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Fußball SC Freiburg: "Unsere Stimmen sind deren Augen"

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Julian Limberger (rechts, hier mit Kollege Daniel Westermann) ist Blindenreporter beim SC Freiburg. Foto: Limberger

Villingen-Schwenningen - Als Ehrenamtlicher ist der Wahl-Villinger Julian Limberger regelmäßig bei den Bundesligaspielen des SC Freiburg vor Ort. Über die gesamte Partie hat er dabei eine ganz besondere Aufgabe – er bringt sehbehinderten Fans die Geschehnisse auf dem Spielfeld näher.

Ganz nah am Rasen

Wenn die Jungs von Chef-Coach Christian Streich den Rasen des Schwarzwald-Stadions betreten, sind alle Augen auf sie gerichtet. Und zwar mindestens für die nächsten 90 Minuten. Jede Bewegung, jeder Ballkontakt, jede Gestik wird eingefangen, mit seinem Nachbarn besprochen. Doch wie kann dieses Erlebnis sehbehinderten oder gar blinden Menschen begreifbar gemacht werden? Dafür sind die Blindenreporter des SC Freiburg parat – der 30-jährige Limberger ist einer von ihnen.

Projekt läuft seit fünf Jahren

Vor fünf Jahren habe das Projekt beim Sportclub begonnen. Damals habe die Deutsche Fußball Liga den Bundesligavereinen die Auflage erteilt, auch Menschen mit Sehbehinderungen das Spiel näher zu bringen. "Es gab dazu ein Casting", erinnert sich Limberger zurück, der in Villingen an einer Grundschule arbeitet. Aufgrund seines damaligen Praktikums bei Radio Regenbogen habe er von dem Casting erfahren, sich beworben – und wurde prompt zum ehrenamtlichen Blindenreporter ernannt.

Auf den Einsatz vorbereitet

In einer Schulung bereitete man Limberger und seine vier weiteren Kollegen auf den Einsatz vor, die Reporter kommen außerdem mehrmals jährlich in Kursen zusammen. Denn ihre Aufgabe ist durchaus anspruchsvoll. "Wir müssen wirklich über jede Sekunde, in der etwas passiert, berichten", so Limberger, der nebenher als Moderator und Comedian arbeitet. Das Wichtigste sei dabei, den Sehbehinderten Menschen ständig zu erzählen, wo sich der Ball befindet – im Fachjargon wird das "Verortung" genannt. Dies ist auch einer der größten Unterschiede zu herkömmlichen Kommentatoren.

"Unsere Stimmen sind deren Augen – wenn wir eine Sekunde nichts sagen, sind sie wirklich blind", so der 30-Jährige. Die Blindenreporter sitzen dabei in unmittelbarer Umgebung zu den gehandicapten Fans auf der Haupttribüne – sind aber zur besseren Verständigung dennoch mit drahtlosen Sendern und Empfängern ausgestattet. "Wir kennen uns alle persönlich", berichtet der Grundschullehrer vom fast schon freundschaftlichen Verhältnis untereinander. Vom neunjährigen Kind bis zum älteren Ehepaar sei bei den sehbehinderten Menschen die komplette Bandbreite dabei.

Doch nicht nur ihre üblichen Zuhörer, sondern auch alle anderen Interessierten können sich bis zum Ende der Saison vom Service der Blindenreporter überzeugen. Denn angesichts der Tatsache, dass aufgrund der Pandemie keine Zuschauer ins Stadion dürfen, bietet der SC Freiburg die Kommentierung als Livestream an. Anders als sonst, sitzen Limberger und sein Reporter-Kollege derzeit aber im Fanshop des SC Freiburg. Dort sehen sie neben dem Fernsehbild auch das sogenannte "Scouting-Feed", welches das gesamte Spielfeld zeigt. So auch am Freitag um 20.30 Uhr. Dann kommentiert der 30-Jährige das Heimspiel des SC Freiburg gegen Bayer Leverkusen – und wird dabei 90 Minuten lang jede Bewegung auf dem Rasen des Schwarzwald-Stadions erlebbar machen.

Weitere Informationen: Der Audio-Stream steht zur Verfügung unter: www.mehr-als-fussball.de/blindenreportage

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