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Fußball Stanley Ratifo: Nationalspieler und Rapper

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Stanley Ratifo trägt seit 2018 das Trikot des 1. CfR Pforzheim. Foto: Eibner

Wenn am Freitag, 19. Juni, der VfL Nagold ab 19 Uhr mit einem Testspiel gegen Oberligist 1.  CfR Pforzheim die Calwer Stadtmeisterschaften eröffnet, dann zieht auch etwas Glamour im Georg-Baumann-Stadion ein. Der Grund: Pforzheims Stanley Ratifo. Der Nationalspieler von Mosambik stand beim 1.  FC Köln schon mehrfach vor seinem Bundesliga-Debüt.

Parallel zu seiner Fußballer- trieb der gebürtige Sachsen-Anhaltiner seiner Musiker-Karriere voran und hat sich einen Namen als Rapper gemacht. Um musikalisch weiter voranzukommen, entschied sich Ratifo, nur noch in der Oberliga zu spielen und wechselte 2018 zum 1.  CfR nach Pforzheim, wo sich auch sein Plattenlabel befindet. Kurz vor dem Testspiel in Calw haben wir uns mit dem 24-Jährigen über seine beiden Karrieren unterhalten.

In Ägypten läuft momentan der Afrika-Cup. Um ein Haar wären Sie dabei gewesen, Mosambik hat die Qualifikation aber knapp verpasst. Verfolgen Sie das Turnier mit einem weinenden Auge?

Ich verfolge den Afrika-Cup nicht, weil der Schmerz einfach zu groß ist. Wir waren ja so kurz davor, uns zu qualifizieren. Ich habe mir dann vorgenommen, das Turnier nicht anzuschauen.

Was für ein Gefühl ist es für Sie, für die Nationalmannschaft von Mosambik aufzulaufen?

Das ist natürlich ein Wahnsinnsgefühl. Das hat ja auch etwas mit Stolz zu tun. Meine Familie und mein Vater lassen mich auch sehr spüren, dass ich stolz auf Mosambik sein soll. Das ist einfach ein Mega-Gefühl.

Statt Ägypten heißt es am Freitag Calw. Wissen Sie etwas über die Stadt?

Ich weiß leider noch nichts über die Stadt. Ich weiß nur, dass sie nicht so weit weg liegt von Pforzheim.

Was haben Sie sich für das Spiel gegen den VfL Nagold vorgenommen?

Die Ziele des Trainers umzusetzen und mit einem Sieg vom Platz zu gehen.

Es ist das letzte Testspiel vor dem Oberliga-Start. Was für eine Saison erwartet den 1.  CfR Pforzheim?

Ich denke, dass es eine schwere Saison wird. Es sind sehr gute Gegner in der Oberliga, aber wir haben vor niemandem Angst. Wir sind stark, wir trainieren gut, wir sind alle heiß auf die Saison. Ich denke, dass wir eine gute Rolle spielen werden.

Sie haben Ihren Sturmpartner Dominik Salz verloren. Wie sehr schmerzt Sie das?

Für die Mannschaft war er ein Riesen-Typ. Ich habe mich gut mit ihm verstanden. Er ist ein wahnsinnig athletischer Spieler. Natürlich haben wir da etwas verloren. Es schmerzt mich schon, dass er weg ist, aber wir haben auch gute Spieler dazubekommen.

Sie werden in Calw mit Sicherheit das ein oder andere Autogramm geben müssen. Machen Sie das als Fußballer oder als Musiker?

Ich denke, dass ich das einfach als meine Person Ratifo mache. Egal ob Leute sagen, dass sie mich als Kicker oder als Musiker mögen – ich mache beides als Ratifo.

Den Wechsel vom 1.  FC Köln zum 1.  CfR Pforzheim haben Sie damit begründet, fußballerisch etwas zurückzutreten, um mehr Zeit für die Musik zu haben. Wie laufen beide Karrieren?

