Die Annullierung der Saison hat wenige Vereinsverantwortliche im hiesigen Bezirk überrascht. Nun hoffen aber alle, dass die Saison 2021/22 ihren normalen Lauf nehmen kann.Foto: Eibner Foto: Schwarzwälder Bote

Fußball: Trainer und Vereinsverantwortlichen sind sich nach Saison-Annullierung größtenteils einig, dass es keinen anderen Weg gab

Vereinsverantwortliche aus Bezirks- und Kreisliga können Verbandsentscheidung größtenteils nachvollziehen

Der Beirat des Württembergischen Fußballverbands hat einstimmig entschieden, die laufende Meisterschaftsrunde 2020/21 mit sofortiger Wirkung zu beenden. Da die erforderliche Anzahl von Spielen für eine sportliche Wertung nicht erreicht ist, bleibt als Konsequenz daraus nur die Annullierung der Saison.

Das sagen die Trainer und Verantwortlichen der Vereine der Bezirksliga und Kreisliga dazu:

Mathias Trautwein (SpVgg Freudenstadt): "Ich beziehungsweise wir hätten sehr gerne weiter gespielt, aber letztendlich blieb nichts anders übrig. Bei der Planung ist es ja nach wie vor so, dass man sich nicht als Gruppe treffen darf, also kann man auch schlecht eine Sitzung abhalten. Außerdem bezweifle ist stark, dass die nächste Runde beziehungsweise die Vorbereitung auf die nächste Runde im Juli starten kann. Ich denke, dass jetzt vielleicht etwas Bewegung in den Transfermarkt kommt, da nun jeder weiß, welcher Verein in welcher Liga spielt. Ergo sind Transferaktivitäten einfacher, alles andere genau so unbefriedigend wie bisher. Meine Jungs hatten immer wieder Aufgaben, um sich fit zu halten. Das war zu der Zeit, in der noch die Hoffnung bestand, dass die Runde weiter geht. Sie hatten dadurch eine gewissen Motivation, ein Ziel, auf das sie hinarbeiten konnten. Dieses Ziel ist jetzt weg, da es auch für den Start der nächsten Runde keine Garantie gibt, ist auch dieses Ziel nicht greifbar. Letztendlich müssen wir von Woche zu Woche schauen, was möglich beziehungsweise erlaubt ist. Es betrifft ja nicht nur uns Fußballer, sondern alle, die ein Hobby haben, das sie momentan nicht ausüben dürfen. Vielleicht wäre es sogar klüger gewesen – so wie im Handball – die Runde schon früher abzubrechen, dann hätten wir wenigstens Klarheit gehabt. Aber letztendlich haben wir alle mit der Situation zu kämpfen, weshalb ich mich nicht als Fußballer ›beschweren‹ möchte."

Heiko Kieferle (TuS Ergenzingen): "Die Entscheidung war überfällig und aus meiner Sicht alternativlos. Für alle Vereine, den Amateursport und vor allem für die Jugend ist es eine total beschissene Situation. Es ist nur zu hoffen, dass wir schnellstens wieder normal unserem Sport nachgehen können. Wir beim TuS machten Individualsport und WhatsApp-Wettbewerbe. Mehr können wir nicht tun. Selbst dies geht einem mittlerweile mächtig auf den Geist,- weil wir alle Fußball spielen wollen. Es gibt keine wirkliche Strategie, durch die man sagen kann, so kommen wir zum Zeitpunkt X gesichert und auf Dauer wieder auf den Platz. Und dies nervt!"

Lukas Baur (SGM Felldorf/Bierlingen): "Ich habe nichts anderes erwartet und daher bin ich nicht überrascht von der Annullierung. Ich nehme das einfach hin. Die Planungen (Kader, Trainer etc.) sind soweit eigentlich alle abgeschlossen. Daher ergibt es für uns keine großartige Probleme. Wir verfahren so, wie bisher auch. Das heißt: Jeder darf individuell und freiwillig etwas für seine Fitness tun. Vielleicht gibt es auch mal wieder eine gemeinsame Challenge als zusätzliche Motivation. Sobald wir wieder trainieren dürfen, werden wir das tun. Aktuell gibt es definitiv wichtigere Dinge als den Amateurfußball. Dennoch wünschen wir uns natürlich alle, dass wir so schnell wie möglich wieder spielen dürfen.

