Burak Tastan (links) sorgte für den zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich seiner Nagolder. Foto: Albert M. Kraushaar

Fußball-Landesligist VfL Nagold nimmt die hohe Auswärtshürde beim SV Nehren. Doch das Spiel war kein einfaches für den VfL.

SV Nehren – VfL Nagold 2:4 (1:1). Welch eine Konstellation vor dem Aufeinandertreffen des SV Nehren und dem VfL Nagold. Die Gastgeber traten nach einer 1:5-Niederlage bei der TSG Balingen II zu ihrem Heimspiel an, die Nagolder hatten sich mit einem 5:2 gegen den SC Tuttlingen den Frust aus der Niederlage gegen die SpVgg Freudenstadt von der Seele geschossen.

 

Logisch, dass die Fans mit einer gesteigerten Erwartungshaltung zum Spiel der beiden punktgleichen Kontrahenten angereist waren. Mit Spannung wurde darauf gewartet, was sich die Trainer-Prominenz auf Seiten der Gastgeber (Ex-Top-Torjäger Pedro Keppler) und bei den Gästen (Ex-Profi Marcel Schuon) ausgedacht hatten, und vor allem, was konnten ihre Akteure davon auf dem Sportplatz an der Steinlach umsetzen.

Schuon vertraut der Tullingen-Elf

Während Pedro Keppler mit Yannik Dorka (5 Tore) und Routinier Benjamin Schindler auf zwei Positionen umgestellt hatte, schickte Marcel Schuon die erfolgreiche Startelf aus dem Tuttlingen-Spiel auf das Feld. Diese geriet – wieder einmal – früh durch das 6. Saisontor von Dorka (7.) in Rückstand, aber Burak Tastan konnte nach einer halben Stunde per Direktabnahme aus elf Metern ausgleichen (33.).

Im zweiten Durchgang sorgte ein Elfmeterpfiff (47.), verursacht von Elias Bürkle dafür, dass der Adrenalinspiegel gleich wieder richtig hoch ging. Nicht jedoch bei Philipp Frank, der sich gegen Laurent Bajraktari im VfL-Tor zum 2:1 für Nehren nicht aus der Ruhe bringen ließ. Nagold lief erneut einem Rückstand hinterher.

Es wird hektisch

In einer hektischen Phase mit drei gelben Karten und drei Einwechslungen (bei Nagold kamen Tom Gutekunst und Jonny Rothfuß (62.) für die Offensive) gelang Panagiotis Karypidis nach einem Ball in die Schnittstelle das 2:2 (69.).

Das Spiel blieb emotional, nur 120 Sekunden später sah Frederic Fleischle zum zweitenmal Gelb, und die Gastgeber forcierten in Überzahl ihre Bemühungen. Dennoch blieben keine Punkte an der Steinlach.

Innenverteidiger Marc Rück trifft

Der aufgerückte VfL-Innenverteidiger Marc Rück mit seinem vierten Saisontor (84.) per Kopf und der eingewechselte Tom Gutekunst (87.) auf Vorlage von Matthias Rauser bereiteten innerhalb von drei Minuten trotz Unterzahl allen Hoffnungen der Nehrener auf einen „Dreier“ ein Ende.

Statistik und Trainerstimme

VfL Nagold: Laurent Bayraktari, Frederic Fleischle, Marc Rück, Perparim Halimi (70. Marius Hogg), Elias Bürkle, Ruben Cinar (82. Matthias Rauser), Burak Tastan, Johannes Fleischle (62. Jonny Rothfuß), Chris Wolfer (62. Tom Gutekunst), Panagiotis Karygidis.

Marcel Schuon, Trainer VfL Nagold: „Wir haben trotz Unterzahl Gewinnermentalität gezeigt. Klar, ein Unentschieden hätte uns auch nichts genützt, dabei hatte ich den Eindruck, dass der Schiedsrichter gewollt hätte, dass wir hier verlieren. Bei der gelb-roten Karte für Frederic Fleischle hätte etwas Fingerspitzengefühl gereicht, beim gleichen Maßstab hätte er zu diesem Zeitpunkt schon drei Nehrener runterschiecken können.“

Tore: 1:0 (7.) Yannik Dorka, 1:1 (33.) Burak Tastan, 2:1 (47.) Philipp Frank, 2:2 (67.) Panagiotis Karypidis, 2:3 (84.) Marc Rück, 2:4 (87.) Tom Gutekunst.

Schiedsrichter: Robin Stauß – Robin Litschko – Heiko Stauß.

Besondere Vorkommnisse: Gelb/Rot (71.) Frederic Fleischle