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Fußball Saisonabbruch: "Rebellen" legen Alternativplan vor

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Der FC 07 Albstadt (hier links: Nicolas Gil Rodriguez) könnte zu den großen Verlierern der aktuell von den Verbänden vorgesehenen Auf- und Abstiegsregelungen zählen. Foto: Kara

Am 20. Juni beim WFV-Verbandstag wird entschieden, ob die Fußball-Saison in den unteren Ligen vorzeitig beendet wird. Alles deutet darauf hin. Nur mit der von den Verbänden vorgesehenen Auf- und Abstiegsregelung sind einige Vereine nicht einverstanden.

33 Vereine des Württembergischen Fußballverbands (WFV) haben einen Alternativvorschlag zu dem der Verbände erarbeitet. 26 Teams aus dem Gebiet des Südbadischen Fußballverbands (SBFV) haben einen identischen Antrag gestellt. Die Forderung: Auch die auf den Relegationsplätzen der Kreis-, Bezirks- und Landesligen stehenden Mannschaften sollen aufsteigen dürfen.

Aktuell würden nur die Meister aufsteigen

Der Status Quo sieht das momentan nicht vor. WFV, SBFV und der Badische Fußballverband (BFV) hatten sich in einer gemeinsamen Erklärung dafür ausgesprochen, die laufende Saison zum 30. Juni zu beenden. Mithilfe der Quotientenregel (erreichte Punkte geteilt durch absolvierte Spiele) sollen die Abschlusstabellen ermittelt werden. Der jeweilige Meister steigt auf, Absteiger soll es keine geben. Und genau gegen diese angedachte Auf- und Abstiegsregelung wehren sich jetzt einige Vereine – vor allem die Zweitplatzierten.

"Den Mannschaften auf den Relegationsplätzen (...) die Aufstiegschance von vorne herein zu nehmen, halten wir generell, moralisch und besonders aus sportlichen Gründen nicht für korrekt", heißt es in dem Antrag der 33 Vereine an den WFV. Aus dem Bezirk Zollern haben sich der FC 07 Albstadt, der TSV Stein, die SG Weildorf/Bittelbronn und der TSV Frommern eingebracht.

"Wir wollen einfach nur, dass alle Vereine gleich behandelt werden. Wenn man die Saison abbricht, darf es keine Verlierer geben", sagt Uwe Vieth, Fußballabteilungsleiter beim TSV Frommern. Der TSV ist als Tabellenzweiter in der Kreisliga A1 einer der Klubs, die zu den Verlierern zählen würden und war einer der federführenden Vereine bei der Erstellung des Antrags. "Für die Regelung, wie sie im Moment besteht, kann ich aus moralischer Sicht kein Verständnis aufbringen. Von uns wird jedes Wochenende auf dem Platz – absolut zurecht – verlangt, dass wir Fairness zeigen und leben. Warum sollte das also nicht auch neben dem Platz so sein?"

Deshalb fordern die Klubs den WFV dazu auf, sich zumindest mit der von ihnen dargelegten Variante für Auf- und Abstieg auseinanderzusetzen. Die Korrektur der dann zwangsläufig überschrittenen Sollstärke der Ligen würde dem Vorschlag zufolge durch einen verschärften Abstieg in der Folgesaison korrigiert werden. Am Beispiel des Bezirks Zollern wird deutlich, dass der Spielbetrieb in den Kreisligen A und Bezirksligen mit mehr Teams zumindest eine Herausforderung wäre. Wie die 33 Vereine in ihrem Antrag ausführen, würde die Bezirksliga Zollern von 15 auf 17 aufgestockt werden (zwei Aufsteiger in die Landesliga, vier Aufsteiger aus den Kreisligen A). Der Teilnehmerpool der Kreisligen A1 und A2 würde von 28 auf 30 Teams steigen (vier Aufsteiger in die Bezirksliga, sechs Aufsteiger aus den Kreisligen B). Da in den Kreisligen B dann nur noch 28 Mannschaften spielen würden, sieht die Lösung der Vereine vor, dass es in der Saison 2020/2021 nur noch zwei B-Staffeln gibt. "Es wäre ein organisatorisch anstrengendes Jahr – dafür gäbe es aber keine Verlierer", sagt Vieth.

Neben dem TSV Frommern sind auch die anderen drei Zollern-Klubs direkt betroffen von dem aktuellen Stand der Dinge. Die SG Weildorf/Bittelbronn führt das reguläre Klassement der Kreisliga A2 zwar an. Der SV Heiligenzimmern würde allerdings im Falle eines Saisonabbruchs mit dem höheren Quotienten (2,61 gegenüber 2,46) an der SG vorbeiziehen, die damit keine Möglichkeit mehr auf den Aufstieg in die Bezirksliga hätte. Das gleiche Schicksal würde den TSV Stein, Zweitplatzierter der Kreisliga B3, ereilen.

Besonders kurios und bitter würde es den FC 07 Albstadt treffen: Als amtierender Tabellenführer und Herbstmeister hatten die Albstädter beste Chancen auf die Meisterschaft. Dann wurde jedoch die Partie beim FC Mengen am 29. Februar abgesagt. Zeitgleich konnte der VfB Friedrichshafen jedoch spielen und zog mit Albstadt gleich (beide haben einen Quotienten von 2,44). Das Derby gegen den SV Kehlen gewann Friedrichshafen mit 9:0 – nachdem sie bereits eine Woche zuvor gegen Weingarten mit 5:0 triumphiert hatten. Damit hatte der VfB plötzlich das bessere Torverhältnis – und wird nun voraussichtlich in die Verbandsliga aufsteigen, während Albstadt auf der Strecke bleibt. "Wir werden jede Entscheidung akzeptieren und auch von einer Klage absehen. Aber natürlich ist die Konstellation aus unserer Sicht maximal brutal", sagt der Vorsitzende der Albstädter, Marcus Conzelmann.

"Machen uns keinerlei Hoffnungen"

Ob der Alternativvorschlag allerdings auf offene Ohren beim Verband trifft, bezweifelt Uwe Vieth: "Ich bin eher pessimistisch. Der WFV ist bislang kaum auf das Feedback der Vereine eingegangen und hat überhaupt nicht versucht, mit ihnen in einen Dialog zu treten", kritisiert er die mangelnde Kommunikation von Verbandsseite. Die betroffenen Klubs seien vor (fast) vollendete Tatsachen gestellt worden.

Auch Marcus Conzelmann kann sich keine Entscheidung zugunsten des Vorschlags vorstellen: "Es wird sich wohl nichts mehr ändern. Wir machen uns keinerlei Hoffnungen." Dennoch wollten die Vereine versuchen, Gehör zu finden: "Dann können wir uns auf jeden Fall nichts vorwerfen. Mehr als den WFV zu bitten, über unseren Vorschlag nachzudenken, können wir nicht tun", so Vieth.

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