Der Jubel beim VfB Effringen war riesig nach der späten Krönung einer hervorragenden Saison. Foto: Albert M. Kraushaar

Der VfB Effringen kommt – der SV Glatten muss gehen. Nach 100 Minuten in der Relegation sorgte ein 2:1-Sieg des B1-Liga-Vizemeisters für neue Fakten in der A1.

Dank einer starken Einzelleistung von Marvin Kreudler zum 2:1 (79.) kommt es nun zu einer Fortsetzung der Derbys zwischen den beiden Wildberger Stadtclubs SV Schönbronn und VfB Effringen.

 

SV Glatten – VfB Effringen 1:2 (1:1). Die anfänglich in Mindersbach stark auftrumpfende Glattener hatten unter dem Strich einfach zu viele, vor allem hochkarätigen Chancen liegen lassen. „Ich hatte selbst zwei riesen Möglichkeiten, zwei, drei Male hat der Torhüter glänzend reagiert, aber ja, wir haben heute das Spiel ganz vorne verloren“, zeigte sich Felix Loch selbstkritisch.

„Dicke“ Chancen

Nach einer halben Stunde hätte es locker 3:0 für den SV Glatten stehen können. Felix Loch (2.) und Hannes Brenner (8.) hatten gleich zwei richtig „dicke“ Chancen, dann lochte Dennis Hrastic einen überlegten Querpass routiniert ein (9.).

War’s Abseits?

Dass dem Treffer wohl eine klare Abseitsstellung vorausging, rüttelte nichts an dem besseren Umschaltspiel der Gelb-Schwarzen. Der VfB Effringen kam nicht in die Gänge, das ständige Nachlaufen war bei über 30 Grad Celsius nicht vergnügungssteuerpflichtig!

Verständlich, dass sich das Spiel zu 80 Prozent auf der Schattenseite der Mindersbacher Höhe abspielte, der rechts agierende Marvin Kreudler wurde von seinen Kollegen in den ersten 45 Minuten nahezu komplett übersehen.

Dass es dennoch zum 1:1-Ausgleich gereicht hatte, lag mit an der Trinkpause. Aus der zurück wirkte der SV Glatten kurz unsortiert, einen zurückspringenden Ball nahm Philipp Eckert gekonnt mit und vollendete flach zum 1:1 (25.).

Heiß diskutierte Situation

Dabei blieb es bis zur Pause, auch weil Schiedsrichter Justin Ekk eine heiß diskutierte Situation mit gelber Karte gegen VfB Torhüter Leon Kikaj und Elfmeterpfiff nach Rücksprache mit seinem Linienrichter (31.) wegen einer Abseitsstellung zurückgenommen hatte.

So gut war das Passspiel

Keine Frage, die Qualität des Passspiels ließ zu wünschen übrig, Fußball für Feinschmecker war im Duell des A1-Elften SV Glatten gegen den B1-Vize VfB Effringen auch nicht zu erwarten. Schon gar nicht bei diesen Temperaturen!

Über die gesamte Spielzeit brannte die Sonne gnadenlos über dem großzügig ausgebaute Sportheim des SV Pfrondorf/Mindersbach, der einmal mehr sein Organisationstalent für Großereignisse unter Beweis gestellt hatte.

Zur Ecke geboxt

Was auf dem Platz fehlte, war eine Anzeigetafel, aber die wäre bis zur 79. Minute in Sachen Tore ungenutzt geblieben. Das lag zum einen an Hannes Brenner (48.) sowie an Felix Loch (62.), dazwischen hatte Leon Kikaj bei einer Eins-gegen-Eins-Situation vor Loch die Nerven behalten (55.) und dann einen Schuss von Max Jäschke (63.) zur Ecke geboxt.

Der VfB Effringen spielte inzwischen zwar besser mit, die nächste Top-Chance hatte jedoch Glatten durch Hannes Brenner (66.). Nach der 2. Trinkpause wurde das Spiel hektischer, die gelben Karten häuften sich – in gleichem Umfang wie der A-Ligist abbaute, kam Effringen auf.

SV-Keeper Sebastian Schlaich konnte einen Eckert-Schuss (72.) noch über die Latte boxen, gegen den Treffer von Marvin Kreudler (79.) war er jedoch machtlos. Kreudler, der im zweiten Durchgang mehr Akzente setzen konnte, war mit Tempo eingelaufen und hatte aus knapp 16 Metern wuchtig abgezogen.

Gelb-Rote Karte

Kurz danach geriet Effringen durch eine Gelb-Rote Karte gegen Philip-Cody Gröscho in Unterzahl, was Glatten ermutigte, die Brechstange auszupacken.

Bis auf zwei, drei Halbchancen und einem 20-Meter-Kracher von Marco Schillinger kam wenig dabei heraus. „Wir waren zu ungeduldig“, analysierte Felix Loch die acht Minuten Nachspielzeit, die sich wegen Krämpfen und einer Gelb-Roten Karte gegen Philipp Eckert wegen Ball wegschlagens nochmals verlängerte.

Das sagen die Trainer

Daniel Kreudler, VfB Effringen: „Respekt, wie die Mannschaft das Spiel gedreht hat, der Sieg ist verdient! Eigentlich hätten die 76 Punkte aus der Saison schon für den Aufstieg reichen müssen!“

Felix Loch, SV Glatten: „Wir haben heute einfach das Tor nicht getroffen, vielleicht waren wir im Abschluss zu ungeduldig. Der Gegner hatte doch kaum Chancen, wir hätten ein 3:1 oder 4:1 machen können. Das braucht jetzt ein paar Wochen, bis wir das verdaut haben, aber dann heißt es Kopf hoch und weitermachen.

Die Tore

Tore: 1:0 (8.) Dennis Hrastic 1:1 (25.) Philipp Eckert, 1:2 (79.) Marvin Kreudler.

Schiedsrichter: Justin Ekk – Mika Mürle – Louis Vito Bologna.

Zuschauer: 500.