Timo Korherr (Abteilungsleiter SG Ahldorf/Mühlen): "Anfang des Jahres haben wir bei der SG noch fest daran geglaubt, dass der Ball noch einmal rollt und man zumindest eine verkürzte Saison spielen kann. Nun steht also der endgültige Abbruch fest, und selbstverständlich stehen auch wir trotz der vielversprechenden Ausgangssituation und den sehr guten Mannschaftsleistungen hinter der getroffenen Entscheidung des WFV, denn die Gesundheit ist unser höchstes Gut. Nichtsdestotrotz freue ich mich heute schon auf den Tag, die Jungs wieder auf dem Rasen zu sehen und die gewohnten Gesichter im und am Sportheim zu treffen. Was die Vorbereitung auf die neue Saison betrifft, waren wir zusammen mit den Trainern Markus Helber und Philipp Stehle fleißig. Die Kaderplanung selbst haben wir aber noch nicht abgeschlossen."

Marvin Lutz (SV Baiersbronn): "Selbstverständlich finde ich die Entscheidung schade, wir hätten gern bald wieder Fußball gespielt, zumal wir teilweise recht erfolgreich waren. Vor dem aktuellen Hintergrund finde ich die nun zumindest endgültige Entscheidung okay, denn sie liefert endlich Klarheit. So wissen wir auf jeden Fall, wie es weiter geht (oder eben, dass es nicht weitergeht). Die Entscheidung ist gerade erst raus, was das konkret bedeutet, müssen wir nun erarbeiten. Die Planung macht es insofern einfacher, dass auf jeden Fall klar ist, dass die nächsten Wochen beziehungsweise Monate leider kein Training auf dem Platz stattfinden kann. Wie es allerdings mit Hinblick auf die neue Runde aussieht, wird spannend bleiben. Wie auch die letzten Wochen werden wir weiterhin in Kontakt mit der Mannschaft bleiben. Online-Treffen und -Training können dabei helfen. In der Hoffnung, dass die Inzidenzen wieder sinken, wäre es schön, im frühen Sommer auch wieder auf dem Platz zu stehen und meine Mannschaft wieder persönlich treffen zu können. Für den Verein, die Mannschaft, die persönlichen Kontakte und vor allem auch den regelmäßigen Sport, das Treffen mit Freunden für die Kinder und Jugendlichen, ist die Zeit sicherlich nicht einfach. Ich denke allerdings, dass es aktuell auch andere wichtige Themen gibt und die Gesundheit an erster Stelle steht."

Dein Smajovic (SF Salzstetten): "Ich finde die Entscheidung logisch und gut. Jetzt kann man sich hoffentlich auf eine ›normale‹ Runde freuen. Alles war mehr oder weniger schon vorhersehbar, aber die hundertprozentige Gewissheit macht alles etwas einfacher. Bei uns trainiert ein Teil der Mannschaft über Zoom einmal die Woche. Ansonsten gibt’s keine Vorgaben. Man kann nur hoffen, dass alles bald wieder halbwegs normal ist. Aber mein Wunsch, mal wieder zu trainieren, wäre schon einmal eine feine Sache."

Albrecht Rauter (SV Dietersweiler): Der Vorsitzende ist teilweise auch froh, dass die Mannschaft und der Verein jetzt planungssicherheit haben. "Wir sind froh, dass die Hängepartie in Sachen Fortsetzung der Saison nun beendet ist. Es war die richtige Entscheidung, die Saison abzubrechen. Schade ist es natürlich für die Mannschaft, der damit die Chance genommen wurde, ihrem Sport nachzugehen. Ich hoffe, dass sich in der kommenden Saison die Lage entspannt und wir ohne Unterbrechung durchspielen können." Ab der kommenden Saison übernimmt Lukas Wuzik das Training auf der Birre und tritt damit die Nachfolge von Frank Kilian an.

