Der VfB Bösingen hat sich im Verlauf der Vorrunde nach schwachem Start gesteigert und überwintert auf Rang sechs. Trainer Peter Leopold sieht enormes Potenzial im Team.
Für Trainer Peter Leopold ist es das „verflixte siebte Jahr“ in seiner langen Fußball-“Ehe“ mit dem VfB. Und wie in der Vergangenheit erlebt er eine Saison mit Wellentälern, Höhen und Tiefen.
Der Saisonstart
Die Bösinger Start mit zwei Heimniederlagen ging daneben, vor allem die drei Heimpleiten in den ersten vier Partien auf eigenem Terrain kosteten wertvolle Punkte. „Nimmt man die beiden Niederlagen vor der Winterpause dazu, ist dies der Grund, warum wir auf dem sechsten Platz stehen und nicht weiter oben in der Tabelle platziert sind.“
Schwacher Start kostet wichtige Punkte
Sechs Niederlagen sind zu viel, zumal Bösingen dabei 9:22-Tore kassierte. Die Restbilanz von zehn Siegen und einem Remis mit 31 Zählern und 29:11 Toren kann sich absolut sehen lassen. „Da haben uns die Mannschaften in der Spitzengruppe etwas voraus. Alleine wenn wir die beiden Spiele in Nehren und Schwenningen betrachten, waren die Gegentore vermeidbar. Auch die Effektivität anhand der Anzahl von Großchancen ist ein Thema, das wir unbedingt verbessern müssen. Da haben wir in entscheidenden Momenten einiges liegen gelassen.“
Höhepunkte
Höhepunkte
Der 3:1-Sieg gegen die bis dahin ungeschlagenen SG Empfingen oder die Derbyerfolge gegen den SV Seedorf (2:1) und Tabellenführer SV Zimmern (2:0) zählten zu den besten und wichtigesten Siegen der Vorrunde. „Ein großes Plus ist unsere Unberechenbarkeit, da wir sehr viele Spieler haben, die auf mehreren Positionen eingesetzt werden können und auch bei Torerfolgen den zweitletzten oder letzten Pass spielen können, Tore erzielen können“, zeigt Leopold auf. „Wir waren zur Pause in 17 Partien nur zweimal im Rückstand, haben gegen die Teams von Platz elf bis 17 keinen Punkt abgegeben, was in Bösingen in der Vergangenheit oft anders war.“
Baustellen
Baustellen
„Die größte Enttäuschung fand allerdings in Pfullingen statt. Ich kann mit das 0:6 bis heute nicht erklären, warum wir da so unter die Räder gekommen sind. Für mich war Pfullingen mit das Beste was ich in der laufenden Saison gesehen habe und wir einfach nicht anwesend. Da sind wir beim Knackpunkt, an dem wir unbedingt arbeiten müssen. Wir bekommen zu viele einfache Gegentore. Obwohl unsere Defensive zu Null spielt, oder kaum etwas zulässt, schaffen wir es nicht eine gewisse Stabilität herzustellen. Wir werden nicht her gespielt, sondern legen uns die Eier oft durch individuelle Fehler, Ballverluste, Stellungsfehler oder fehlende Kommunikation selbst ins Nest. Die Standards spielen eine weitere Rolle, von denen wir auch zu viele bekommen.“
Auswärtsstärke
Auswärtsstärke
Nicht nur in dieser Hinrunde, sondern über das ganze Jahr 2025 und 2024 zeigte der VfB vor allem auswärts viele gute Leistungen und musste über einen längeren Zeitraum von 14 Monaten saisonübergreifend in 16 Partien nur eine Niederlage hinnehmen. „Insgesamt hat man bei uns gesehen, wie wichtig jeder Spieler im Kader ist und Alternativen bietet. Wir haben enormes Potenzial im Team, überzeugten da vor allem im Pokal mit starken Auftritten. Als es nicht so lief, ist im Umfeld niemand in Panik verfallen und wir haben uns im Laufe der Hinserie gesteigert.“
Neuzugänge
Neuzugänge
Die im Sommer gekommenen Ben Fischer und Andy Zimmermann schlugen voll ein und zeigten Kampfgeist mit Vorlagen und Toren. Raphael Ruf war eine defensive Ergänzung. In der Rückrunde wird in der Abwehr der Langzeitverletzte Steffen Kramer zurückerwartet. Extern kamen im Dezember Lucjan Teclaw und ab Januar Dominik Stoll hinzu.
Zahlen – Daten – Fakten
Zahlen – Daten – Fakten
Von den 31 Punkten holte Bösingen daheim 18, auswärts 13. Die Torausbeute (38/21/17) verteilt sich beinahe gleichmäßig. Die höchsten Siege waren ein 4:1 beim VfL Mühlheim und 3:0 gegen den SSC Tübingen. Die Torhüter Ron Armbruster (3) und Patrick Knöpfle (1) hielten viermal die Null. Zweimal drehte der VfB einen Rückstand noch um, verspielte allerdings auch dreimal eine Führung (immer daheim). Der VfB Bösingen war das drittfairste Team hinter dem SSC Tübingen und SV Nehren mit 37 Gelben und je einer gelb-roten und Roten Karte.
Die Torjäger
Die Torjäger
26 Spieler setzte Peter Leopold ein, von denen zehn in der 16 der 17 Partien mitwirkten. Die 38 Tore erzielten zwölf Akteure: Marius Müller (7), Torsten Müller (6), Jannik Botzenhart (5), Andy Zimmermann (5), Julian Schneider (4), Marvin Schlosser (2), Flavio Ippolito (2), Benedikt Bantle (2), Adi Dobericean (2), Julian Bihler, Ben Fischer, Lucjan Teclaw. Bester Vorlagen-Geber waren Marius Müller (9), Andy Zimmermann (6), Torsten Müller (6) und Leon Schlosser (5). Ebenfalls bemerkenswert: Die beiden Außenverteidiger Jannik Botzenhart und Leon Schlosser kamen im bisherigen Saisonverlauf auf 10 Scorerpunkte (5/5).