Der Einsatz bei Gechingen stimmt: Hier gibt Dominik Gräber (links) alles. Foto: Kraushaar

Symptomatisch für die SF Gechingen in dieser Saison: Früh kassieren die Sportfreunde ein Gegentor. Selbst treffen sie auch – aber eben sehr spät.

Der Letzte gegen den Vorletzten: Das Kellerduell an der Europastraße in Tübingen begann trotz Brisanz – vor allem für die Gastgeber – für beide Teams an der Hand von Einlaufkindern. Damit hatten sich die Gefälligkeiten jedoch schon, weil der SV 03 Tübingen gegen die SF Gechingen von Beginn an couragiert ans Werk ging. Die Unistädter zeigten sich gewillt, ihre letzte Chance zu nützen.

 

Ballverlust rächt sich

Dennis Hagen als zweikampfstarker Akteur im Mittelfeld, der schnelle Moubinou über links und Mario Kuhn zentral sorgten gleich für Aufregung. Und es fiel – das gewohnt frühe Gechinger Gegentor. Ein Treffer, der eigentlich nicht hätte fallen dürfen, denn die SFG hatten den Tübinger Angriff schon geklärt, verloren jedoch in der Vorwärtsbewegung erneut den Ball und waren dann nach hinten offen.

Felix Müller hatte nach Balleroberung am schnellsten umgeschaltet, passte zu Mario Kuhn, und der ließ per Flachschuss Tim Schuldt im SFG-Tor keine Chance. Der Tabellenletzte lag wieder einmal zurück, wieder einmal völlig unnötig, und wieder einmal stand die Chancenverwertung vorne in keinem Verhältnis zum Aufwand.

Marius Bürkle aus wenigen Metern drüber, Andreas Kiwranoglou an den Pfosten – der Gechinger „Leidensweg“ in Sachen Abschluss führte zu einem 0:1-Rückstand beim Gang in die Kabine. „So ein Fehler darf dir in so einem Spiel nicht passierten“, blickte Balazs Venter in der Pause zurück.

Die SFG stellten dann auf Dreierkette um, spielten am Ende mit vier Stürmern, aber das entscheidende Tor zum 2:0 machten die Tübinger. Allerdings erst in der 86. Minute durch Harum Abdullah Güney, der einen Konter über den gerade eingewechselten Tobias Haux veredelte. „Der ist so schnell, der könnte zur Leichtathletik gehen“, sagt Venter über Haux. Dass seine Elf zu Beginn der Nachspielzeit durch Lukas Funk – ab der 76. Minute für Domenico Pellino auf dem Feld – noch der Anschlusstreffer gelang, war dann nur noch ein schwacher Trost.

Balazs Venter (SF Gechingen): „Wir waren im ersten Abschnitt eine halbe Stunde nicht präsent, hatten viele schlimme Ballverluste. Im zweiten Abschnitt haben wir gedrückt, Tübingen hatte einige Kontermöglichkeiten. Wir mussten immer wieder hinterherlaufen – auch wegen der vielen Ballverluste, die ohne Druck durch den Gegner zustande kamen. Es hat sich heute wieder gezeigt: Wenn bei uns nicht alles tipptopp läuft, haben wir in dieser Liga keine Chance.“

SV 03 Tübingen – SF Gechingen 2:1 (1:0)

SF Gechingen: Tim Schuldt (Tor) – Jose Falcon-Lores (54. Maximilian Kern), Domenico Pellino (76. Lukas Funk), Dennis Carl, Marvin Schuh, Kevin Hörner (83. Pascal Buyer), Marius Bürkle (63. Adel Idrizi), Dominik Gräber, Salvatore Tommasi, Jonathan Tommasi, Andreas Kiwranoglou, Edison Behramaj.

Tore: 1:0 (9.) Mario Kuhn, 2:0 (86.) Harum Abdullah Güney 2:1 (90.+2) Lukas Funk.

Schiedsrichter: Nihad Varlioglu (Beimerstetten) – Michael Müller, Armin Wäckerle.

Zuschauer: 130.