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Fußball Rassismus-Debatte um Bezirksliga-Spiel

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Keine Sanktionen gab es für den Spieler des SV Mitteltal-Obertal: Der Schiedsrichter hatte die beleidigenden Worte nicht gehört. (Symbolfoto) Foto: daykung/ Shutterstock

Eine rassistische Beleidigung bei einem Bezirksliga-Spiel hat bei den beteiligten Vereinen für Aufruhr gesorgt. Was ist passiert, wie weit darf Fußball-Emotion gehen und wie reagiert der Betroffene? Wir haben mit den Beteiligten beim VfR Sulz und dem SV Mitteltal-Obertal gesprochen.

Rein sportlich hat der VfR Sulz beim SV Mitteltal-Obertal vergangenes Wochenende mit 2:0 gewonnen. Doch unabhängig davon ist bei dieser Partie etwas hängengeblieben: Auf dem Sportplatz in Mitteltal war die Stimmung wohl etwas aufgeheizt. Laut Abteilungsleiter Friedrich Günter hätten einige Zuschauer - wohl Spieler der zweiten Mannschaft des VfR Sulz - immer wieder reingerufen, wodurch sich einige Spieler der Gastgeber provoziert fühlten. Als ein Freistoß in Strafraumnähe gepfiffen wurde, entgleiste die Situation: Ein Spieler des SV Mitteltal-Obertal stand am Mittelkreis und ließ angeblich folgenden Satz los: "Der Neger da draußen soll ruhig sein!"

Spielertrainer meldet Beleidigung sofort dem Schiedsrichter

Der Sulzer Spielertrainer Philipp Rumpel meldete dies sofort dem Schiedsrichter. Der Unparteiische hatte die Worte jedoch nicht mit eigenen Ohren gehört, weshalb es auch keine Sanktionen gab.

Bei dem Beleidigten handelt es sich um einen gut integrierten Flüchtling, der seit fünf Jahren für die zweite Mannschaft des VfR Sulz spielt und auch in Sulz arbeitet. "Er war als Zuschauer dabei und stand da einfach nur", erzählt Felix Haible, der stellvertretende sportliche Leiter in Sulz, seine Sicht. "Ich schätze mal, der Mitteltäler Spieler hat den gesehen, dann kam aus der Richtung 'ne Provokation - und da hat er es letztendlich gesagt." Haible stand  ganz in der Nähe des Betroffenen. 

"So was habe ich noch nie erlebt!"

Der Sulzer Spielertrainer Philipp Rumpel hingegen sagt: "Das ist ja wohl der absolute Koffer. Rassistische Beleidigungen haben auf dem Sportplatz und auch im normalen Leben nichts verloren. So was habe ich noch nie erlebt!" Rumpel hält das auch für keine Lappalie: "Derjenige, der beleidigt wurde, ist der Ruhigste überhaupt. Da dachte ich mir, jetzt hört's auf!", so Rumpel. Und er ergänzt: "Ich weiß nicht, was den Spieler dazu gebracht hat, so etwas zu sagen." Der Gedanke, geschlossen den Platz zu verlassen, sei Spielertrainer Rumpel und seinen Mitspielern allerdings nicht gekommen. Es sei ja kein Spieler beleidigt worden, sondern ein Zuschauer.

Aber was sagt das Opfer am Spielfeldrand zu der Beleidigung? "Er war schockiert, das hat ihn schon mitgenommen", berichtet Felix Haible. "Es hat ihn sehr traurig gemacht." Nach dem Vorfall sei eine gewisse Empörung rund um den Sportplatz zu spüren gewesen, die aber nach kurzer Zeit und durch einen Ordner der Gastgeber beruhigt werden konnte.

Nach dem Spiel kam der Trainer des SV Mitteltal-Obertal, Sven Schröder, zu Philipp Rumpel und fragte bei ihm nach, was passiert sei, denn offenbar hatte Schröder auch nichts mitbekommen. "Ich habe ihm erzählt, was vorgefallen ist, daraufhin hat er sich bei mir entschuldigt", erzählt Rumpel von der versöhnlichen Geste des Mitteltäler Übungsleiters. 

Verein will nicht mit Rassismus in Verbindung gebracht werden

Beide Vereine haben nun eine Stellungnahme an den Württembergischen Fußballverband geschickt, in der sie ihre Sicht der Dinge schildern. Mitteltals Abteilungsleiter Friedrich Günter berichtet, dass man außerdem mit den Sulzern telefoniert habe, um den Vorfall aufzuklären. Der Verein will natürlich in keinster Weise mit Rassismus in Verbindung gebracht werden. Ganz im Gegenteil habe man sich in einer Sitzung vor dem Spiel über die eigenen Werte verständigt, so Günter. In einem Vortrag sei unter anderem ganz klar fixiert worden, dass der SV Mitteltal-Obertal in keinster Weise rassistische oder fremdenfeindliche Themen dulde - in der Vergangenheit nicht und auch nicht in Zukunft.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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