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Fußball Spielausfälle bereiten vielen Vereinen Probleme

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Die Gesundheit der Spieler hat Vorrang. Foto: Schwarzwälder Bote

Nicht nur der Hochglanzfußball der Profiligen leidet unter den Auswirkungen der Corona-Krise. Auch die Amateurvereine sehen sich in ihren Existenzen bedroht, das gilt auch für die Bezirksliga Nördlicher Schwarzwald.

Keine Spiele und leere Vereinsgaststätten setzen den Vereinen sehr stark zu. In Empfingen, Wachendorf oder Baiersbronn mag es in der Regel recht ruhig zugehen, doch aktuell ist es noch ruhiger als ohnehin schon. Wenn im Frühling die Temperaturen steigen, erwacht auch der Amateurfußball wieder zum Leben. Man sitzt zusammen auf der Terrasse der Vereinsgaststätte, trinkt das ein oder andere Kaltgetränk und genießt einfach die Zeit.

Gelegentlich, wenn eines der beiden Teams trifft, huscht ein Torjubel über die Anlage. Rentner, die irgendwie zum Inventar jedes Vereins gehören, geben wohl gemeinte Ratschläge an die Spieler oder weisen den Schiedsrichter darauf hin, wie er zu pfeifen hat – übliche Szenen für Ende März.

Das gilt allerdings nicht für diese Saison. Wie überall in Deutschland, ruht auch der Spielbetrieb in der Bezirksliga Nördlicher Schwarzwald, keine Derbys also, keine Spiele, keine Einnahmen. Viele Vereinsgelände sind abgeriegelt, die Spiele fallen aus, der Trainingsbetrieb ruht. Obwohl der Fußball in dieser Krisenzeit zur Nebensache wird, machen sich die Vereinsfunktionäre Gedanken, wie sie ihren Klub durch die Krise bringen können. Viele vergessen auch, dass die Ruhezeit auch soziale Probleme mit sich bringen kann, die mit der Spielpause einhergehen, die Gemeinschaftsbil­dung in den Vereinen findet schlichtweg nicht mehr statt. Unsere Zeitung hat sich bei einigen Bezirksliga-Vereinen umgehört.

SG Empfingen

"Sportlich passiert bei uns aktuell nicht viel. Wir sind zwar regelmäßig via Skype oder WhatsApp in Kontakt, alles andere ist ja aktuell nicht möglich", sagt Trainer Philipp Wolf. "Ich finde es aber gut, dass die Verbände auf Zeit spielen. Eine zu schnelle Entscheidung, dass die Saison abgebrochen wird, wäre meiner Meinung nach falsch. Man stelle sich nur vor, der Verband beendet die Saison übereilt und plötzlich werden im Mai Trainings- und Spielbetrieb doch wieder erlaubt? Ich meine, es wäre noch möglich, ab Juni die Saison zu Ende zu spielen. Dann beginnt man die Saison 20/21 etwas später und reduziert die Sommerpause." Klar sei, dass die SG Empfingen, wie viele andere Mannschaften bezirks-, landes- und bundesweit, auch bestrebt sei, eine bisher gute Saison sportlich zu beenden.

"Was aus meiner Sicht allerdings wichtiger ist, ist der finanzielle Aspekt. Nicht nur die größeren, sondern auch die kleineren Vereine planen mit Einnahmen aus dem Spielbetrieb, wie Zuschauern, Bewirtung und Sponsoring", sagt Wolf. Es sei aber absolut richtig, dass bis auf weiteres der Spielbetrieb ausgesetzt sei, denn die Gesundheit gehe vor. "Irgendwann werden wir wieder stufenweise in Richtung Normalität zurückkehren, und dann kommt auch unser geliebter Fußball zurück. Für meine Spieler habe ich ein freiwilliges Fitnessprogramm mit den Schwerpunkten Technik, Kraft, Stabilität und Ausdauer eingeführt. Hier bekommen die Jungs immer einen Wochenplan, den sie dokumentieren müssen", ergänzt Wolf.

SG Herzogsweiler/Durrweiler

Johannes Leipold vom derzeitigen Tabellenzweiten gibt folgende Auskunft: "Wir haben unsere Sportanlage großräumig abgesperrt, um jeglichen Betrieb zu unterbinden. Wir stehen allerdings trotzdem in Gesprächen mit potenziellen Neuzugängen via Videokonferenz und können auch eine positive Nachricht vermelden: Aziz Kaya wechselt von der SGM Ebhausen/Rotfelden mit sofortiger Wirkung zu uns."

