Vor dem Derby zwischen den Sportfreunden Gechingen und dem VfL Nagold ist das Schlusslicht ins Rollen gekommen. Springt auch der Kreis-Konkurrent über die SF-Klinge?
SF Gechingen – VfL Nagold (Sonntag, 15.00 Uhr). Ein Spiel, das bei einem Blick auf die möglichen Zuschauerzahlen eigentlich an einem Samstag hätte ausgetragen werden müssen. Aber der eine Ruhetag mehr dürfte den Akteuren beider Mannschaften guttun.
Ein Kraftakt nach dem anderen
Der VfL Nagold (1:0 in Tuttlingen) und die SF Gechingen (5:2 in Bösingen) waren unter der Woche aktiv, wobei die Gechinger auf dem gewalzten Rasenplatz in Bösingen Schwerstarbeit leisten mussten. Das zweite Male in Folge, denn das Spiel in Ehningen (3:1) war auch schon ein Kraftakt.
„Die Mannschaft ist fit, die Moral ist hervorragend“, versichert Venter, „wenn wir alles abrufen können, haben wir gegen jeden eine Chance.“ Nach zwei Siegen in Folge wächst die Zuversicht. „Echt verrückt, da holen wir aus der Woche der Wahrheit gegen Mannschaften auf Augenhöhe nur einen Punkt, und dann besiegen wir auswärts zwei Spitzenmannschaften“, konnte Abteilungsleiter „Ekke“ Busch am Ende der 90 Minuten in Bösingen nur den Kopf schütteln.
Die Frage lautet: Wie viele Absteiger?
Aber: Seit Mittwochabend wird in Gechingen wieder gerechnet. Die SFG sind zwar noch immer Schlusslicht, aber der Klassenerhalt ist – „unter ganz günstigen Voraussetzungen“, so Martin Roebner – jetzt wieder möglich. Drei Punkte beträgt der Rückstand auf den SV Wittendorf und den SV 03 Tübingen, entscheidend wird jetzt die Frage, wie viele Absteiger es am Saisonende geben wird. „Sollte Nagold über die Relegation aufsteigen, gibt es aktuell nur einen“, hat Roebner ausgerechnet.
VfL Nagold schöpft aus dem Vollen
Aber ausgerechnet die Nagolder kommen am Sonntag zum Derby, das die beiden Teams unter ganz unterschiedlichen Voraussetzungen angehen müssen. Während der VfL seine letzten zwei Spiele vor allem spielerisch erfolgreich bestritten hat und Chefcoach Armin Redezpagic personell aus dem Vollen schöpfen kann, kommt sein Gegenüber Balazs Venter diesbezüglich auf dem Zahnfleisch daher.
SF Gechingen auf der letzten Rille
Mit Marvin Schuh, Lukas Schweitzer, Jens Sensenbrenner, Jose Falco Lores und Jan Gröne waren fünf Spieler aus der „Zweiten“ im Einsatz. Bei Domenico Pellino – war lange Zeit auf der Bank – reichen die Kräfte noch nicht für 90 Minuten, mit Dennis Carl kam ein Führungsspieler erst in der Schlussphase wegen Rückenproblemen von der Bank. „Wir müssen genau hinsehen, wer am Sonntag durchspielen kann“, macht sich Venter trotz allen Beteuerungen über die Kraftreserven seiner Elf schon Gedanken, zumal die Alternativen bis auf Calvin Redzepagic und Salvatore Tommasi (Sperre abgelaufen) dünn sind.
Das Hinspiel ging zwar recht deutlich an die Nagolder, aber selten hatte ein Gegner auf dem VfL-Kunstrasen so viele hochkarätige Chancen wie die SF Gechingen. Über Monate war es das große Manko, dass diese nicht verwertet worden waren. Das hat sich in den letzten zwei Spielen geändert: Die Sportfreunde können plötzlich Tore erzielen.
Die Tormaschine springt an
„Wir haben so viel Torschusstraining geübt, irgendwann müssen die Früchte reifen“, erklärt Venter zu den acht Treffern in den letzten zwei Spielen. Ja: acht – zuvor gab es in 21 Spielen nur 23 Tore zu bejubeln. Echte Magerkost, aber die soll auch am Sonntag weichen. Jetzt gilt es nur noch zu klären, ob man den Favoriten auf den Rasen oder auf den Kunstrasen nimmt. Auf Nagolder Seite würde sich diese Frage nicht stellen. Der Tabellenzweite holte bisher seine Punkte in schöner Regelmäßigkeit auf dem Kunstrasen.