Die Amateurfußballer*innen des Jahres 2022 heißen Petra Linder vom TSV Frommern und Simon Seyfarth vom VfB Grün-Weiß Erfurt. Sie haben sich in der bundesweiten Wahl von Fussball.de, dem Amateurfußballportal des DFB und der 21 Landesverbände, durchgesetzt.
Beworben hatten sich in der siebten Auflage der Aktion 131 Amateurfußballer*innen. Zehn schafften es in die Endauswahl. Für diese gingen in der 14-tägigen Votingphase insgesamt 10 673 Stimmen ein. Zusätzlich zur Abstimmung der User hatte eine DFB-Jury ihr Urteil abgegeben. Diesem Gremium gehörten DFB-Präsident Bernd Neuendorf, Ronny Zimmermann (1. DFB-Vizepräsident Amateurfußball), Manuel Neuer (Kapitän der Männer-Nationalmannschaft), Alexandra Popp (Kapitänin der Frauen-Nationalmannschaft), Celia Sasic und Philipp Lahm (Botschafterin und Direktor der Euro 2024), Bibiana Steinhaus-Webb (ehemalige FIFA-Schiedsrichterin) und die beiden Amateure des Jahres 2019, Theresa Altendeitering (SV Union Lohne, Niedersachsen) und Yannick Hannes (TSV Natternberg, Bayern), an.
"Nach zwei Jahren Corona-Pause konnten die Amateure des Jahres endlich wieder an den Start gehen. Der Blick auf die Vorstellungsvideos der Kandidatinnen und Kandidaten zeigt, wie sehr diese Aktion gefehlt hat. Jedes einzelne Engagement führt uns vor Augen, mit welch bewundernswerter Leidenschaft sich Millionen Menschen in ganz Deutschland im Fußball einbringen. Fernab der großen Bühne geben sie allen Fußballbegeisterten eine sportliche Heimat und leisten einen nachhaltigen Beitrag für unser gesellschaftliches Miteinander. Herzlichen Dank für diesen Einsatz", sagt DFB-Vizepräsident Zimmermann und fügt an: "Petra Linder und Simon Seyfarth möchte ich zum Sieg bei den Amateuren des Jahres 2022 beglückwünschen. Ihr seid einzigartig und für den deutschen Fußball unverzichtbar."
Petra Linder setzte sich in der Abstimmung gegen Sandra Pfannenstein FC OVI-Teunz), Antonia Müller (SC Condor Hamburg), Finja Boching (FC Neukirchen-Vluyn) und Jessy Atila (Herforder SV) durch. Nicht nur für die Online-Wähler, sondern auch die Jury war es überzeugend, wie die 47-Jährige, die seit über 20 Jahren beim TSV Frommern als Spielerin und in verschiedenen anderen Funktionen wirkt, nicht nur als Trainerin der U23 mit der Mannschaft den Aufstieg in die Regionenliga und den Pokalsieg schaffte, sondern auch noch im Landesligateam des TSV als Trainerin aushalf und im entscheidenden Aufstiegsspiel zur Verbandsliga selbst noch einmal in der Verlängerung als Spielerin auflief. "Ich hatte nicht einmal Kickschuhe dabei und musste mir welche leihen", sagt Linder und lacht. Mit Erfolg: Die Frommerner Frauen schafften die Rückkehr in die Verbandsliga und werden dort von Petra Linder als Trainerin betreut.
"Das ist die Krönung eines unglaublichen Jahres. Ich kann es noch gar nicht glauben. Das macht mich unglaublich stolz, dass meine Mädels für die Nominierung gesorgt haben, und dass es geklappt hat", sagt die 47-Jährige, die bereits am Montagabend von einem DFB-Mitarbeiter über ihren Sieg informiert worden war, "damit ich am Dienstag nicht aus allen Wolken falle. Denn die Konkurrenz war sehr stark. Aber anhand der Klicks, die mein Video angesehen haben und der Likes durfte ich mir schon Hoffnungen machen."
Petra Linder und der männliche Sieger Simon Seyfarth erhalten Trikotsätze für ihre Vereine und werden bei einem DFB-Länderspiel im nächsten Jahr von DFB-Präsident Bernd Neuendorf in der Halbzeitpause offiziell mit einem Pokal geehrt. "Wir können uns aussuchen, ob wir zu einem Männer- oder Frauen-Länderspiel wollen, die Termine für Spiele im nächsten Jahr sind allerdings noch nicht fixiert", sagt Linder. "Zudem werden wohl nicht weitere Auftritte auf uns warten. Gut möglich, dass wir bei der Auslosung des DFB-Pokals mitwirken. Mein Wunsch wäre, einmal im Aktuellen Sportstudio am Samstagabend im ZDF am Torwandschießen teilzunehmen. Da träume ich schon davon, seit ich ein Kind bin."