Michael Heinzelmann (SG Wittendorf II/ VfB Lombach) Für den Trainer kam der Saisonabbruch nicht überraschend. "Es gibt nach wie vor wichtigere Dinge als den Fußball im Angesicht der Pandemie. Das müssen wir so akzeptieren." In der Trainerfrage bleiben Michael Heinzelmann und Sebastian Ruoff dem Verein erhalten. Heinzelmann wird nur noch als Trainer auf der Bank fungieren und nicht mehr als Spielertrainer.

Michael Schwenk (SV Huzenbach): Huzenbachs Trainer hat bis zuletzt darauf gehofft, dass die Saison noch fortgesetzt wird und dies sicherlich nicht nur aufgrund der guten Ausgangsposition seines Teams, das bis zum Abbruch der Saison alle Spiele gewonnen hatte. Mit einem Augenzwinkern betont Schwenk, dass sein Team nach der Quotientenregel Meister wäre. "Mit der Freigabe des Impfstoffs hatte ich schon die Hoffnung, dass wir die Saison zu Ende spielen können. Jetzt hoffen wir, dass die kommende Saison in normalen Bahnen ablaufen kann inklusive einer Vorbereitung und Testspielen. Das wäre uns allen zu wünschen."

Alexander Ellenberger (VfR Klosterreichenbach): "Nach den letzten Entwicklungen in Sachen Pandemie war die Entscheidung, die Saison abzubrechen, unausweichlich", sagt der Abteilungsleiter. Einen Ausblick auf die kommende Saison traut sich Ellenberger indes nicht zu. "Wir hoffen natürlich ein Stück weit auf Normalität." In der Trainerfrage sind die Chancen gut, dass Gottlieb Schäuffele die Mannschaft auch in der kommenden Saison trainieren wird.

Phönix Pfalzgrafenweiler: "Wir hatten lange Zeit noch die Hoffnung, dass die Runde zu Ende gespielt werden kann. Das hat sich jetzt leider zerschlagen. Jetzt hoffen wir auf den Sommer und dass dann sich die Situation normalisiert." Dem Phönix bleibt das Trainerduo Andreas Raisch und Johannes Waldmann für eine weitere Saison erhalten.

Ruben Horlacher (SG Hallwangen): Horlacher, im Vorstandsteam der SG und der erfahrenste Spieler bei den Aktiven, hat der Saisonabbruch so schon längere Zeit erwartet. "Wir haben es eh schon so erwartet und die Entscheidung ist völlig richtig. Ich bin froh, dass nicht wir darüber entscheiden mussten und uns der Verband diese Entscheidung abgenommen hat. Die Gesundheit jedes Einzelnen hat natürlich Vorrang." Für die kommende Saison ist Horlacher guter Dinge, dass diese durchgeführt werden kann – unter welchen Bedingungen auch immer. Die Mannschaft inklusive ihres Trainerteams Thomas Buhl und Raphael Klimesch halten dem Verein die Treue. Eine gute Nachricht in nicht einfachen Zeiten.

Dennis Hrastic (SV Glatten): Der Abteilungsleiter und Kapitän Hrastic zeigt sich nicht überrascht, dass der Verband sich für einen Saisonabbruch entschieden hat. "Wir müssen die Entscheidung seitens des WFV akzeptieren." In der Trainerfrage herrscht bei den Glattenern schon längere Zeit Klarheit. Oliver Dürr und Oleg Semenov stehen dem Gelb-Schwarzen als Trainer und Spielertrainer nicht mehr zur Verfügung. Felix Loch, ein Glattener, wird zukünftig zusammen mit Fabio Weimer das Training leiten und auch auf dem Platz für frischen Wind sorgen.

