Nichts zu holen gab es für Marko Pilic (am Ball) und die TSG Balingen im Gastspiel auf dem Bieberer Berg. Foto: Eibner-Pressefoto/Attila Ziga

Rechnerisch können die Fußballer der TSG Balingen die Regionalliga Südwest zwar noch halten. Realistisch ist dies aber nicht mehr.

Nüchtern betrachtet haben die Fußballer der TSG Balingen am Samstag ihre wohl letzte Chance im Abstiegskampf der Regionalliga Südwest verspielt. Am Bieberer Berg brachten die Schwaben abermals ihr spielerische Klasse auf den Rasen.

 

Doch trafen sie auf einen Gegner, der selbst ums Überleben kämpft(e) und gegen die TSG kaum eine Chance ausließ. Mit 0:5 unterlag die Mannschaft von Trainer Murat Isik beim Tabellen-14., Kickers Offenbach. Und damit ausgerechnet bei jenem Verein, den sie in den nun letzten sechs Spiele eigentlich überholen müsste.

Selbiges war den Balingern, weiterhin Tabellen-16., schon in der Vorwoche passiert – beim 2:3 gegen die U23 des SC Freiburg (13.), die gegen Eintracht Trier zu einem 4:1-Sieg kam.

Wild Card im Profifeld

Rechnerisch ist der Viertliga-Verbleib für den Aufsteiger zwar noch möglich, aber in allerhöchstem Maße unrealistisch. Zumal Freiburgs Perspektivteam und Offenbach am vorletzten Spieltag noch aufeinandertreffen. Wäre die TSG ein Tennisspieler, sie hätte sich als aufstrebender Jung-Amateur mit einer Wild Card in ein Profi-Turnier gekämpft. Ihr erfahrener Gegner wäre in der alles entscheidenden Begegnung meistens einen Tick nervenstärker und kaltschnäuziger gewesen.

In einzelnen Spielen aber hätten die Balinger diesen auch immer mal wieder in den Einstand und ab und zu sogar in den Tie-Break gezwungen. Doch den Ball dann, anders als auf dem Fußballfeld, zu oft ins Netz gehauen.

Kurz vor der Klippe

Über Monate und Wochen ging so ein Satz nach dem anderen verloren, zwar meistens knapp, aber danach fragt am Ende keiner mehr. Nun also stehen die Balinger im finalen Satz am Rande der Niederlage, die anderen Konkurrenten im Abstiegskampf haben mehrere Matchbälle. In ihren letzten Spielen müsste die TSG diese nicht nur allesamt abwehren, sondern anschließend auch noch die verlorenen Sätze aufholen, ohne ein Spiel abzugeben.

15 Punkte fehlen

Und danach sieht es nach der Niederlage beim OFC nun wahrlich nicht mehr aus. 15 Punkte fehlen den Württembergern nun auf Offenbach, 18 können die Balinger überhaupt nur noch holen.

Gut gespielt – nichts getroffen

„Wir hatten schon im ersten Durchgang sehr gute Möglichkeiten, aber haben es verpasst, die Tore zu machen“, sagte Murat Isik. „Und plötzlich steht’s 0:3 zur Pause – und das nach einer wirklich guten Leistung“, so der TSG-Coach. „Dass wir am Ende mit 0:5 verlieren, sagt alles über unsere Saison aus.“

Zu grün hinter den Ohren?

In Kürze: guter Kombinationsfußball, gefährliche Torraumszenen und Abschlüsse, aber keine Tore und stattdessen „falsche Entscheidungen“, die zu Gegentoren führten – so fasste Isik die Klatsche vor 4763 Zuschauern zusammen. „Unserem jungen Team fehlt einfach noch die Erfahrung.“

Auch Mark Zimmermann lobte die Balinger Amateure. Trotz des hohen Ergebnisses habe seine Mannschaft alles andere als geglänzt, erklärte der OFC-Interimstrainer. „Das Ding war auch zur Halbzeit noch nicht durch.“

Kader nimmt Gestalt an

Gleichwohl dürfte Offenbach nun den Klassenerhalt eingetütet haben – und die TSG, die feilt weiterhin an der Kaderplanung für die kommende Saison. Wie die Reutlinger Presse berichtet, könnte Balingen den Deutsch-Schweizer Henoch Grauer verpflichtet haben. Der 20-jährige Angreifer trägt aktuell das Trikot der TSG Tübingen und durchlief zuvor die Jugend des SSV Reutlingen. Die Balinger Funktionäre kommentierten das Gerücht derweil nicht, wie Personalfragen allgemein.