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Fußball VfB-Legenden gewinnen 4:1 in Haiterbach

Von
Foto: Heidepriem

Auch wenn die Haare etwas grau oder weniger geworden sind, die Bäuche dafür zum Teil aber größer: kicken können die Altstars der Traditionsmannschaft des VfB Stuttgart immer noch. Beim Freundschaftsspiel in Haiterbach gewannen die VfB-Legenden mit 4:1.

Er dribbelt die Außenlinie entlang, stoppt schnell ab und lässt seinen Gegner ins Leere laufen. Dann nimmt Hansi Müller den Ball mit dem Fuß nach oben, jongliert ihn zwei Mal auf seinen Knien und lüpft ihn über seinen Gegenspieler, der inzwischen wieder vor ihm steht, hinweg in den Lauf von Ralf Allgöwer. Keine Frage: Der Europameister von 1980, der in 186 Bundesligaspielen für den VfB Stuttgart 65 Tore erzielt hat, hat es auch mit 61 Jahren noch drauf. Genauso wie seine Mitstreiter in der Traditionsmannschaft des VfB Stuttgart. Das haben sie am Sonntag im Einlagespiel beim TSV Haiterbach gezeigt. Da macht es nichts, dass die Bäuche bei dem ein oder anderen Starkicker von früher inzwischen etwas dicker geworden sind, die Haare dafür aber grauer und weniger. Der "schöne Hansi" zauberte, Guido Buchwald führte wie früher die Regie auf der Sechser-position und Silvio Meißner machte die Tore.

Zu seiner aktiven Zeit hatte man Meißner eher im defensiven Mittelfeld gefunden, in der Traditionsmannschaft steht er aber im Sturm. Und er trifft regelmäßig – zweimal am Sonntag in Haiterbach (zum 1:1 und 4:1). Die weiteren Treffer für den VfB erzielten Ralf Allgöwer und Achim Glückler.

Für den TSV-Torschützen Severin Pietrucha geht ein Traum in Erfüllung

Egal ob, Müller, Meißner, Buchwald und Co. sie alle waren nach dem Schlusspfiff gefragt, als die Kinder auf den Platz rannten, mussten Autogramm schreiben und Selfies machen. Doch nicht nur die Kicker des VfB. Auch Severin Pietrucha, der Ex-Spielertrainer des TSV Haiterbach, wurde von einem kleinen Jungen nach einem Autogramm gefragt. Er war es nämlich, der das erste Tor des Tages erzielt hatte. "Das war schon ein ganz besonderes Gefühl", sagte er nach der Partie. Vor allem, da er selbst auch noch VfB-Fan ist. "Als Martin Nacke mich gefragt hat, ob ich bei diesem Spiel mitmachen will, habe ich mich gefreut wie ein kleines Kind", gibt Pietrucha zu. "Es war einfach eine tolle Sache: Mit meiner Tochter auf den Platz zu laufen, gegen die Helden von früher zu spielen und dann auch noch ein Tor zu machen."

Martin Nacke, der Abteilungsleiter Fußball des TSV Haiterbach, war trotz der 1:4-Niederlage zufrieden. "Es war ein sehr gelungener Tag", sagte er fröhlich. Das Ergebnist ist in solchen Spielen ja ohnehin zweitrangig. Es geht darum, den Zuschauern schönte – wenn möglich sehr viele – Tore und Spielzüge zu präsentieren. Auch, wenn das Tempo nicht mehr ganz so hoch ist wie früher. Das Spiel hatte der TSV als Dankeschön für seine Fans organisiert, die den Verein bei einer Crowdfunding-Aktion zur Anschaffung eines neuen Rasenmähers unterstützt hatten.

2001 war der VfB Stuttgart, damals mit der aktiven Mannschaft, schon einmal zu Gast in Haiterbach. Und der damalige Trainer Felix Magath sei begeistert gewesen vom Zustand des Rasens. "Der ist ja besser als im Daimler-Stadion", hatte er wohl scherzhaft gesagt. Daran hat sich bis heute nichts geändert. "Der Rasen ist echt super", sagte Guido Buchwald nachdem er diesen 90 Minuten lang ausgiebig getestet hatte.

Mit 23 Jahren kann ein Spieler noch keine Legende sein

"Vielen Dank für die Einladung. Wir sind sehr gerne gekommen. Auch die Rahmenbedingungen waren klasse", fuhr der Weltmeister von 1990 fort. Doch ganz zufrieden war er nicht. "Ich weiß nicht, was die Haiterbacher unter Legenden verstehen", beschwerte er sich. "Es standen Spieler auf dem Platz, die sind 23 oder 25 Jahre alt. Eigentlich sind es aber AH-Spiele, die wir machen. Das war schon ein wenig merkwürdig." Auch einige der aktiven Haiterbacher Spieler wollten sich die Chance nicht entgehen lassen, einmal gegen ihre Idole zu spielen.

Wegen der Urlaubszeit und der ersten Pokalrunde, die am Sonntag um 17 Uhr stattfand, seien zwar etwas weniger Zuschauer gekommen als erhofft – etwa 500 Stück – doch auch mit dieser Zahl kann Nacke gut leben. Er hätte sich jedoch gewünscht, dass gerade für die jüngeren Fans auch zumindest ein Spieler aus der jüngeren VfB-Vergangenheit dabei gewesen wäre. "Kevin Kuranyi, Cacau, Thomas Hitzlsperger – die wären klasse gewesen." Doch er habe auch vollstes Verständnis dafür, dass gerade diese Ex-Spieler "einen extrem eng getakteten Kalender haben."

Stichwort erste Pokal-Runde. Die Partie des Bezirksligisten TSV Haiterbach beim SSV Walddorf wurde wegen des Einlagespiels auf Montag (19 Uhr) verschoben. "Das ist für uns kein Problem", betonte Spielertrainer Marcel Schuon, der gegen den VfB für 30 Minuten auf dem Platz gestanden hatte. Der 33-Jährige war in der Jugend beim VfB Stuttgart und hat vier Jahre in der zweiten Mannschaft gespielt.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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