Der VfL Nagold (in Dunkelblau) gewann mit 4:2 in Wittendorf. Foto: Kraushaar

In der Schlussminute hat der SV Wittendorf gegen die Chance zum Ausgleich – doch der VfL Nagold hat das Glück auf seiner Seite. Den darauffolgenden Konter schließt Berk Özhan zum 4:2-Sieg ab.

SV Wittendorf – VfL Nagold 2:4 (1:0). 4:2 gewonnen – das hört sich für den VfL Nagold gut an, war aber denkbar knapp. „Das war wieder einmal der Unterschied, wenn Du oben oder unten in der Tabelle stehst. Die treffen bei der Chance zum 3:3 die Latte, wir machen im Gegenzug das 4:2“, erklärte Marco Quiskamp.

 

Der sportliche Leiter des VfL Nagold musste beim Auswärtsspiel in der Fußball-Landesliga gegen den SV Wittendorf zusammen mit Raphael Schaschko kurzfristig das Coaching übernehmen, nachdem mit Armin Redzepagic (Geschäftsreise) und Serach von Nordheim (krank) beide Trainer ausgefallen waren.

Ball und Raum beherrscht

„Wir wussten, was uns hier erwartet“, hatte sich Schaschko jegliche Experimente erspart. Fabian Mücke, Nick Schweizer, Frederic Fleischle und Perparim Halimi spielten hinten, Admir Osmicic vor der Abwehr, vorne sorgten Matthias Rauser, Jan Beifuß und Elias Bürkle für Gefahr. In der ersten Viertelstunde sah das richtig gut aus: Der VfL Nagold beherrschte Ball und Raum, schnürte die Gastgeber regelrecht ein. Die kamen ab der 20. Minute zu ersten, zaghaften Offensivansätzen, wurden dann mit ihren langen Bällen aus der Abwehr aber immer gefährlicher.

Mogler muss dreimal retten

Nach einer Großchance für Christos Thomaidis (29.), der in einer Eins-gegen-eins-Situation Verlierer gegen Lucas Finkbeiner war, musste VfL-Keeper Joel Mogler bis zu Pause dreimal gegen Dennis Tinnefeld, Kai Totzl und Lucas Haug retten. In der 44. Minute war er jedoch machtlos, als Haug einen schnellen Angriff mit tollem Diagonalball über drei Stationen per Kopf zum 1:0 verwertete. Verdient, denn das Kellerkind hatte die klareren Chancen, der VfL Nagold mehr Spielanteile und Ballbesitz.

Fabian Mücke trifft

In der zweiten Halbzeit begannen die Gäste erneut dominant. Burak Tastan gelang der Ausgleich (49.), dann kam der aufgerückte Innenverteidiger Fabian Mücke im dichten Schneetreiben frei im Zentrum zum 2:1 (58.) durch. Mücke-Tore sind beim VfL eine Rarität, die Wittendorfer Abseits-Reklamationen verhallten ungehört. Auch, weil die Gastgeber im Gegenzug einen Eckball erspielten und Lucas Haug die Hereingabe zum 2:2-Ausgleich verwertete.

Tor nach Einwechslung

Das Spiel wurde härter, die Gastgeber waren wieder dran. Der VfL Nagold hatte in der Folge wenig zu bestellen – bis Schaschko Laurenziu Biemel einwechselte. Sein erster Ballkontakt – ein scharfer Schuss aus acht Metern nach Einwurf auf Strafraumhöhe aus acht Metern – landete zum 3:2 für den VfL Nagold (75.) im Tor von Finkbeiner. Unhaltbar – aber kurz vor Schluss wurde es unfassbar. Handelfmeter für den SV Wittendorf nach Eckball, die Nagolder Proteste hielten sich in Grenzen, aber Haug donnerte das Leder an die Querlatte. Riesenglück für die Nagolder, denen kurz danach mit einem sehenswerten Konter über Fabian Mücke durch Berk Özhan das 4:2 (90.+2) gelang.