FVLB-Außenbahnspieler Ben Feiertag (rechts) bereitet den Ausgleich mustergültig vor. Foto: Uli Nodler

Im Mittelpunkt des Landesliga-Spiels stand am Samstag im Lörracher Grütt Schiri Lukas Lipp.

Beim 1:1 zwischen dem FV Lörrach-Brombach und dem SC Wyhl wäre der Schiedsrichter aus Freiburg lieber im Bett geblieben. Lipp nahm mit krassen Fehlentscheidungen zuungunsten des Gastgebers maßgeblich Einfluss auf den Ausgang der Partie.

 

Eigentlich sollte man den Unparteiischen vor Entgleisungen auf und neben dem Platz schützen. Doch am Samstag fiel es allen Lörracher Teammitgliedern sowie den Zuschauern, die es in dieser Begegnung mit der Heimelf hielten, enorm schwer, nicht die Beherrschung zu verlieren.

In der sechsten Minute des Spiels leistete sich der Mann in Schwarz den ersten fatalen Aussetzer. Nach einem langen Ball wurde FVLB-Stoßstürmer Jack-Emanuel Akuegwu auf dem Weg zum Wyhler Tor von Kapitän Philipp Hohwieler von hinten rüde umgegrätscht. Damit vereitelte der Wyhler Abwehrschef ein klare Torchance und hätte zwingend Rot sehen müssen.Und was machte Lipp? Der zeigte lediglich Akuegwu die Gelbe Karte, weil der sich zurecht bei Lipp über die Missachtung des Foulspiels beschwer hatte.

Muslic besorgt den FVLB-Ausgleich

20 Minuten später gab’s den zweite Bock von Lipp. Nachdem Wyhls Torhüter Lukas Lößlin einen volley genommenen Ball von Lörrachs Flügelmann Maurice Muslic aus kürzester Distanz mit einem Reflex über die Latte gelenkt hatte, wollte Lipp keine Ball-Berührung des Torhüters gesehen haben, obwohl er nur sechs bis acht Meter vom Ort des Geschehens entfernt stand.

Letztlich war es eine für die Schützlinge eines kopfschüttelnden Trainers Thorsten Szesniak fatale Entscheidung, weil kurz darauf der SC Wyhl einen sehenswerten Angriff über die linke Offensivseite mit dem 1:0 abschloss. Daniel Maurer hatte den zurückgepassten Ball perfekt verwandelt.

Doch der FVLB bewies mit dem neu gewonnenen Selbstvertrauen in der Rückrunde Nehmerqualitäten. In der 34. Minute war Muslic nach einem Freistoß zur Stelle und vollendete gekonnt zum 1:1-Ausgleich. Mit diesem aus Gästesicht schmeichelhaften Unentschieden ging es in die Pause.

Auch im zweiten Abschnitt war es ein biederer Auftritt des Tabellenführers, der lediglich physisch mit seinem zuweilen überharten Einsteigen beeindruckte.

Mehr vom Spiel hatte bis in die Schlussphase der FV Lörrach-Brombach. Er hätte nach 60 Minuten einen Foulelfmeter bekommen müssen, als der durchgebrochene Muslic im Wyhlen Strafraum von den Beiden geholt wurde. Doch auch in dieser Szene blieb die Pfeife des Schiedsrichter stumm. Auf der Tribüne vor dem Vereinsheim flippten nicht wenige FVLB-Anhänger regelrecht aus, ließen ihrem Unmut verbal freien Lauf.

Fast hätte Wyhl mit seiner zweiten Chance im Match sogar noch das 2:1 erzielt. Doch der junge Paul Fürst im Lörracher Kasten verhinderte in der 73. Minute nach einem fatalen FVLB-Fehlpass im Strafraum mit einer mirakulösen Parade den zweiten Gegentreffer.

Szeniak wundert sich über Lipps Arroganz

Und auch Coach Stesniak bekam noch sein Fett weg. Nachdem er wieder einmal lautstark reklamiert hatte, wurde er von Lipp (81.) mit der Gelb-Roten Karte des Feldes verwiesen. Zuvor schnauzte er Szesniak in der Coaching-Zone an: „Setz Dich hin“. „Das hat der Schiedsrichter zu mir gesagt, obwohl er zu dieser Aussage gar nicht das Recht hatte“, erzählte Thorsten Szesniak nach dem Spiel und wunderte sich über das arrogante Auftreten des Freiburger Unparteiischen.