Ich bin gerade in einer Phase, in der ich eine EP vorbereite, um meinen Zuhörern ein bisschen Content zu liefern. Ich habe jetzt auch eine Riesen-Single gemacht und bin voller Vorfreude, sie zu veröffentlichen. Ich kann ja schon mal den Namen verraten: Die Single heißt "Bundesliga". Viele werden sich fragen, was sie da erwartet.

Was erwartet sie denn?

(grinst). Dazu sage ich jetzt noch nichts. Jeder soll reinhören, das ist ein cooler Track geworden. Ich freue mich auf ihn.

Also laufen beide Karrieren gut?

Beim Fußball bin ich in der Vorbereitung und gerade dabei, topfit zu werden. Und bei der Musikkarriere bin ich auch einfach am Start – und schon topfit. Ich freue mich, dass die Leute bald etwas zu hören bekommen.

Ihr Label befindet sich in Pforzheim. Wie wichtig ist es für Sie, vor Ort zu sein?

Ich muss hier nicht unbedingt vor Ort sein. Es geht einfach darum, dass ich in Pforzheim alles habe. Ich habe die Jungs vom Label um mich herum, die sich um mich kümmern, ich habe die Studios hier und den Fußballverein, der mir ans Herz wächst.

Stimmt es, dass Sie im vergangenen Sommer eine Offerte vom 1.  FC Kaiserslautern ausgeschlagen haben?

Da muss ich ein bisschen grinsen, denn nur der 1.  FC Kaiserslautern war es nicht.

Wer denn noch?

Da waren schon die ein oder anderen Gespräche, aber ich habe mich dafür entschieden, den Fußball ein bisschen lockerer anzugehen und mich mehr auf die Musik zu konzentrieren. Da kam keines der Angebote für mich infrage.

Haben Sie keine Angst, dass sich das eines Tages rächen könnte, fußballerisch nicht doch mal den großen Sprung nach oben gewagt zu haben?

Nein. Da muss ich ganz ehrlich sagen: Angst habe ich keine davor. Es ist eine Herzenssache gewesen. Von klein auf mache ich Musik, ich mag Musik. Mein Vater hat viel Musik gemacht und ich habe viel mitbekommen, was mein Vater macht. Wir waren viel unterwegs. Ich habe dabei immer gesehen, dass er das mit Leidenschaft und Liebe getan hat. Darum habe auch ich diese Entscheidung getroffen. Musik macht mich glücklich.

Sie pflegen das coole Rapper-Image, in der Mannschaftskabine des CfR soll Ihre Musik laufen. Holt sich der ein oder andere Mitspieler auch mal einen Tipp von Ihnen ab, wo man gut feiern und wie man bei einer Frau landen kann?

(lacht). Natürlich gibt es mal Quatschereien in der Kabine, aber solche Tipps holen sie sich nicht von mir ab. Ich traue den Jungs zu, dass sie das alleine schaffen. Es sind ja auch alles ganz hübsche Kerle. Die schaffen das schon alles alleine.

Singen Sie in der Mannschaftskabine auch mal für Ihre Kollegen?

Natürlich singe ich mal das ein oder andere Lied mit, aber ich singe jetzt nicht für meine Kollegen. Und wenn sie mich fragen würden? Dann weiß ich nicht, ob ich es machen würde, aber heutzutage ist ja für Geld vieles möglich (lacht).

Sie haben auf Ihrem Bauch die Postleitzahl Ihrer Heimatstadt Halle tätowiert. Sie ist auch der Titel eines Ihrer Songs. Wie groß ist das Heimweh?

Heimweh habe ich nicht unbedingt. Ich bin schon unterwegs, seit ich 17 Jahre alt bin, und schon ein bisschen herumgekommen. Das Tattoo ist eher so als Botschaft gedacht: Vergiss nicht, wo du herkommst. Ich habe in Halle viel gelernt, ich habe da meine Loyalität gefunden. Die Stadt ist ein wichtiger Teil in meinem Leben.

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