Im Testspiel gegen den TSV Ehningen läuft nicht alles rund beim Tabellendritten der Landesliga Staffel 3. Vor allem die Chancenverwertung lässt noch zu wünschen übrig.
Unentschieden 2:2 (Halbzeit 1:1) endete das Wiedersehen mit den ehemaligen (Klassen) Kollegen vom TSV Ehningen. Für den Staffel-2-Landesligisten ein unter dem Strich mehr als schmeichelhaftes Resultat, denn der VfL Nagold traf mitten in der Vorbereitung auf die Restrunde trotz einer Fülle von Möglichkeiten nur vom Elfmeterpunkt ins Netz.
Der lange verletzte Kapitän Chris Wolfer hatte bei seinem Startelf-Comeback nach einer halben Stunde einen von Christian Bildl am aufgerückten Innenverteidiger Marius Hopp verschuldeten Foulelfmeter sicher verwandelt, Johannes Fleischle traf kurz vor dem Abpfiff (90.) mit einen weiteren gegen TSV-Stammkeeper Mustafa Görkem.
Dazwischen lagen ein präziser Drehschuss von Marcel Berberoglu (32.) zum Ausgleich und ein Blitztor nach 70 Sekunden durch Gökhan Akyüz nach Wiederbeginn gegen eine nach zahlreichen Wechsel unsortierte VfL-Abwehr.
7:2 Torschüsse zur Halbzeit
Zu diesem Zeitpunkt hätten die Nagolder aufgrund von Spielanteilen, Ballbesitz und Chancen für Elias Bürkle, Jan Beifuß, Johannes Fleischle und Burak Tastan schon klar führen müssen. 7:2 Torschüsse zeigte der Blick auf die Strichliste bei Halbzeit.
Dass kein Treffer notiert werden konnte, lag auch an der starken Vorstellung von TSV-Ersatzkeeper Julian Böhmler, der gleich zwei VfL-Topchancen zur Ecke abwehren konnte. Auch seine Vorderleute Noah Sauter, Christian Bildl, Dean A. Boughanmi und Max Grausam präsentierten sich stark. Obwohl personell dünn besetzt, gelang es Levent Kulay, Angelo Di Stefano und Gökhan Akyüz vorne immer wieder, meist von Marcel Berberoglu in Szene gesetzt, „Nadelstiche“ zu setzen.
Stammspieler wieder an Bord
Nagolds Trainer Marcel Schuon hatte nach dem Sieg im Testspiel über Bezirksligist SpVgg Holzgerlingen (3:0) im zweiten Test bis auf Marius Hogg (Innenverteidigung) lauter Stammspieler aufbieten können.
Viele Spieler fehlen
Darüber hinaus konnte er auch ohne die fehlenden Robin Braun, Stefan Wurm, Laurenziu Biemel, Nico Gaiser, Frederic Fleischle, Matthias Rauser und Stammtorhüter Joel Mogler (steht kurz vor einem Auslandsaufenthalt) mit Nick Schweizer, Nico Graf, Perparim Halimi, Tobias Essig, Jürgen Schechinger sowie Joshua Bock und Nikita Müller aus dem eigenen Nachwuchs zurückgreifen. Mit ihnen kam auch Winter-Neuzugang Niklas Watzl nach der Pause zum Einsatz.
Beide Teams ließen den Ball gut laufen, zeigten ein gefälliges Spiel mit technisch ansehnlichen Kombinationen, in denen sich die aktuellen Positionen des VfL (Rang 3 Staffel 3), der auch in der Hallenrunde Erfolge feierte, und des TSV (Rang 7 Staffel 2) widerspiegelten.
Ehningen mit nur drei Auswechselspielern
Die Ehninger waren mit einem 2:0 über den SV Rohrau in die Pause gegangen, in der Stefano Meola (Nummer 25) und Co-Trainer Andreas Contino neu zum Kader gestoßen waren. Allerdings musste Trainer Johannes Pfeiffer mit Lars Jäger, Metehan Kitzilagil, Gabriel K. Corral, Tahir Bahadir und Jonas Horvat gleich fünf Stammspieler ersetzen, sodass es in Nagold nur noch zu drei Auswechselspielern gereicht hatte.
Marcel Schuon analysiert
VfL-Trainer Marcel Schuon hatte den Großteil des „aktiven Coachings“ seinem Co-Trainer überlassen und sich in Ruhe den Konkurrenzkampf im Team angesehen – natürlich mit Blick auf die Entwicklung der Rückkehrer Marius Hogg und Nico Graf, die im Wettbewerb mit Nick Schweizer und Fabian Mücke um einen Platz in der Innenverteidigung stehen.
Zusätzliche Konkurrenz
Auch im Mittelfeld, wo Johannes Fleischle die Fäden in der Hand hielt, dürfte es für den einen oder anderen eng werden – erst recht jedoch im Angriff,, wo im Januar 2025 (beruflich bedingt) mit Niklas Watzl eine zusätzliche Konkurrenz aufgetaucht ist.
Winter-Neuzugang überzeugt
Der 24-jährige Watzl kommt vom VfB Eppingen, hatte in der Saison 2023/ 24 in 21 Spielen fünf Tore erzielt und war zuvor beim Bezirksligisten SG Bad Wimpfen (19 Spiele /16 Tore) aktiv. Der groß gewachsene Stürmer ist vom Typ her mit Jan Beifuß vergleichbar und hinterließ gegen die Ehninger schon mal einen vielversprechenden Eindruck.