Michael Biancardi (SV Marschalkenzimmern): In den Worten von Marschalkenzimmerns Trainer Biancardi, der auch in der kommenden Saison die Mannschaft trainieren wird, ist schon eine große Portion Enttäuschung herauszuhören. "Wir haben damit gerechnet, dass die Saison am 9. Mai wieder aufgenommen werden kann und haben unsere Vorbereitung in zweier Teams Mitte März begonnen. Das lief richtig gut, meine Jungs waren richtig motiviert und wir waren auf einem richtig guten Weg." Biancardi befürchtet, dass nach fast einem Jahr Stillstand im Amateurfußball das Mannschaftsgefüge und die Kameradschaft Schaden nehmen wird.

Andreas Reich (SV Betzweiler-Wälde): Vorstand Reich sah für die Verbandsoberen in Sachen Saisonabbruch keine andere Wahl. "Die Vereine hätten drei bis vier Wochen Vorlaufzeit für ihre Vorbereitung benötigt und wir hätten zumindest die Vorrunde noch spielen müssen. Das war unter den gegebenen Bedingungen nicht möglich. Somit war der Abbruch der Saison unausweichlich." Marc Alle wird den Weilemern ein weiteres Jahr als Spielertrainer erhalten bleiben.

Karl-Heinz Stoll (Spfr Aach): Trainer Stoll sieht den Saisonabbruch und die unmittelbaren Folgen daraus für Verein und die Spieler mit Sorgen. "Ich finde es zum Kotzen, dass die Saison jetzt annulliert wurde und sehe die Folgen die daraus resultieren. Für die Vereine ist das eine Katastrophe und es geht mittlerweile gar nichts mehr. Ich bin auch nicht so optimistisch für die kommende Saison. Wir werden den Spielbetrieb nicht so einfach von Null auf 100 hochfahren können, und ich bin skeptisch, dass danach alles wieder so sein wird, wie wir es gewohnt waren. Die Leute orientieren sich neu."

SV Alpirsbach-Rötenbach: In der Trainerfrage wird Frank Baumann zukünftig die Klosterstädter zusammen mit Kai Walz trainieren. Thorsten Heinzelmann und Thomas Kalmbach, die zuvor gemeinsam mit Walz die Mannschaft in den letzten beiden Jahren trainiert haben, hören aus persönlichen Gründen auf.

Matthias Waidele (SC Kaltbrunn): Letztendlich, so Abteilungsleiter Waidele, war der Abbruch der Saison vorhersehbar und habe ihn nicht überrascht. Waidele hoffe nun, dass die kommende Saison wie geplant bei steigenden Impfzahlen durchgeführt werden könne. Erfreulich ist, dass Kaltbrunns Trainer Manfred Schoch auch in der kommenden Saison die Mannschaft trainieren wird.

Marc Züfle (Spvgg Grömbach): Für Abteilungsleiter und Spieler Züfle war der Saisonabbruch letztendlich konsequent, und es wäre fahrlässig gewesen, den Spielbetrieb fortzusetzen. "Wir sitzen alle in einem Boot und müssen jetzt darauf hoffen, dass bis im Sommer oder im Herbst die meisten von uns geimpft sind und wir dann eventuell wieder Fußball spielen können." Bis zu diesem Zeitpunkt muss nach einem neuen Trainer Ausschau gehalten werden. Pero Balukcis hat aus persönlichen Gründen sein Traineramt niedergelegt und geht zur SGM Göttelfingen/Baisingen. Züfle ist aber optimistisch, dass er in absehbarer Zeit einen neuen Trainer präsentieren kann.

Dominic Neubert (SpVgg Freudenstadt II): "Letztendlich war die Entscheidung seitens des Verbands alternativlos. Wir glauben, dass sich unsere Zweite bei einer Fortführung der Saison sportlich aus eigener Kraft gerettet hätte. Ich bin etwas skeptisch, dass im Juli die Pokalwettbewerbe startet können", sagt der Abteilungsleiter. In Sachen Trainerfrage übernimmt Eugen Remmel die Position von Dominic Graf. Remmel wird zusammen mit Aaron Ferrazzano die Mannschaft als Spielertrainer betreuen.

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