Wie es weitergeht? "Ich denke, dass in der laufenden Runde aller Voraussicht nach nicht mehr gespielt wird. Dies hätte für uns sehr starke Auswirkungen. Wir stehen aktuell auf dem Relegationsplatz zur Landesliga und noch im Pokal-Halbfinale. Sollten beide Wettbewerbe annulliert werden, dann wäre dies aus sportlichen Gesichtspunkten sehr schmerzhaft für uns. Solch eine gute Ausgangssituation lässt sich nicht so einfach wiederholen. Die finanziellen Einnahmen aus diesen Wettbewerben, aber auch aus diversen anderen Veranstaltungen, brechen damit weg. Die durch die Krise bedingten Ausfälle können nicht so einfach kompensiert werden und bedrohen viele Vereine in ihrem Fortbestand", so Leipold weiter.

Die Spieler hielten sich individuell fit. Das Trainerteam steuere dabei den Fitnesszustand und die Laufeinheiten über eine spezielle App. Dabei sei für jeden Spieler ein konkreter Fitnessplan enthalten, der umgesetzt werden müsse: "Ein Training mit der Mannschaft können diese Maßnahmen jedoch nicht ersetzen", sagt Leipold auch ganz klar.

SV Wachendorf

Der Vorsitzende des aktuellen Tabellendritten SV Wachendorf, Horst Seifer, meint: "Im Verein selber rührt sich aktuell gar nichts, sämtliche Familienfeiern und Vereinsveranstaltungen, die in unserer Sportheimgaststätte geplant waren, sind nun aktuell bis auf weiteres abgesagt worden. Da wir als SV Wachendorf durch das vereinseigene Sportheim den Großteil unseren Einnahmen beziehen, sind wir aktuell in einer sehr schwierigen finanziellen Lage. Zum weiteren Verlauf des Spielbetriebes wage ich keine Prognose, mittlerweile sind ja vom Verband aus mehrere Szenarien im Gespräch. Uns bleibt aktuell nichts anderes übrig, als abzuwarten, wie sich die Lage weiter entwickelt. Da aktuell aufgrund der behördlichen Verordnungen kein Training möglich ist, werden die Spieler nahezu bei null beginnen, auch wenn sie sich sicherlich privat mit Joggen und ähnlichem fit halten. Allerdings ersetzt all das kein Fußballtraining."

SG Felldorf/Bierlingen

Auch im nur wenige Kilometer entfernten Felldorf geht gerade gar nichts. "Jeglicher Betrieb wurde eingestellt. Wie es weitergeht, darüber will ich nicht mehr spekulieren. Ich kann es nicht beeinflussen. Wir lassen uns überraschen. Es steht jedem frei, privat etwas für die Fitness zu tun. Es gibt aber kein Pflichtprogramm. Ich werde zuhause bleiben, Abstand halten, fertig", bringt es Co-Trainer Lukas Baur auf den Punkt.

TuS Ergenzingen

Auch an der Ergenzinger Breitwiese ruht der Ball. Dazu Coach Heiko Kieferle: "Die Spieler halten sich durch Läufe, Stabis und Kräftigung sowie Alternativ-Sportarten so gut es geht fit. Die Lust auf Fußball ist aber natürlich inzwischen schon riesig und es nervt einfach, dass man seinem liebsten Hobby nicht nachgehen kann. Bei uns im Verein steht also inzwischen fast alles still, auch unser Pfingstturnier und Gäuvolksfest – welches Tausende von Leuten bewegt – musste bekanntlich abgesagt werden. Dies schmerzt uns extrem und wird den Verein wohl auch etwas bremsen. Ich persönlich habe die sozialen Kontakte auf ein Minimum reduziert, kommuniziere fast ausschließlich über Telefon, Skype und WhatsApp, vor allem zum Schutz meiner Frau, da wir Mitte Mai zum zweiten Mal Nachwuchs bekommen."

