Nagolds Johannes Fleischle hält sich Tuttlingens Kapitän Robin Petrowski vom Leib. Foto: Frank Riedinger

Was auf dem Papier mit Platz fünf gegen zwölf als klare Sache schien, erwies sich vor Ort als eine am Ende ganz knappe Angelegenheit.

Ein Tor von Christos Thomaidis nach gut einer Stunde bescherte dem VfL Nagold den dreizehnten Dreier der laufenden Saison.

 

Die 13 als Glückszahl

Die „Dreizehn“ hat ja nicht geraden den Ruf, eine Glückszahl zu sein. Im Fall vom VfL Nagold führte sie die Redezepagic-Elf am späten Mittwochabend jedoch direkt auf Platz zwei. Jetzt sind es nur noch fünf Punkte Rückstand auf die SG Empfingen, dazu hat der VfL Nagold noch ein Spiel weniger.

Im Reinhold-Fleckenstein-Stadion darf wieder geträumt werden, zumal Tabellenführer SG Empfingen am Samstag den schweren Gang zum SV Zimmern antreten muss, und die Verfolger SV Böblingen und TSV Ehningen sich direkt gegenüberstehen.

Lohn für Tobias Essig

Armin Redzepagic musste für das Spiel in Tutlingen auf Matthias Rauser und den zweifachen Torschützen Laurenziu Biemel verzichten, dafür belohnte er Tobias Essig für dessen engagiertes Spiel gegen den SV 03 Tübingen mit einem Startelfplatz.

Nagold näher am Führungstor

Gut eine Stunde lang konnte sich keine der beiden Mannschaften einen zählbaren Vorteil erspielen, obwohl die Nagolder durch Nick Schweizer nach einer Ecke aus dem Gewühl heraus (21.) und dann per Doppelchance (Jürgen Schechinger/ Christos Thomaidis – Tuttlingens Torhüter Andrei-Alexandru Burdon hielt überragend) zwei-, dreimal ganz dicht dran waren.

„Viel Aufregung nach 20 Minuten Abtasten – in der 35. Minute hatte Admir Osmicis nochmals die Chance zur Führung, das Leder flog aber knapp über die Querlatte“, lässt Nagolds Coach Rezepagic die Nullnummer in der ersten Halbzeit mit einem Eckenverhältnis von 5:2 Revue passieren.

Tuttlingen mauert

Die zweite Halbzeit bot ein ähnliches Bild. Die Gastgeber standen gut und zeigten wenig Mut zum Risiko. Der VfL bemühte sich um einen sauberen Spielaufbau, kam aber einfach nicht richtig durch. Nach 54 Minuten kam Burak Tastan für den verletzten Perparim Halimi ins Spiel, acht Minuten später musste der VfL-Coach verletzungsbedingt Tobias Essig durch Serach von Nordheim ersetzen.

Das waren zwei eingewechselte Spieler, die mit ihrer Erfahrung das Nagolder Spiel weiter stabilisierten. Dennoch begann die Partie in Richtung Nullnummer zu tendieren, bis Jürgen Schechinger zu einem Dribbling ansetzte und im Strafraum von den Beinen geholt wurde. Der fällige Strafstoß wurde zu einer Sache von Christos Tomaidis – der Stürmer hatte schon gegen den SV 03 Tübingen sicher verwandelt.

Der SC 04 wirft alles nach vorn

Nach dem Rückstand schalteten die Tuttlinger schnell um, gingen volles Risiko und versuchten mit langen Bällen hinter die Nagolder Abwehr zu kommen – bis auf ein paar Eckbälle jedoch ohne Erfolg. „Klar, Standards sind immer gefährlich, aber richtig in Schwierigkeiten kam mein Torhüter nicht mehr“, sagte Armin Redzepagic über die Tuttlinger Druckphase. Einmal musste der VfL noch das Glück bemühen, als Johannes Fleische einen Ball vor der Linie rettete, dann war der dreizehnte „Dreier“ im Kasten.

SC 04 Tuttlingen – VfL Nagold 0:1 (0:0)

VfL Nagold: Joel Mogler (Tor) – Fabian Mücke (86. Marius Hopp), Nick Schweizer, Admir Osmicic, Perparim Halimi (54. Burak Tastan), Tobias Essig (62. Serach von Nordheim), Johannes Fleischle, Jürgen Schechinger (75. Berk Özhan), Christos Thomaidis (90. Philipp Schäuble), Jan Beifuß, Elias Bürkle.

Tore: 0:1 Christos Thomaidis (67.).

Schiedsrichter: Paul Züfle (Böhringen) – Oskar Lorenz, Kimi Hirt.

Zuschauer: 100.