Lukas Foelsch brachte die TSG Balingen beim TSV Steinbach-Haiger zwar früh mit 1:0 in Führung; am Ende mussten die Eyachstädter aber ohne Punkte die Heimreise antreten. Foto: Kara

Regionalliga: Frühe Führung von Foelsch reicht bei 1:2-Niederlage in Steinbach-Haiger nicht.

TSV Steinbach-Haiger – TSG Balingen 2:1 (0:1) - Knapp an einer Überraschung vorbei geschrammt sind die Fußballer der TSG Balingen in der Regionalliga Südwest im Gastspiel beim Tabellendritten TSV Steinbach-Haiger.

Lange lag sogar ein Sieg oder zumindest aber ein Unentschieden für die Schwaben im Bereich des Möglichen; am Ende gab es auf dem Platz und auf der Bank bei Spielern und Offiziellen der TSG wieder einmal nur enttäuschte Gesichter zu sehen.

Dabei hatten die Balinger vor den 971 Zuschauern auf dem Haarwasen eigentlich so etwas wie den perfekten Start erwischt. Sie hatten die erste Chance des Spiels und konnten diese gleich nutzen: Nach einem Einwurf von Sascha Eisele von der rechten Seite verlängerte Carlos Antonio Konz den Ball von der Grundlinie zu Lukas Foelsch, der von der Fünf-Meter-Markierung den Ball flach ins linke untere Eck setzte. "Einstudiert", sei dieser Treffer gewesen, so Foelsch nach dem Spiel.

Damit hatte sich die TSG eigentlich optimale Voraussetzungen für die weitere Spielzeit erarbeitet. Nur drei Minuten nach der Führung hätte es für die Gäste noch besser kommen können, doch Daniel Seemann zielte von der Strafraumgrenze knapp links daneben. Damit waren die Eyachstädter erst einmal das letzte Mal für längere Zeit im gegnerischen Strafraum aufgetaucht, denn nun begann die Drangphase des Gastgebers.

In den folgenden 20 Minuten schwang sich TSG-Torwart Marcel Binanzer zum besten Mann auf dem Platz auf. Die Schüsse von Manuel Hoffmann (12.) und Serhat Ilhan (16.) aus zwölf Metern klärte er per Fußabwehr; zudem brachte er bei Sascha Marquets Versuch aus drei Metern noch schnell genug die Hand hoch (21.).

Deutlicher Unmut beim Publikum

"Unserem Torwart und der schlechten Chancenverwertung von denen hatten wir zu verdanken, dass es zur Pause 1:0 stand", fand Foelsch. Bereits nach einer knappen halben Stunde waren deutliche Unmutsbekundungen des Publikums zu vernehmen – auch ein Zeichen für die hohen Ansprüche bei den Mittelhessen. Zu diesem Zeitpunkt begannen sich die Balinger vom Druck der Hausherren etwas zu befreien – erneut gab es – wenn auch zaghafte – eigene Abschlussversuche.

Erster großer Aufreger der zweiten Halbzeit war ein Kopfball von Steinbachs Marquet an den linken Pfosten (51.). Elf Minuten später gelang dem TSV dann aber doch der 1:1-Ausgleich: Kevin Lahn ließ TSG-Außenverteidiger Jonas Fritschi stehen, schlug den Ball in die Mitte, und Hoffmann hielt – von Eisele nicht genug attackiert – in der Mitte einfach nur den Fuß hin.

Auf der Gegenseite hätte der eingewechselte Patrick Lauble zwar fast für die passende Antwort gesorgt, wenn nicht diesmal TSV-Torwart Tim Paterok gut aufgepasst hätte (72.). Der entscheidende Treffer fiel aber auf der anderen Seite. Wieder ließ sich Fritschi auf der Außenseite abkochen, diesmal kam der Ball hoch hinein. Marquet setzte sich gegen Akkaya durch, und Binanzer konnte die Richtung des Kopfballs nicht mehr entscheidend verändern beim 2:1 (79.).

Der Leistung des 28-Jährigen blieb somit die Krönung verwehrt. "Mein Job ist es, Bälle zu halten", blieb der Keeper sachlich. "Es überwiegt die Enttäuschung, auch wenn ich glaube, persönlich ein ganz gutes Spiel gemacht zu haben", so Binanzer. Torschütze Foelsch beurteilt die aktuelle Situation realistisch. "Unsere individuellen Fehler müssen wir abstellen, sonst wird es eine ganz bittere Saison", fürchtet er. "Wir hatten sie in der zweiten Halbzeit im Griff gehabt, belohnen uns aber einfach nicht."

Das nächste Spiel gegen den Letzten TuS RW Koblenz sollte nun gewonnen werden, da sind sich alle Balinger einig. "Wir müssen punkten, punkten, punkten. Gegen Koblenz und Frankfurt würden uns sechs Punkte gut zu Gesicht stehen. Dann sähe die Welt auch wieder besser aus", bringt es Binanzer auf den Punkt.