08-Chefcoach zieht Zwischenbilanz.Zweitbeste Defensive der Oberliga.Personelle Veränderungen möglich

Der FC 08 Villingen überwintert in der Oberliga auf dem zehnten Tabellenplatz nach den ersten zwölf Saisonspielen. Chefcoach und Sportdirektor Marcel Yahyaijan zieht ein Zwischenfazit. Er erzählt auch, dass er bereits in den zurückliegenden spielfreien Wochen einiges an Arbeit hinter sich gebracht hat. Möglicherweise wird der Kader vor der Fortsetzung der Saison personell noch leicht verändert. Wir sprachen mit dem 28-Jährigen.

Herr Yahyaijan, wie glauben Sie denn persönlich, wird die Oberliga-Saison im neuen Jahr weitergehen?

Wenn wir Ende Januar nicht weiterspielen können, dann wird man definitiv den Modus für diese Saison verändern müssen. Bei 21 Mannschaften und angesichts der bereits ausgefallenen Spiele wäre eine normale Runde nicht mehr machbar.

Also vielleicht dann doch eine Premiere mit Meisterschafts- und Abstiegsrunde?

Ich bin sicher, wenn es so ein Weg geben sollte, dann wird man sicherlich nicht für alle Klubs eine hundertprozentig faire Lösung finden. Aber natürlich hätte so ein Modus auch einmal einen neuen Reiz und wäre für die Zuschauer, falls im Frühjahr wieder welche zugelassen werden, bestimmt sehr attraktiv.

Was macht ein Trainer in dieser spielfreien Zeit?

(lacht) Also entspannt auf dem Sofa sitzen, war sicherlich nicht. Als Trainer habe ich noch einmal intensiv unsere zwölf Spiele analysiert, mir sehr viele Notizen dazu gemacht, und ich habe an unseren kommenden Trainingsplanungen gearbeitet. Als Sportdirektor habe ich bereits mit unseren Spielern hinsichtlich der kommenden Saison Gespräche geführt, die ich nun auch umfangreich fortsetzen werde.

Sie sprechen von der kommenden Saison 2021/2022, aber könnte sich der Kader auch schon in der Winterpause noch leicht verändern?

Das möchte ich nicht ausschließen. Aber wir bleiben bei unserem Prinzip: Wenn wir jemand holen, dann muss es hundertprozentig sportlich als auch charakterlich passen.

Und im nächsten Sommer noch einmal ein größerer Umbruch?

Umbruch vielleicht nicht, aber wir wollen uns punktuell natürlich weiter verstärken.

Kommen wir wieder auf die ersten zwölf Spiele zurück. Was war positiv?

Positiv war, dass wir eine charakterlich tolle Mannschaft haben, mit der wir Trainer mit viel Freude zusammenarbeiten. Die Rahmenbedingungen waren diese Saison von Anfang an – für alle ja – sehr schwer, aber wir haben es trotzdem geschafft, in allen zwölf absolvierten Spielen ebenbürtig zu sein. Dazu haben wir gezeigt, dass wir auch gegen Top-Teams wie die Stuttgarter Kickers und Freiberg aufgrund einer herausragenden Teamleistung mithalten konnten. Hervorzuheben ist aus meiner Sicht unsere Defensiv-Bilanz. Mit nur neun Gegentreffern haben wir den zweitbesten Wert der Liga, was zeigt, dass unser gesamtes Team bisher sehr gut gegen den Ball gearbeitet hat.

Und was ist verbesserungswürdig?

Natürlich: Mit nur zehn erzielten Toren stehen wir bei diesem Wert am Ende der Tabelle. Dies hat mehrere Gründe, und das Problem liegt sicherlich nicht nur an unseren Stürmern. Auch unsere Mittelfeldspieler und Verteidiger müssen zukünftig einen stärkeren Willen entwickeln, einfach mehr Tore schießen zu wollen.

Wo würden Sie gerne Ihre Mannschaft nach dieser "Aufbausaison" in der Tabelle sehen?

Wenn wir am Ende dieser Saison zwischen Platz fünf und acht stehen, wäre es absolut in Ordnung. Bei bis zu sieben möglichen Absteigern ist es klar, dass wir uns so schnell wie möglich in der Tabelle nach unten absichern müssen.

Was macht diese Oberliga so attraktiv?

Sie ist extrem ausgeglichen. Es gibt kein einziges sogenanntes leichteres Spiel. Und die individuelle Klasse kann immer Spiele entscheiden. Bestes Beispiel hierfür war unser Spiel gegen die SGV Freiberg (1:2, Anm.d.Red.).

Sie haben für das neue Jahr drei Wünsche frei ...

Ich wünsche mir viel Gesundheit für alle Menschen und dass bald wieder Normalität eintritt, damit wir dann auch endlich wieder Fußball spielen dürfen.  Die Fragen stellte Michael Bundesmann.

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