Joshua Kimmich und der Ball – das gehört zusammen. Und davon erfährt die Öffentlichkeit alles. Foto: Hoppe

Joshua Kimmich, der Fußball-Star des deutschen Rekordmeisters Bayern München, erwartet mit Lebensgefährtin Lina Meyer sein drittes Kind. Und landauf, landab rauscht es im Blätterwald. Doch der Kicker aus Bösingen schlägt den bunten Zeitschriften ein Schnippchen.

Der 4-Jährige Leon steht vor einem bunt geschmückten Tisch, das über und über bedeckt ist mit Spielzeug, Luftballons, Aufstellern – alles im Stil des Disney-Klassikers Cars. Schüchtern steht der kleine Knirps vor seinem mit Cars-Tischdecken verschönerten Geburtstagstisch und schaut lächelnd in die Kamera. Gepostet hat das Bild (im Jahr 2017) sein Vater: Fußballstar Toni Kroos von Real Madrid, dessen Instagram-Account zu den reichweitenstärksten Deutschlands zählt. 31,8 Millionen Fans verfolgen, was Leons Papa Tag für Tag in die Welt sendet.

Der Junior wie der Senior

Auch Mateo Messi ist schon ein Star, sein Leben mit Papa Lionel wird von 297 Millionen Usern weltweit verfolgt, Cristiano Ronaldo Jr. ist gar 386 Millionen Menschen ein Begriff, da sein Papa (und der seiner fünf Geschwister), Cristiano Ronaldo Sr., direkt hinter dem Instagram-Insta-Account auf Platz 2 der Top-Kanäle liegt und den Usern bildtechnisch mitteilt, dass sein Nachwuchs ihm in Sachen Show-Posing kein bisschen nachsteht. Englands (Ex-)Star Wayne Rooney berichtet – auch über den Kanal seiner Ehefrau Coleen – über seine Söhne Kai, Klay, Kit und Cass, Spaniens Gerard Piqué und seine Frau, Pop-Weltstar Shakira, senden niedliche Schnappschüsse ihrer Söhne Milan und Sasha in die Welt.

Im Fokus der Klatschzeitschriften

Die bunten Blätter der Welt freuen sich und nutzen die gratis dargebotenen Häppchen, um der Welt kundzutun, wie niedlich der Nachwuchs der Stars ist und wie harmonisch das Leben der Familien abläuft – bis es eben kriselt und die armen Kleinen dann schrecklich darunter leiden müssen, dass Papa und Mama sich nicht mehr so gerne haben. Oder eben doch noch?

Kimmich fehlt bei der DFB-Elf

Nun kam die deutsche Nationalmannschaft für zwei Spiele zusammen – und einer der wichtigsten Spieler fehlte: Joshua Kimmich, der Leader aus Bösingen. "Der von Bundestrainer Hansi Flick in den Kader der deutschen Nationalmannschaft berufene Joshua Kimmich und seine Lebensgefährtin erwarten in diesen Tagen ihr drittes Kind", ließ der Deutsche Fußball-Bund in einer offiziellen Mitteilung verlauten. Und Bundestrainer Flick ergänzte, ebenfalls in einer DFB-Mitteilung: "Jo ist ein absoluter Familienmensch. Die Geburt eines Kindes ist ein ganz besonderer Moment im Leben. Wir hoffen, dass er, wenn alles gut verlaufen ist, dann bald bei uns ist."

Privates bleibt privat

Das war’s. Mehr Informationen waren nicht zu ergattern. Und Kimmich und seine Lebensgefährtin lehnen es ab, irgendetwas zu dem Thema – oder zu ihren ersten beiden Kindern – vor der Öffentlichkeit auszubreiten. Privates muss privat bleiben.

Alles wird zusammengeklaubt

Doch für die Yellow Press ist das zu wenig, da muss nachgebohrt werden. Und so schreibt "Bild der Frau" vom "ganz besonderen Moment" aus der DFB-Mitteilung und zitiert mangels anderer Masse aus einem Tweet von Bayern München aus dem Jahr 2020, als das zweite Kind unterwegs war: "Joshua #Kimmich fällt heute aus. Er ist in München geblieben, seine Freundin erwartet das zweite Kind." Und geht noch einen Schritt weiter zurück. In der Abendzeitung hatte Kimmich 2019 nach der Geburt des ersten Kindes erzählt: "Ein Kind gibt dem Leben einen ganz anderen Inhalt, eine ganz neue Aufgabe ist da. Jetzt habe ich noch einen anderen Auftrag. Das macht es für mich in dieser Krise einfacher, weil ich zu Hause einen wunderbaren Alltag habe."

Einer schreibt vom anderen ab

Ob Freizeit Woche, Neue Post, Alles für die Frau, Das Goldene Blatt, Bild, Bunte, Stern oder die aktuelle: Alle schreiben diese wenigen Sätze in immer neuer Zusammenstellung voneinander ab. Denn Joshua Kimmich und Lina Meyer schweigen. An der Nummer 6 des FC Bayern beißen sich normalerweise die gegnerischen Spieler die Zähne aus. Nun haben auch die Klatschzeitschriften und -portale ihren Meister gefunden. Und müssen wohl zurückkehren zu Mateo Messi, Cristiano Ronaldo Jr. oder Milan und Sasha Piqué.