Auch von einer robust agierenden SpVgg Freudenstadt war der VfB Bösingen nicht aufzuhalten.
Das 4:2 der Bösinger gegen den Tabellenletzten SpVgg Freudenstadt hatte so alles, was das Fußballherz an Herbsttagen liebt. Für die Fans gab es im Vorfeld schon den Mittagstisch mit deftiger Schlachtplatte. Darauf folgte emotionale Fußballkost auf dem tiefen Rasen.
Bis an die Schmerzgrenze
Da wurde bis an die Schmerzgrenzen und darüber hinaus geackert, gerackert und hingelangt – vorrangig auf Gästeseite. Die Freudenstädter hatte Glück, dass ein wenig konsequenter Schiedsrichter nicht viel früher die ein oder andere Gelbe Karte gezogen hat, in Folge derer die Gäste die Partie sicherlich nicht mit zehn Mann beendet hätten. Andy Zimmermann, Torschütze zum 2:2, musste dies leidvoll erfahren, als er nach einem rüden Einsteigen von seinen Teamkameraden Niklas Wulle und Noah Kimmich gestützt verletzt ausschied.
Moral und mentale Stärke
Die Moral und mentale Stärke des VfB in der Herbst-Edition 2025 sind unterdessen bemerkenswert. 31 Punkte, 35:28-Tore, nur eine Niederlage in den vergangenen zehn Begegnungen. Der Vergleich zu November 2024 ist kurios: Damals waren es 29 Zähler, 34:23-Treffer, allerdings Platz 3. Nicht auszudenken, wo der VfB stehen könnte, wenn er die ersten zwei Heimspiele nicht verloren hätte. „Wir sind inzwischen gereift, behalten die Ruhe, verlieren unsere Linie nicht“, lobte Trainer Peter Leopold, verspielte sein Team im Spätsommer daheim dreimal eine Führung.
Schönes Geburtstagsgeschenk
Der Coach feierte am Tag vor Freudenstadt seinen Geburtstag, freute sich über das Drei-Punkte-Geschenk seiner Jungs. „Solche Siege sind wichtig, wenn wir nachlegen und in der Tabelle dranbleiben“, richtet er schon wieder den Blick auf das happige Restprogramm bis zur Winterpause: Es geht nach Tuttlingen, Nehren und Schwenningen. „Umso wichtiger war es das letzte Heimspiel zu gewinnen“, meinten Physio Thomas Bob und Torwarttrainer Volker Haaga, die nach dem 1:2-Rückstand zitterten.
Klares Konzept
Unberechtigt, da Leopold und seine Assistenten Torsten Müller (auf dem Feld) und Felix Hodrus (am Platz) ein klares Konzept haben. Torsten Müller war verbal der Lenker auf dem Feld. Wies vor dessen 1:1 immer wieder Marvin Schlosser lautstark zurecht, wenn die Laufwege nicht stimmten. Oder die Einwechslungen: Mit Schlossser und Zimmermann gingen zwei Torschützen vom Feld, die Einwechselspieler waren echte Joker. Ein überragender Marius Müller traf zum 3:2, Benedikt Bantle machte mit dem 4:2 den Sack zu. „Wir haben einen großen Kader, viele Möglichkeiten und können immerzu wechseln ohne Qualität zu verlieren“, so Leopold.