Da ist es passiert: TSG-Keeper Marcel Binanzer bringt Jihad Bouthakrit im Kampf um den Ball zu Fall. Foto: Eibner

Mit einer unglücklichen 0:1-Niederlage beim FSV Frankfurt sind die Fußballer der TSG Balingen in die neue Saison in der Regionalliga Südwest gestartet.

Abgezeichnet hatte es sich nun wirklich nicht, dass Balingen in seinem ersten Saisonspiel in Frankfurt noch mit einer 0:1-Niederlage vom Platz gehen müsste. 91 Minuten lang war es ein für die Zuschauer wenig ansehnliches Spiel gewesen, das mit einem torlosen Remis eigentlich auch ein gerechtes Ergebnis gefunden hätte.

Doch dann nahm das Unglück vor den 1126 Zuschauern am Bornheimer Hang seinen Lauf: Nach einem Freistoß der TSG klärten die Hessen den Ball in Richtung Mittellinie. Jonas Fritschi brachte nur eine Bogenlampe zu seinem Mitspieler Adrian Müller zustande. Dieser versuchte zu Torwart Marcel Binanzer zurück zu köpfen. Und hatte dabei das Pech, dass der erst zehn Minuten zuvor eingewechselte FSV-Stürmer Jihad Bouthakrit noch hellwach war, den Braten gerochen hatte und an das Spielgerät im Strafraum kam. Binanzer hingegen war zu ungestüm und räumte den Frankfurter Angreifer ab. Schiedsrichter Daniel Greef blieb nichts anderes übrig, als auf den Elfmeterpunkt zu zeigen. Leon Müller verwandelte (90+2.).

Während Adrian Müller zu der verhängnisvollen Situation, an der er beteiligt war nichts sagen wollte, schilderte Binanzer das Geschehen so: "Der Ball hüpft einmal auf, der Adi will ihn zu mir zurückköpfen, zu kurz und ich komme auch nicht mehr richtig aus dem Weg." Das sei "einfach blöd gelaufen." Er habe dann mehr in einer Art Reflex versucht, "zu retten, was nicht zu retten ist." Im Nachhinein hätte er wohl besser einfach wegbleiben sollen", glaubt der Keeper.

Mit einer weiteren Auswechslung und taktischem Geschick verstanden es die Gastgeber, die Zeit runterlaufen zu lassen, so dass in den verbleibenden drei Minuten, die Greef noch auf die eigentlich angezeigte Nachspielzeit von 120 Sekunden drauflegte, nichts mehr passierte. Klar, dass die Enttäuschung bei den TSG-Spielern nach Schlusspfiff groß war.

Die Partie selbst war wahrlich kein Leckerbissen gewesen. Es war gut zu sehen, dass der Spielaufbau nicht gerade zu den Stärken beider Mannschaften zählt. Und so legten beide Teams ihr Augenmerk zunächst einmal darauf, sicher zu stehen. Ein Schuss des Frankfurter Stürmers Jake Hirst aus der Drehung von der linken Strafraumseite, bei dem Binanzer nachgreifen musste, war die beste Gelegenheit im ersten Durchgang. Nach dem Wechsel hofften die Eyachstädter dann gleich zweimal auf einen Elfmeter: Beim Einsatz von Miguel Costa de Figueiredo, der mit hohem Bein gegen Leander Vochatzer im Strafraum zu Werke ging, entschied Greef aber nur auf "gefährliches Spiel" und damit einen indirekten Freistoß für die Balinger (49.). Zwei Minuten später kam Kaan Akkaya nach einer tollen Einzelaktion in der Box im Zweikampf mit einem Gegenspieler zu Fall – hier nahm Greef die Pfeife gar nicht erst in den Mund. Und das war offensiv nur ein kleines Strohfeuer. Auf der Gegenseite musste die TSG froh sein, dass Cas Peters für die Hessen nur ein harmloses Schüsschen zustande brachte (57.). Mit guten Offensivaktionen war es das für lange Zeit gewesen. Ein Freistoß von Ramser, den Hirst vor der Linie wegköpfte (70.), ebenso ein Nachschuss von Sascha Eisele nach einem geklärten Freistoß (86.) sorgten noch mal für Gefahr im Strafraum der Gastgeber. Umso überraschender dann die Situation, die zum Elfmeter führte.