Routinier Ivo Colic geht stets voran – und will mit der TSG auch in Homburg bestehen. Foto: Eibner/Ulmer

Beim FC 08 Homburg startet die TSG Balingen in die Restrückrunde der Fußball-Regionalliga Südwest. Eine große Hypothek

Mit dem Auswärtsspiel beim FC 08 Homburg steigt TSG Balingen diesen Samstag (14 Uhr) in die Restrückrunde der Fußball-Regionalliga ein.

 

Die Schwaben, die als Tabellen-16. auf einem Abstiegsplatz rangieren, stehen bereits mit mehr als nur einem Bein in der Oberliga. Im Grunde können Trainer Murat Isik und seine Schützlinge nur noch gewinnen – und entsprechend befreit aufspielen.

Denn soll der direkte Wiederaufstieg am Saisonende nicht im direkten Wiederabstieg münden, bräuchten die Balinger neben Siegen vor allem eines: Nachbarschaftshilfe.

Schützenhilfe gesucht

So müssten in der 3. Liga die beiden abstiegsbedrohten Südwest-Clubs Saarbrücken (Fünftletzter bei vier Absteigern) und Ulm (Drittletzter mit fünf Punkten Rückstand) die Klasse halten. Dann nämlich hätte die Regionalliga Südwest tatsächlich die vorgesehenen drei Absteiger. Und mit dem Tabellenviertletzten FC Bayern Alzenau sind die Württemberger derzeit schon punktgleich.

Sollte es Ulm und/oder Saarbrücken jedoch nicht packen, hätte die Südweststaffel einen Absteiger mehr – und die TSG müsste am Saisonende auf Rang 14 einlaufen, um in Liga vier zu bleiben. Und auf diesen, den fünftletzten Regionalliga-Platz, den momentan der SC Freiburg 2 belegt, fehlen der Isik-Elf schon satte zehn Punkte. Eine vermutlich zu große Hypothek für die letzten 14 Spiele.

Keine Rechenspiele

Isik, der den Verein am Saisonende verlassen wird, will von derlei Rechenspielchen nichts wissen: „Der Klassenerhalt wird eine schwere Aufgabe, aber sie ist nicht unmöglich.“ Ganz sicher werde er sich daher nicht einreden lassen, schon vorzeitig gescheitert zu sein. „Solange der Ligaerhalt möglich ist, glauben wir auch daran und erledigen gewissenhaft unseren Job“, so der 50-Jährige. „Wir fokussieren uns auf unsere Chancen und lassen uns nicht von möglichen Problemen lähmen.“

Positive Vorbereitung

Eben daran, Chancen besser zu nutzen und vor allem die des Gegners zu vereiteln, haben die Balinger in der Wintervorbereitung gearbeitet und dabei in Summe weder geglänzt noch versagt. Isik selbst zieht einen Vergleich zur Sommervorbereitung und der fällt positiv aus. „Wir waren viel stabiler“, sagt er und verrät, dass das Trainerteam den Schwerpunkt auf das Abwehrverhalten gelegt habe. Mit 49 Gegentoren stellt Balingen die schwächste Defensive der Südweststaffel. Durch den Ausfall von Sascha Eisele (Saisonende nach Kreuzband-OP) und das vorübergehende Fehlen von Kapitän Matthias Schmitz (Entzündung im Fuß, Rückkehr offen) ist die Abwehr zusätzlich geschwächt.

350 Spiele Erfahrung fallen weg

Mit den TSG-Urgesteinen fehlen den Schwaben nicht nur zwei Abwehr-Recken, sondern auch rund 350 Spiele Regionalliga-Erfahrung – in einem jungen Team, das in der vierten Liga so unbedarft ist wie keine andere Truppe im Südwesten.

„Nun müssen und werden andere in die Bresche springen“, weiß Isik, der darin für seine Jungs auch eine Chance sieht. „Wir spielen um Punkte und den Klassenerhalt, klar. Aber wir haben auch die Aufgabe, unsere Spieler Woche für Woche ein bisschen besser zu machen.“ Was ihn optimistisch stimmt, das sei die Moral der Mannschaft. „Sie geben Gas, sie haben Spaß, jeder will dazu lernen“, beschreibt Isik.

Leicht war’s nicht

Nicht selbstverständlich, denn eine leichte Vorbereitung hatten die Württemberger nicht. Weil die Balinger Trainingsplätze aufgrund von Sanierungsarbeiten und des Winterwetters nicht bespielbar waren, mussten die TSG-Kicker nach Pfrondorf und Derendingen ausweichen. Einigen Spielern wie Ivo Colic, der in Konstanz wohnt, verlangte das einen immensen Aufwand ab – nur um zum Training oder den Tests zu kommen. „Dennoch hat keiner gemeckert, keiner gemurrt“, berichtet der TSG-Coach. „Das sagt alles über die Moral der Mannschaft.“

„Nicht chancenlos“

Nun geht’s für die TSG also nach Homburg und damit zum Tabellensechsten, der trotz neun Zählern Rückstand auf Spitzenreiter Freiberg die Aufstiegshoffnungen noch nicht aufgegeben hat. „Das ist natürlich eine starke Mannschaft“, betont Isik. „Aber wir waren bisher nie wirklich chancenlos gegen unsere Gegner. Und wir werden auch weiterhin unsere Chancen und Momente bekommen, auch in Homburg.“