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Fußball Warum sinken Zahlen im Jugendfußball?

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Michael Supper ist Verbandsjugendleiter beim Württembergischen Fußballverband. (Archivfoto) Foto: Peiker

Die Entwicklung im Jugendfußball stimmt bedenklich: Immer weniger Mannschaften nehmen am Spielbetrieb teil. Im Fußballbezirk Böblingen/Calw sind nur noch 29 A-Jugendteams gemeldet. In anderen Bezirken sieht es teilweise noch düsterer aus. Wir haben uns mit Michael Supper, Verbandsjugendleiter beim Württembergischen Fußballverband (WFV), über die Gründe und die möglichen Lösungsansätze unterhalten.

Die Mannschaftszahlen im Jugendfußball sind seit Jahren rückläufig. Anscheinend wollen wohl immer weniger Kinder und Jugendliche Fußball spielen.

Ich bin jetzt seit 25 Jahren im Jugendfußball aktiv und habe alle möglichen Aufgaben bei verschiedenen Vereinen und im Verband durchlaufen, daher kann ich sagen: Diese Schlussfolgerung stimmt wohl leider.

Gilt das für Jungen und Mädchen?

Ja, auch die Mädchen kommen nicht mehr so zum Fußball. Die Zahlen sind ungefähr gleich, da müssen wir keinen Unterschied machen.

Woran liegt der Rückgang?

Das wissen wir nicht hundertprozentig. Ein Aspekt ist wohl der Schulsport, hier wird immer weniger geturnt und gekickt. Vielleicht ist der Fußball auch einfach nicht mehr so attraktiv. Andere Sportarten und Hobbys haben uns ein wenig den Rang abgelaufen - auch das Internet und die Konsolen sind ein Thema. Was inzwischen fast komplett fehlt, ist die Bolzplatzmentalität. Früher gingen die Kinder einfach raus und spielten Fußball. Das ist nicht mehr möglich, da es kaum noch öffentlich zugängliche Fußball- und Bolzplätze gibt.

Viele Vereine sind der Meinung, dass es in den jüngeren Mannschaften noch genug Kinder gibt. Nach oben hin wird es aber immer dünner. Eine eigene A-Jugend ohne Spielgemeinschaft bekommen nur noch die wenigsten Vereine gestemmt.

Auch das stimmt. Bei der Gewinnung im F-Jugendbereich und bei den Bambinis wird sehr viel getan, dass die Kleinen kommen. Es bröckelt dann aber vielerorts aufwärts. Ab der C-Jugend beginnt der sogenannte Drop-Out, die Jugendlichen verlassen also wieder die Mannschaften und Vereine.

Wie erklären Sie sich das?

Darüber machen wir uns schon lange Gedanken. Wir haben in letzter Zeit viel mit den selbst Jugendlichen gesprochen anstatt über sie und uns angehört, wo sie selbst die Probleme sehen. Klar ist, dass die Gründe, wie vorher erwähnt, vielfältig sind. Aber es kam auch zur Sprache, dass unser Spielsystem nicht mehr zeitgemäß ist. Im Winter gibt es ein großes Loch im Kalender ohne Spiele, da lässt dann bei vielen die Motivation stark nach. Darüber müssen wir uns Gedanken machen. Unser neues Jugendspielsystem, das zur nächsten Saison kommen wird, setzt da an.

Manche Vereine beschweren sich, dass die Unterstützung aus dem Verband zu gering ist. Können Sie das nachvollziehen?

In gewisser Weise kann ich das nachvollziehen. Irgendetwas liegt immer im Argen. Dass dann Beschwerden kommen, ist normal. Das müssen wir uns natürlich anhören. Aber ich finde auch, dass die Vereine selbst Lösungen bringen sollten. Wir sind in letzter Zeit viel draußen und stellen das neue Jugendsystem vor. Da sollten dann die Vereine auf uns zugehen und ihre Situation schildern. Nur pauschal zu sagen, der Verband muss helfen, ist mir zu einfach. Wir als WFV machen uns natürlich auch Gedanken, wie wir die Zahlen wieder nach oben bekommen. Dafür setzen wir die Rahmenbedingungen und bieten schon verschiedene Informationsmöglichkeiten wie zum Beispiel die Vereins-Dialoge. Aktiv müssen die Vereine aber schon selbst werden und sich fragen, was sie tun und verbessern können. Dann können wir mit unseren Angeboten auch unterstützen.

Was sind denn Ihrer Meinung nach die wichtigsten Eckpfeiler einer funktionieren Jugendarbeit?

Qualifizierte Jugendtrainer sind auf jeden Fall sehr wichtig. Wenn die Trainer den Spaß am Fußball nicht vermitteln können und die Kinder nicht mehr gern ins Training gehen, ist das natürlich ein Problem. In Sachen Trainerausbildung machen wir als Verband in letzter Zeit deshalb auch sehr viel. Wir strecken da schon die Hand aus. Zudem ist eine agile und engagierte Jugendabteilung wichtig. Die Jungs und Mädchen müssen sich aufgehoben fühlen, egal ob es eher familiär oder leistungsbezogen im Verein zugeht.

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