In dieser Szene hält TSG-Keeper Elvin Kovac zwar den Elfmeter, aber der Nachschuss von Erik Oscar Wiklöf führt zum Tor. Foto: Eibner-Pressefoto/Andreas Ulmer

Nach dem 2:3 gegen den SC Freiburg II ist die TSG so gut wie abgestiegen. Zugutehalten muss man den Regionalliga-Fußballern, dass sie sich auch weiterhin nicht aufgeben.

Das könnte, das dürfte, das müsste es gewesen sein mit dem Regionalliga-Klassenerhalt: Gegen den direkten Konkurrenten um den am Ende entscheidenden 14. Tabellenplatz der Südweststaffel hätte die TSG Balingen am Karsamstag unbedingt gewinnen müssen. Stattdessen unterlagen die von Murat Isik trainierten Amateurfußballer dem Freiburger Perspektivteam mit 2:3, das sich damit selbst auf Rang 13 verbesserte und so den Klassenerhalt wohl eingetütet hat.

 

Satte zwölf Punkte Rückstand auf das rettende Ufer

Sieben Spieltage vor dem Schluss beträgt der Rückstand der Balinger auf das rettende Ufer nun satte zwölf Punkte. Heißt auch: Rechnerisch kann die Isik-Elf, die Tabellen-16. ist, die vierte Liga zwar noch halten. Gleichwohl ist dieses Szenario mittlerweile äußerst unrealistisch. Das zeigt auch der Blick in die Statistik: In den bisherigen 27 Spielen fuhr die TSG genau 20 Punkte ein, das entspricht einem Durchschnitt von rund 0,75 Zählern pro Spiel. Um nun allein jene zwölf Punkte einzufahren, die es derzeit auf den kommenden Gegner Kickers Offenbach und eben Platz 14 braucht, müssten die Württemberger, die zudem das schlechteste Torverhältnis der Südweststaffel aufweisen, in den letzten sieben Partien einen Schnitt von 1,75 Punkte erreichen. Und dann dürfte die Offenbacher im weiteren Verlauf selbst keinen einzigen Punkt mehr holen – eben auch nicht am Samstag (14 Uhr), wenn die TSG auf dem Bieberer Berg des OFC zu Gast ist. Zum Vergleich: Ein solcher Leistungsschub entspräche in etwa dem Punkteschnitt des U-Teams vom 1. FSV Mainz 05, dem Tabellendritten (1,7).

Guter Auftritt wird wieder einmal nicht belohnt

Auch Murat Isik scheute am Samstag den Blick auf die Zahlen und lobte stattdessen seine Mannschaft für einen in Summe guten Auftritt. Das war er tatsächlich. Insbesondere in den Anfangsphasen der beiden Halbzeiten hatten die Württemberger abermals gezeigt, was sie drauf haben, hatten früh das 1:0 (Amnay Moutassime) vorlegt und nach der Pause dann zum 2:2 (Marko Pilic) ausgeglichen. Die Hoffnung war spürbar in der Bizerba-Arena, wären da, ja wären den Balingern da nicht erneut jene vermeidbaren Aktionen unterlaufen, die fast schon ein Symptom darstellen. Gut zehn Minuten vor Schluss brachten die Balinger im eigenen Strafraum einen Freiburger zu Fall. Dass TSG-Keeper Elvin Kovac den fälligen Strafstoß von Mathias Fetsch zunächst parierte, aber die Balinger beim Nachschuss von Oscar Wiklöf pennten – das passte irgendwie ins Bild: viel versucht, diesmal auch offensiv teils richtig gut kombiniert und dennoch keine Punkte. Ein Spielverlauf, den man an der Eyach nur allzu gut kennt.

„Täglich grüßt das Murmeltier“

„Wir hatten schöne Stafetten, haben uns immer wieder gut durchkombiniert und hatten auch genug Strafraumszenen“, urteilte Murat Isik nach der 17. Niederlage im 27. Punktspiel. „Wir haben auch als Team intensiv gespielt und alles reingeworfen“, so der Trainer weiter. „Bei den Gegentoren aber haben wir uns verhalten wie eine Schülermannschaft – das hat uns heute gekillt“, meinte Isik. „Täglich grüßt das Murmeltier.“ Gleichwohl, und das ist eben auch Teil der Wahrheit, zeigte sich die TSG abermals verbessert. Seit der Winterpause spielen die Balinger solide mit, holten einen Sieg, ein Remis und verloren dreimal mit nur einem Tor Unterschied. Aber genau dieser Unterschied stellt sich nun als der entscheidende heraus.

SGV Freiberg kehrt an die Tabellenspitze zurück

Unterdessen holte sich die SGV Freiberg am Wochenende ihre Tabellenführung von der SG Sonnenhof Großaspach zurück. Die Aspacher hatten beim SV Sandhausen, wo zuvor der Trainer getauscht wurde (NLZ-Leiter Kevin Stotz übernahm interimsweise für Olaf Janßen), einen 3:1-Sieg vorgelegt, die Freiberger dann im Derby am Ostermontag gegen die Stuttgarter Kickers einen 2:1-Heimerfolg nachgelegt. Drei Punkte liegt der SGV vor der SG Sonnenhof. Beide werden am 22. April (30. Spieltag) in Aspach noch aufeinandertreffen.

Weitere Absteiger stehen fest

Neben Balingen müssen zudem der TSV Schott Mainz (19 Punkte; Vorletzter) und Schlusslicht Bahlinger SC (14) sicher mit der Oberliga Baden-Württemberg planen. Der BSC unterlag mit 1:2 gegen Hessen Kassel, Mainz kam zu Hause gegen den FC 08 Homburg sogar mit 0:7 unter die Räder.