In der Saison 2023/24 noch knapp dem Abstieg entgangen, entwickelte sich der SV Seedorf nach dem personellen Umbruch in dieser Spielzeit zu einer Spitzenmannschaft, die an einem guten Tag jeden Gegner in der Liga schlagen kann. Mit 26 Punkten und 27:22-Toren landete das Team von Trainer Emanuele Ingrao auf Platz sechs.
2023/24 noch knapp dem Abstieg entgangen, entwickelte sich der SV Seedorf nach dem personellen Umbruch in dieser Spielzeit zu einer Spitzenmannschaft, die an einem guten Tag jeden Gegner in der Liga schlagen kann.
Mit 26 Punkten und 27:22-Toren landete das Team von Trainer Emanuele Ingrao auf Platz sechs. „Damit können wir sehr zufrieden sein, wenn man bedenkt, wo der Verein in der Rückrunde der vergangenen Saison stand“, so das erste positive Fazit von Ingrao. Dennoch merkt der Seedorfer Trainer nach seiner ersten Halbserie an, „dass noch mehr Punkte möglich gewesen wären und uns in machen Wochen die Konstanz fehlte.“
Neue gut integriert
„Im Sommer verließen vier gestandene Spieler den Verein. Wir bekamen extern einige Neue dazu, wobei unser Erfolg nicht nur an diesen Spielern hängt“, betont Ingrao. Harry Föll brachte viel Erfahrung mit, „Harut Arutunjan war in der Vergangenheit immer wieder verletzt, David Seiferling kam aus der U19 des FC 08 Villingen, Laurin Huss suchte neue Spielpraxis und David Benne ist lange ausgefallen.“
Gute Mischung im Kader
Worin sah Ingrao dann den Schlüssel für den Erfolg? „In der Mischung aus den langjährigen eigenen Seedorfern und den externen Spielern. Ich habe schnell gemerkt, dass ich in einem sehr gut geführten Verein gelandet bin. Wir pflegen eine offene, wertschätzende Kommunikation. In der Mannschaft habe ich viele gute Charaktere, da passt es menschlich. Jung und Alt, es macht richtig Spaß. Wir haben positive Zuschauer auf dem Sportplatz. Daher bin ich zuversichtlich, dass wir unser erstes Ziel - nicht abzusteigen - erreichen können. Es mag als Sechster komisch klingen, jedoch ist die Tabelle sehr eng beisammen und jeder weiß, dass in der Rückserie immer viel passieren kann.“
Geduld zahlt sich aus
Bei seinem Team war eindeutig zu erkennen, dass der neue Trainer rund um die Haudegen wie Föll „und den für mich eine überragende Herbstserie spielenden Abwehrchef Marco Lenz mit seiner Erfahrung“, auf junge Spieler setzt. „Dies ist ganz wichtig, dass aus den eigenen Seedorfer Reihen möglichst viele den Sprung in die Landesliga schaffen und sich dort durchsetzen. Da braucht es Geduld, Beharrlichkeit und Nachhaltigkeit. Die Jugendarbeit ist schon länger sehr gut, diese Jungs können sich ohne Druck in Ruhe weiterentwickeln“, lobt Ingrao explizit Frieder Mauch mit vielen Torvorlagen, einen mit wenig Fehlern behafteten Innenverteidiger Marvin Roth oder den aus der U19 gekommenen Jannis Roth.“ Die arrivierten Akteure um Kapitän Jonas Haag, Yannick Scheck, Mario Grimmeißen und Elias Haag bezeichnet der Coach als „ungemein zuverlässig und fleißig.“
Gute Weiterentwicklung
„Dies sieht man in der Weiterentwicklung beim Tempo, Passspiel, den Emotionen im Training, Nach der Winterpause und dem Abschalten vom Fußball möchte ich mit den Jungs in der Rückrunde direkt wieder ansetzen, damit wir unsere Ziele erreichen.“
Unberechenbarkeit: Der SV Seedorf holte von seinen 26 Punkten 14 in der Fremde und nur 12 auf eigenen Platz.
Statistik
Unberechenbarkeit: Auffällig war beim SVS, dass die verlorenen Partien überwiegend deutlich ausfielen (1:4 SV Wittendorf, 1:4 FC Rottenburg, 1:4 SV Nehren, 0:3 SG Empfingen)
Höchste Siege: Daheim ein 3:0 gegen Croatia Reutlingen, auswärts 4:0 bei TSF Dornhan, 3:0 beim TSV Harthausen, 3:0 beim SC 04 Tuttlingen.
Derbys: Hier zeigte Seedorf sehr gute Spiele. „Das 3:0 in Tuttlingen war souverän. Unser 1:1 in Zimmern zu dem damaligen Zeitpunkt sehr wichtig. Und beim 2:0 gegen den BSV Schwenningen waren wir klar besser. Bitter war natürlich das 0:1 in Bösingen mit dem kuriosen Treffer in der 94. Minute“, so Ingrao.
Spitzenspiele: Wie in den Derbys mit guten Leistungen ragte das engagierte 1:0 beim VfL Nagold heraus. „Das war überragend, ein kämpferisches Highlight.“
Zu-Null-Spiele: Gleich sieben seiner acht gewonnenen Partien bestritt der SVS ohne einen Gegentreffer (17:0-Tore). Nur beim 3:1 gegen den FC 07 Albstadt gab es ein Minustor.
Spielverläufe: In elf Spielen ging Seedorf mit 1:0 in Führung – gewann acht Spiele. Achtmal lag man mit 0:1 (4) oder 1:2 (4) im Rückstand, am Ende gab es keinen Sieg mehr.
Meisten Spiele: Drei Akteure machten alle 16 Spiele - Marvin Roth (1440 Minuten, alle Partien über 90 Minuten), Mario Grimmeißen (1380), David Seiferling (1356). Vier Spieler fehlten nur eine Partie, wie die Routiniers Marco Lenz (1311) und Harry Föll (1309) sowie Timmy Haag (1301) und Jannis Roth (794). Gleich 13 Spieler kamen zwischen 12 und 16 Begegnungen zum Einsatz - dies spricht für einen kontinuierlich verfügbaren Kader an Leistungsträgern.
Torschützen: Neun verschiedene Spieler erzielten die 27 Treffer – Jonas Haag (6), Harry Föll (5), Mario Grimmeißen (5), David Seiferling (3), Harut Arutunjan (3), Marco Lenz (2), Frieder Mauch, Jannis Roth, Timmy Haag.