Fußball-Landesligist VfL Nagold zeigte gegen den VfL Mühlheim eine stärkere zweite Halbzeit – am Ende stand ein Punkt auf dem Konto.
VfL Nagold – VfL Mühlheim 2:2 (0:1). Beste Bedingungen, angenehme Temperaturen und ein satter Rasen, für das „gemeine Fußballvolk“ sprachen nur wenig Gründe, dem Heimspiel des VfL Nagold fernzubleiben!
Aber, da war der Gegner VfL Mühlheim, der zwar auswärtsstark aber mit 38 Punkten jenseits von Gut und Böse war, und dann das Heimspiel des VfB Stuttgart gegen den Bayer Leverkusen.
„Da fehlen uns vorneweg 50 bis 80 Zuschauer“, so ein VfL Fan mit einem Blick auf die dünn besetzten Reihen. Klar, während es für die Brustring-Träger in Stuttgart um die Champions League ging, ging es für den VfL Nagold um fast nichts mehr.
Diese Spieler fehlten
Der VfL trat ohne Niklas Watzl, Jonny Rothfuß, Chris, Wolfer, Johannes Fleischle und Matthias Rauser an. Jan Beifuß war nach längerer Pause etwas überraschend in die Startelf gerückt. Elias Bürkle tummelte sich nach einigen Spielen in der Innenverteidigung wieder im Angriff, der junge Tarek Türk spielte erstmals von Beginn an im Mittelfeld hinter den Spitzen.
Mühlheim startet gut
Der VfL Mühlheim nützte die Umstellung beim VfL von Beginn an aus. Defensiv stabil, raumgreifender im Umschaltspiel und vorne mit den aktiven Adrian Klein, Jonas Kirchner, Eric und Nino Rebholz – das führte unter dem Strich zu 7:2-Torschüssen und 5:2-Eckbällen.
Die Gäste machten ihrem Ruf, auswärtsstark zu sein, 45 Minuten lang alle Ehre. Was ihnen fehlte, waren die effektive Abschlüsse. Von den guten Chancen, denen sich Laurent Bajraktari zwei, drei Male aufmerksam entgegenstellen konnte, konnte nur eine (22. Jonas Kirchner) durch einen satten Treffer unter die Querlatte veredelt werden.
Mit dem 0:1 war der VfL Nagold bis zur Pause gut bedient, denn bis auf die Halbchancen von Jan Beifuß, Perparim Halimi und Ruben Cinar (Freistoß 44.) blieb der Notizblock nahezu jungfräulich.
Das änderte sich zu Beginn der zweiten Halbzeit. Zum einen hatte Marcel Schuon Perparim Halimi und Jan Beifuß in der Kabine gelassen, für sich kamen Nico Gaiser und Tom Gutekunst für den Angriff, und Panagiotis Karypidis traf mit dem ersten Angriff (47.) zum Ausgleich.
Keine spielerischen Momente mehr
Danach waren die guten spielerischen Momente der Gäste plötzlich wie weggeblasen. Nagold bekam die Partie von Minute zu Minute besser in den Griff. Nach einem Foul an Ruben Cinar zeigte Schiedsrichter Oliver Swoboda auf den Punkt. Elias Bürkle lief an, Gästetorhüter Maurice Dehe ahnte die Ecke und konnte den nicht sonderlich scharf geschossenen Ball festhalten.
„Weiter Elli, du bekommst noch eine Chance“, so die Aufmunterung von VfL-Trainer Marcel Schuon. Elias Bürkle fand jedoch nicht ins Spiel, wurde von den Kollegen auch kaum mit einbezogen, mehr „Musik“ entfachte die Einwechslung von Nico Gaiser.
Nagold setzt wieder Akzente
Nach gut einer Stunde hatte Mühlheim die Nagolder Drangphase nach dem Ausgleich überstanden, versuchte selbst wieder Akzente zu setzen – vor allem mit guten Diagonalbällen auf die schnellen Jonas Kirchner und Adrian Klein.
Am Ende von so einer Aktion konnten die Nagolder den Ball nicht klären, und Eric Rebholz war mit dem 2:1 zur Stelle (65.). Nagold zeigte sich jedoch nicht geschockt, spielte weiter mutig nach vorne und konnte sich im Anschluss an zwei Eckbälle durch eine schöne Einzelaktion per Flachschuss aus spitzem Winkel durch Ruben Cinar mit dem Ausgleich belohnen (77.).
Alles wieder auf Null gestellt. Die Gastgeber blieben dran, die Schlussminuten einschließlich Nachspielzeit hatten es in sich. Zweimal Nino Rebholz bei Konterchancen, dann nochmal Max Anders – dazu rettete Marc Rück gegen Rebholz per Grätsche zur Ecke, das Spiel hätte mit 3:2 für Mühlheim enden können.
Aber auch für den VfL Nagold, als Nico Gaiser und Tom Gutekunst bei guten Möglichkeiten das 3:2 für den VfL verpassten. Keine Frage, der VfL hat dank der starken zweiten Halbzeit eher zwei Punkte verloren, in der Tabelle aber den siebten VfL Pfullingen (0:1 beim VfB Bösingen) wieder überholt.
Auf einen Blick
VfL Nagold: Laurent Bajraktari – Frederic Fleischle, Marius Hogg, Marc Rück, Perparim Halimi (46. Tom Gutekunst), Tarek Türk (80. Daniel Huss), Elias Bürkle, Ruben Cinar, Burak Tastan, Jan Beifuß (46. Nico Gaiser), Panagiotis Karygidis.
Tore: 0:1 (22.) Jonas Kirchner, 1:1 (46.) Panagiotis Karypidis, 1:2 (66.) Eric Rebholz, 2:2 (77.) Ruben Cinar.
Schiedsrichter: Oliver Swoboda – Jakob Friederich Birkert, Martin Schick.
Zuschauer: 120.