VfR Sulz

"Ein Leben komplett ohne Fußball hatte ich mindestens schon 40 Jahre nicht mehr, ein komisches Gefühl. Ich glaube, die bisherige Runde kann nicht mehr zu Ende gespielt werden. Das geht einfach in dieser außergewöhnlichen Zeit nicht. Da würde ich mir eine zeitnahe Entscheidung vom WfV wünschen. Die Spieler – vorausgesetzt, dass sie vorbildliche Sportler sind – sollten sich jetzt schon auf die Zeit vorbereiten, wenn es wieder losgeht. Da wird es dann aber große Unterschiede im Fitnesszustand geben. Ich selber halte mich strikt an die Regeln der Gesellschaft, treibe im Rahmen des Erlaubten selber Sport", sagt Matthias Bantle, Trainer des VfR Sulz, und teilt gleichzeitig mit, dass er nächste Saison den VfR Sulz nicht mehr trainieren wird. Deswegen sind die Verantwortlichen gerade auf Trainersuche. Was bei Bantle nächste Runde wird, wartet der erfahrene Coach erst einmal ab, freut sich aber, zwei tolle Jahre in Sulz verbracht zu haben und in einem "absolut guten Verhältnis" den Verein zu verlassen.

SpVgg Freudenstadt

Freudenstadts Trainer Narcis Nahodovic hält sich auch an die gegebenen Fakten: "Da es keinen Sinn macht, zu spekulieren, orientieren wir uns an den Aussagen des WFV und denken von Woche zu Woche. Die Spieler halten sich individuell mithilfe von wöchentlichen Trainingsplänen zumindest körperlich fit. Vereinsintern sind wir in regelmäßigem Austausch und es wird versucht, die Planungen auch für die kommende Runde weiter voranzutreiben."

SG Ahldorf-Mühlen

Ähnlich ergeht es Andi Hug, Trainer der SG Ahldorf-Mühlen: "Im Moment ist es eine ganz schwierige Situation, der Kontakt läuft nur über Telefon und WhatsApp. Im Verein ist alles stillgelegt. Somit kann man nur appellieren, dass jeder einzeln etwas für sich tut. Ich denke, meine Jungs kennen genügend Kräftigungsübungen. Laufen, Fahrradfahren kann ja auch jeder gehen, aber das läuft alles auf freiwilliger Basis, ich überlasse das in dieser Situation jedem selbst."

Jeder Fußballer wolle natürlich etwas mit dem Ball in der Gruppe machen, was gerade schlicht nicht möglich ist, so Hug, und ergänzt: "Aber ich denke, es gibt Schlimmeres. Hauptsache ist, wir kommen alle gesund aus dieser Krise raus. Jeder Einzelne wird sicherlich wieder richtig geil sein auf den Trainingsbetrieb."

SF Salzstetten

Auch am Tabellenende bei den Sportfreunden aus Salzstetten trägt man natürlich der aktuellen Entwicklung Rechnung und hat jegliche Aktivitäten eingestellt. Zur Lage der Liga meint Abteilungsleiter Andreas Müller: "Grundsätzlich wünscht man sich natürlich eine Fortsetzung der Bezirksliga-Saison, aber der Faktor Zeit wird von Woche zu Woche entscheidender. Durch die Absage der Europameisterschaft und die Entscheidung der Deutschen Fußball Liga, das Ende der Runde nach hinten zu verlegen, hat man wohl auch im Amateurbereich mehr Spielraum, der dann jedoch durch die Urlaubszeit begrenzt wird. Ich denke, dass sich jeder eine sportliche Entscheidung wünscht, aber ich persönlich zweifle eher daran, dass es zu einer Fortsetzung der Saison kommt."

TSF Dornhan

Auf der Dornhaner Platte läuft außer der sogenannten "Klopapier-Challenge", die derzeit über Facebook viral geht, nichts. Allerdings haben die Turn- und Sportfreunde eine Crowdfundingaktion gestartet für eine geplante Kabinenrenovierung. "Dann tut sich wenigstens ein wenig was", sagt TSF-Trainer Timo Rath, der aber auch nicht wisse, wie es insgesamt weitergehe. "Es kommt darauf an, wann die nächste Saison starten soll. Die ausgefallenen Spiele mittels englischer Wochen aufzuholen, wird schwierig. Von mir aus können wir die Rückrunde im Herbst spielen und ab dem neuen Jahr dann das Kalenderjahr als Spieljahr nutzen. Natürlich muss das dann bundesweit und in allen Ligen geschehen. Wir machen bisher in der besten Jahreszeit zum Fußballspielen immer Pause, zumindest sollte man das mal überdenken. Trainingsmäßig läuft bei uns alles individuell. Einige machen mehr, andere weniger. Diese Woche starten wir mit Krafttraining übers Internet. Allerdings fehlt das klare Ziel, auf das man hinarbeitet. Daher würde ich mir eine zeitnahe Info wünschen, wie es weitergehen soll", so der aktuelle Lagebericht von Timo Rath.

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