32-Jährigen von dem Wagen weg. Es kam zu einer Rangelei, bei der beide leicht verletzt wurden. Als ein hinzukommender 32-jähriger Polizeibeamter die Streithähne voneinander trennte, leistete der 32-Jährige Widerstand und stieß den Beamten von sich. Als er anschließend mit geballten Fäusten auf den Polizisten zuging, versetzte dieser ihm einen Schlag.

Dabei verletzte sich auch der Polizeibeamte, er konnte seinen Dienst nicht mehr fortsetzen. Der übermütige 32-Jährige muss nun mit einer Anzeige wegen des Widerstands gegen Polizeibeamte und Körperverletzung rechnen. Insgesamt spricht die Polizei von rund 2500 Fans, die in Böblingen hauptsächlich im Bereich der Poststraße zusammen feierten. Am Autokorso danach nahmen zeitweise rund 600 Fahrzeuge teil.

Etwas kleiner war die Autoschlange rund um die sogenannte Höschelekreuzung in Leonberg – dort waren etwa 400 Autofahrer unterwegs. In Herrenberg kamen etwa 600 Fans auf dem Reinhold-Schick-Platz zusammen.

In Esslingen erlitt eine 24-jährige Polizistin ein Knalltrauma. Wie eine Sprecherin der Polizei mitteilte, warfen Fußballfans im Bereich Maillestraße Böller auf Polizisten. Der Werfer konnte nicht ermittelt werden. Ein 21-Jähriger, der eine bengalische Fackel auf die Straße warf, muss nun mit einer Anzeige wegen des Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz rechnen.

Im Kreis Ludwigsburg wurde größtenteils friedlich gefeiert. Wie eine Polizeisprecherin mitteilte, kamen in der Barockstadt selbst rund 500 Besucher in den Innenstadt-Gaststätten zusammen, um das Spiel anzuschauen. Beim anschließenden Korso fuhren etwa 350 Autos mit. In Bietigheim-Bissingen feierten in der EgeTrans-Arena in der Schwarzwaldstraße 40 rund 1000 Fans.

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