Trotz der frühen Führung durch Amnay Moutassime musste die TSG Balingen in der Fußball-Regionalliga am Ende eine bittere 2:3-Niederlage gegen den SC Freiburg II hinnehmen. Foto: IMAGO/Eibner

Nach der Niederlage gegen den direkten Konkurrenten SC Freiburg II stehen die Regionalliga-Fußballer der TSG Balingen mit mehr als nur einem Bein in der Oberliga.

War’s das mit dem Klassenerhalt? Gegen die U23 des SC Freiburg haben die Fußballer der TSG Balingen am Karsamstag zu Hause mit 2:3 verloren.

 

Rechnerisch können die Schwaben den Regionalliga-Verbleib zwar noch erreichen, faktisch aber hat sich die Lage im Tabellenkeller für die TSG nun dramatisch zugespitzt. Dies, weil das Freiburger Perspektivteam vor dem Spiel auf jenem 14. Tabellenplatz lag, den die Balinger für ein weiteres Viertliga-Jahr bräuchten.

Durch den Auswärts-Dreier sind die Breisgauer der weiter auf Platz 16 liegenden TSG nicht nur vorentscheidend enteilt, sondern haben sich auch selbst auf Rang 13 verbessert. Und der müsste dem SC Freiburg zum Klassenerhalt eigentlich reichen.

Satte zwölf Punkte fehlen auf Platz 14

Sieben Spieltage vor dem Saisonende fehlen derweil der Mannschaft von Balingens Trainer Murat Isik nunmehr satte zwölf Punkte auf den neuen Tabellen-14., auf Kickers Offenbach (0:1-Niederlage in Fulda), zu denen es für die Württemberger am kommenden Samstag geht. Eine weitere Niederlage – und der Balinger Abstieg dürfte besiegelt sein.

Im Grunde ein ordentliches Spiel gemacht

Trotz der mutmaßlich folgenreichen Niederlage betonte Isik nach dem Spielende das Positive. Seine Elf sei dem Sport-Club mit „guter Energie und guter Haltung“ begegnet und habe im Grunde ein „ordentliches Spiel“ gemacht. Man konnte dem Balinger Trainer wahrlich nicht widersprechen.

Die Gastgeber versuchten viel und zeigten sich insbesondere im Angriff vielbeinig und kreativ. Das fand auch Bernhard Weis. „Die Balinger spielen schon einen richtig guten Ball“, sagte Freiburgs U-Coach. „Wir mussten gegen Ende richtig leiden.“ Bei allem Lob für den Verlierer: Zur Wahrheit gehört auch, dass man sich am Samstag nicht vollends dem Eindruck erwehren konnte, dass der jungen Balinger Mannschaft Truppe die Bedeutung dieses „Sechs-Punkte-Spiels“ nicht immer ganz klar gewesen sein könnte.

Nicht immer konsequent an ihren Gegenspielern

In den entscheidenden Szenen nämlich standen die Gastgeber nicht immer konsequent an ihren Gegenspielern, gerade in der Schlussphase hätte man sich hier und da mehr von jenem Feuer gewünscht, das ein drohender Abstiegskandidat in einer so wichtigen Partie schlichtweg auf den Platz bringen muss – und das die Isik-Elf gerade zu Beginn auch tatsächlich auszustrahlen fähig war.

Idealer Beginn

Begonnen hatte das Heimspiel für die TSG, die im nächsten Spieljahr von Michael Schilling trainiert werden wird, nämlich nahezu ideal: Halim Eroglu tauchte nach cleverem Doppelpass im Freiburger Strafraum in bester Abschlussposition auf – und hatte das Auge für den durchgestarteten Amnay Moutassime. Eroglu steckte durch, Moutassime schoss den Ball in der 8. Minute zum 1:0 ein. Doch die kalte Dusche folgte auf dem Fuße: Über die linke Außenbahn machten die Gäste das Spiel schnell und am langen Pfosten stand Krish Raweri völlig blank und netzte zum 1:1 ein (10.), keine zwei Minuten nach der Balinger Führung.

Spiel mit vielen Offensivaktionen

Es blieb ein ansehnlich Spiel mit vielen Offensivaktionen und defensiven Löchern auf beiden Seiten. Eines davon nutzten die Freiburger in der 15. Minute zum 1:2: Eine Flanke segelte auf den Kopf von Karl Steinmann und der legte tadellos ab auf Raweri, der sich im Strafraum nicht zwei Mal bitten ließ. Die Freiburger Führung, das Ergebnis eines satten Volley-Pfundes.

Vor der Pause hatte Balingen unter anderem durch Ivo Colic, der aus 16 Metern zum Abschluss kam (27.), und Simun Birkic, der zum Seitfallzieher ansetzte (29.), gute Möglichkeiten auf den Ausgleich. Aber auch die Gäste hätten das dritte Tor machen können.

Ein Dejavu zur ersten Hälfte

Nach dem Seitenwechsel dann – ein Dejavu zur ersten Hälfte: Die TSG startete wie die Feuerwehr, Pedro Morais’ Querpass fand am langen Pfosten Marko Pilic, der zum 2:2 einschob. In der 49. Minute war die Partie wieder offen. Doch nur bis zur 79. Minute. Da brachten die Balinger Freiburgs Mateo Zelic im Strafraum ebenso unglücklich wie ungeschickt zu Fall – Elfmeter: Mathias Fetsch scheiterte zunächst an TSG-Keeper Elvin Kovac, doch die Freiburger reagierten gedankenschnell und Erik Wiklöf hämmerte den Nachschuss ins Netz (80.). Und damit direkt ins Balinger Herz.

TSG Balingen – SC Freiburg II 2:3 (1:2)

TSG Balingen: Kovac - Jäger, Latifovic, Hannak (90.+2 Brändle), Katsianas-Sanchez (90.+2 Maier), Girmann (46. Almeida Morais), Moutassime, Birkic (84. Klostermann), Colic, Eroglu, Pilic (80. Battista).

Tore: 1:0 Moutassime (8.), 1:1, 1:2 Raweri (10., 15.), 2:2 Pilic (49.), 2:3 Wiklöf (80.).

Besonderes Vorkommnis: Kovac (TSG) hält Foulelfmeter von Fetsch (80.).

Schiedsrichter: Marcel Rühl (Wettenberg)

Zuschauer: 558.