Der VfL Nagold musste sich Landesliga-Tabellenführer TSG Balingen II auf eigenem Platz deutlich geschlagen geben.
VfL Nagold – TSG Balingen II 0:3 (0:2). Wenn ein Trainer nach einem Spiel mit seiner Mannschaft „sehr“ zufrieden ist, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass bei seinem Kontrahenten das Gegenteil der Fall ist.
Vfl-Coach Marcel Schuon ließ sich seine Enttäuschung aber nur bedingt anmerken, ging dafür präzise auf die Fehler im Rückraum und bei Eckbällen ein. „Der schnelle Rückstand tat natürlich weh, nach dem 0:2 gingen die Köpfe nach unten, und dann kommst du mit viel gutem Willen und zwei Umstellungen aus der Kabine und kassierst gleich den nächsten Nackenschlag“, blickte der Ex-Profi auf die 90 Minuten.
Die Defizite beim VfL
Und in diesen 90 Minuten konnte kaum ein Nagolder Spieler eine Bewerbung für die kommende Saison abgeben. Gnadenlos zeigte der Tabellenführer die Defizite auf, selbst der letzte unter den VfL-Fans musste zur Kenntnis nehmen, dass es gegen den Tabellenführer nicht reicht.
Das sagt Marcel Schuon
„Das war kein Landesliganiveau“, stellte Marcel Schuon zum Auftritt seiner Elf fest. Ein Tor wurde wegen angeblicher Abseitsstellung zurückgenommen, drei, vier Großchancen ließ der Spitzenreiter liegen, zudem rettete VfL-Torhüter Laurent Bajraktari in einer Eins-gegen-Eins-Situation und in bester Handballer-Manier per Fußabwehr.
Der VfL Nagold war über Matthias Rauser gut ins Spiel gekommen, schaffte es zwei, drei Male in den TSG-Strafraum, kassierte jedoch gleich beim ersten Angriff über die linke Seite das 0:1. Dabei zerrten die Gäste mit ihrem Umschaltspiel und Tempo die VfL-Defizite gnadenlos ins Blickfeld.
„Doppeln“ klappt nicht
Nicht gut lief’s auch beim 0:2 (19.), als ein Nagolder Einwurf auf Balinger Starfraumhöhe nach hinten ausgeführt wurde und der Ball mit größer Mühe noch zur Ecke geklärt werden konnte. „Wir hatten besprochen vorne zu doppeln“, so Schuon, davon war im Spiel jedoch nichts zu sehen, und der aufgerückte Florian Barth konnte fast mühelos auf 2:0 für den VfL erhöhen.
Pausenstand schmeichelhaft
Nach 25 Minuten platzte Kürsat Bondur der Kragen. Der VfL-Co-Trainer wurde angesichts der Rückwärtsbewegung im Mittelfeld richtig laut und nach gut einer halben Stunde musste der VfL-Coach Jonny Rothfuß nach zwei strengen Ermahnungen in „Sicherheit“ bringen.
Für ihn kam Burak Tastan, und der gab kurz nach seiner Einwechslung den einzigen Torschuss (34.) im ersten Abschnitt ab. Bei der TSG II verpassten der agile Silas Bader (29.), Noah Neff (37.) und Colin Draskovic (41.) einen höheren Pausenstand.
Immerhin gelangen dem VfL jetzt zwei, drei ansehnliche Angriffszüge, die jedoch nicht bis zu Duha Dogan durchkamen. Auch, weil die beiden groß gewachsenen Innenverteidiger Daniel Knobloch und Bastian Maier zur Stelle waren.
In der Pause nahm Marcel Schuon zwei Wechsel (Marius Hogg für Frederic Fleischle und Tom Gutekunst für Nico Gaiser) vor. Die daraus resultierende Hoffnung machte der am rechten Pfosten ganz frei eingelaufene TSG-Torjäger Mirhan Inan nach einem Querpass durch die VfL-Abwehr zunichte. 0:3 nach 47 Minuten, der Rest war aus TSG II-Sicht „Schaulaufen“.
Immerhin kam der VfL durch Chris Wolfer (51.), einem Freistoß von Elias Bürkle (66.), Tom Gutekunst (halb im Fallen 73.) und Ruben Cinar (82.) zu vier Torschüssen.
Auf einen Blick
VfL Nagold: Laurent Bajraktari (Tor) Frederic Fleischle (46. Marius Hogg) – Marc Rück – Elias Bürkle – Perparim Halimi (75. Tarek Türk) - Ruben Cinar – Jonny Rothfuß (33. Burak Tastan) – Matthias Rauser – Nico Gaiser (46. Tom Gutekunst) – Chris Wolfer (75. Daniel Huss), Panagiotis Karygidis.
Marcel Schuon, VfL Nagold: „Der Sieg der TSG ist hochverdient, wir kamen überall zu spät. Unter dem Strich hat es komplett an allem gefehlt. Keine Frage, ein Spitzenspiel kann man verlieren, aber nicht in dieser Art. Wir müssen aufpassen, dass wir nicht ins Mittelmaß abrutschen.“
Philipp Wolf, TSG Balingen II: „Das war eine sehr souveräne Leistung von der ersten bis zur letzten Minute! Wir haben im letzten Drittel viele Chancen kreiert, obwohl wir nach dem 3:0 nur noch das Nötigste gemacht haben. Heute konnte man den Reifeprozess der Mannschaft erkennen.“
Tore: 0:1 (6) Noah Braun – 0:2 (19.) Florian Barth, 0:3 (47.) Mirhan Inan.
Schiedsrichter: Etienne Stollsteimer – Daniel Ledig – Daniel Weiss.
Zuschauer: 220.