Der Moment in dem die Partie kippte: Andy Zimmermann erzielt in der 66. Minute den 2:2-Ausgleich und bringt Bösingen auf die Siegerstraße. Foto: Holger Rohde

In der ersten Halbzeit tat sich der VfB Bösingen noch schwer, doch im zweiten Durchgang gelang der erwartete Sieg gegen die SpVgg Freudenstadt.

VfB Bösingen – SpVgg Freudenstadt 4:2 (1:1). Es war ein hartes Stück Arbeit für den Favoriten gegen den Tabellenletzten, ehe die drei Punkte unter Dach und Fach waren.

 

SpVgg kämpft

Die Gäste kämpften, wühlten und bissen sich buchstäblich in die Zweikämpfe, agierten von Beginn an mit viel Laufarbeit und grenzwertigem Engagement auf dem tiefen Rasen mit allen erlaubten und unerlaubten Mitteln. Sehr zum Ärger der Bösinger, die bei harten Fouls mit Verletzungsfolgen wie bei Andy Zimmermann (77.) gerne mehr Gelbe Karten oder für den ein oder anderen Kandidaten Gelb-Rot gesehen hätten.

Zunächst ausgeglichene Partie

Noah Kimmich kann Alieu Camara von der SpVgg Freudenstadt nicht aufhalten. Im Hintergrund Jannik Botzenhart vom VfB Bösingen. Foto: Jürgen Schleeh

So hat es am Ende doch gereicht, weil die Moral beim VfB derzeit absolut stimmt. Nach 35 Minuten Anrennen mit Chancen auf beiden Seiten war es eine ausgeglichene Partie. Ron Armbruster verhinderte mit einer Glanztat gegen Yasin Kara verhinderte er ebenso das 0:1 (17.) wie in der 32. Minute mit einer sensationellen Parade gegen Kara nach Querpass von Patrick Ostojic. Im Gegenzug verfehlte Ben Fischer nur um Zentimeter die VfB-Führung (33.). Kurze Zeit später umkurvte Andy Zimmermann Keeper Dennis Kübler und Hamza Djekic klärte vermeintlich hinter der Linie - das Spiel lief allerdings weiter (34.).

Gäste gehen in Führung

Ben Fischer vergab eine große Chance für den VfB Bösingen. Foto: Jürgen Schleeh

Umso bitterer die Gästeführung in der 37. Minute: Aus einem Einwurf heraus landet der Ball über die linke Seite im Strafraum beim freistehenden Leon Lisicar. Im ersten Versuch scheitert er am überragenden Armbruster, doch den Nachschuss setzte er zum 0:1 ins Netz. Bösingen zeigt sich jedoch nicht geschockt und antwortet direkt mit dem 1:1. Einen schönen Angriff über den linken Flügel flankt Fischer an den Elfmeterpunkt zu Torsten Müller, der leitet zu Marvin Schlosser weiter - aus acht Meter jagt er die Kugel unter die Latte (39.).

VfB nach Pause stärker

Nach einem Ballverlust des VfB Bösingen ist Alieu Camara nicht mehr aufzuhalten und bringt die SpVg Freudenstadt nach einer Stunde mit 2:1 in Führung. VfB-Keeper Ron Armbruster ist machtlos. Foto: Jürgen Schleeh

Nach der Pause übernimmt der VfB zusehends das Kommando. Kübler rettet gegen Zimmermann zur Ecke (52.), Torsten Müller setzte eine Freistoßhereingabe von Adi Dobricean aus sechs Metern direkt übers Gehäuse (57.). Eiskalt dagegen Freudenstadt: Einen langen Ball nimmt Alieu Camara in der Spitze auf, umkurvt Armbruster und schiebt zum 1:2 ein (61.). Die Partie ist auf den Kopf gestellt und eine Sensation bahnt sich an.

Doppelschlag in drei Minuten

Nach zweimaligem Rückstand jubelt der VfB Bösingen letztlich doch gegen die SpVgg Freudenstadt. Foto: Jürgen Schleeh

Allerdings hat der VfB Bösingen-Herbst-Edition 2025 fiel Substanz, lässt sich nicht aus der Ruhe bringen und dreht die Partie binnen kurzer Zeit. In der 66. Minute verhindert Kübler zunächst gegen Torsten Müller nach Zuckerpass von Niklas Wulle den Treffer, der Ball landet beim nachsetzenden Zimmermann, der zum 2:2 über die Linie drückt. Kaum wieder angespielt, klingelt es 180 Sekunden später zum 3:2. Joker Nummer 1 trifft - der eingewechselte Marius Müller schiebt im zweiten Versuch überlegt ein. Kübler vereitelt gegen ihn den vierten Treffer per Fußabwehr und Faust (77.). Für die endgültige Entscheidung sorgt der zweite Eingewechselte: Benedikt Bantle macht in der 85. Minute aus kurzer Distanz den Sack zum 4:2-Endstand zu.

Trainerstimmen

Bösingens Trainer Peter Leopold lobte nach dem Schlusspfiff seine Elf im Teamkreis: „Wir wussten was auf uns zukommt, haben damit gerechnet, dass es schwer werden könnte. Aber wenn man zweimal einen Rückstand aufholt und am Ende aus meiner Sicht verdient gewinnt, zeigt es, inwieweit wir uns entwickelt haben. Solche Spiele gewinnt man eben nicht einfach so im Vorbeigehen.“

Sein Freudenstädter Kollege Sergej Steblau war „vom Ergebnis her natürlich etwas enttäuscht, weil wir zweimal geführt haben und da mehr drin war. Chancen hatten wir zuvor noch weitere. Bösingen hat allerdings gezeigt, warum sie weiter oben stehen und hat mit seinen Qualitäten die Partie letztlich entschieden. Unsere Leistung war nicht schlecht, jeder hat sich reingehängt und alles gegeben. Da kann ich den Jungs keinen Vorwurf machen. Wenn wir so in den weiteren Spielen immer auftreten, können wir auch Punkte holen.“

Statistik

VfB Bösingen: Ro. Armbruster – Wulle, Botzenhart, Kimmich, Bihler, Dobricean (87. Ippolito), Fischer (53. Schneider), Griesser, Zimmermann (80. Be. Bantle), To. Müller (87. Ruf), Ma. Schlosser (53. Ma. Müller).

SpVgg. Freudenstadt: Kübler – Ni. Armbruster (54. Fa. Armbruster), Djekic (74. Bensch), Lisiar, Süzgec, Ostojic, Schaber, Weimer (72. Celikkol), Ade, Camara (62. Karaaslan), Kara.

Tore: 0:1 Lisicar (37.), 1:1 Ma. Schlosser (39.), 1:2 Camara (61.), 2:2 Zimmermann (66.), 3:2 Ma. Müller (69.), 4:2 Be. Bantle (85.).

Schiedsrichter: Etienne Stollsteimer (Gemmrigheim). Gelbe Karten: 2/3.

Zuschauer: 250.