Das war ein Meisterstück: Was der VfL Nagold auf seinen Kunstrasen legte, ließ selbst die Gäste des SV 03 Tübingen staunend zurück.
Selten hat die Mannschaft die Vorgaben ihres Trainers spielerisch so perfekt umgesetzt wie die Nagolder gegen die Unistädter.
Geduld und Spielwitz
Mit Geduld, Spielwitz und breit angelegten Kombinationen legte sich die Redezepagic-Elf den Tabellenfünfzehnten zurecht und schlug in schöner Regelmäßigkeit zu. „Heute hat die Mannschaft sehr klug und mit viel Kopf gespielt“, lobte Bubacarr Sanyang. Der Ex-VfL-Torhüter war schon zur Halbzeit restlos zufrieden – und das, obwohl es „nur“ 2:0 stand.
Die Gäste aus der Unistadt durften mitspielen, mehr jedoch nicht. Ein einziger Torschuss im ersten Abschnitt (8./Mario Kuhn direkt auf Joel Mogler), ein abgefälschter Treffer in der 65. Minute durch Peter Albers zum 1:3 – das war alles, was die Nagolder Hintermannschaft um die souverän auftrumpfenden Admir Osmicic und Nick Schweizer zuließen.
Perparim Halimi wachsen Flügel
Meist konnten die Angriffsaktionen der Nulldreier bereits mit Mittelfeld durch Johannes Fleischle, den eminent fleißigen Perparim Halimi und Elias Bürkle bereinigt werden. Vor allem Perparim Halimi schienen durch die Kapitänsbinde regelrecht Flügel zu wachsen.
Folgerichtig gelang ihm auch der Führungstreffer per Kopfball, nachdem Gästetorhüter Leon Beuter eine Schechinger-Flanke direkt ihm gelenkt hatte (22.). Gleich danach hatte Schechinger das 2:0 auf dem Fuß – Beuter konnte jedoch zur Ecke retten – und Elias Bürkle auf dem Kopf (knapp vorbei).
Der VfL dreht weiter auf
Nach gut einer halben Stunde hatte der VfL seine beste Phase. Eine Rauser-Ecke landete an der Querlatte, dann konnte Jan Beifuß einen Rauser Steckpass zum 2:0 verwerten (40.).
SV 03 Tübingen bleibt harmlos
Tübingen blieb trotz eines Dreifachwechsels zur Pause offensiv harmlos. Nach einer weiteren Rauser-Ecke gab Schiedsrichter Marko Potiltsopolos Elfmeter wegen hohen Beins gegen Elias Bürkle, Christos Thomaidis verwandelte sicher (52.). Das Spiel war durch, daran änderte auch der Abschlusstreffer von Albers nichts mehr.
Die Wechsel sind Volltreffer
Die eingewechselten Tobias Essig – ging später für Johannes Fleischle ins Mittelfeld – und Laurenziu Biemel – zweifacher Torschütze (75./84) – machten den Sack bei hochsommerlichen 28 Grad zu. Jan Beifuß (Adrian Royer kratzte seinen Schuss von der Linie/74.) – und Elias Bürkle (knapp über das Tor/82.) hätten das Ergebnis noch deutlicher gestalten können.
Das sagt Armin Redzepagic
Armin Redzepagic (VfL Nagold): „Die Reaktion auf das Spiel in Reutlingen hat gestimmt. Das hat die Mannschaft heute sehr gut gemacht, nicht nur wegen der Tore, sondern auch, wie sie ihre Chancen kreiert hat. Wenn man dann sieht, wie die Einwechselspieler sich einfügen: Hut ab! Ich hatte heute neun Ersatzspieler zur Verfügung, da ist es schwierig, jeden über Einsatzzeiten glücklich zu machen.“
VfL Nagold – SV 03 Tübingen 5:1 (2:0)
VfL Nagold: Joel Mogler (Tor) – Admir Osmicic, Nick Schweizer, Fabian Mücke (60. Berk Özhan), Johannes Fleische (78. Marius Hogg), Christos Thomaidis (70. Philipp Schäuble), Jürgen Schechinger (60. Tobias Essig), Perparim Halimi – Matthias Rauser (70. Laurenziu Biemel), Jan Beifuß.
Tore: 1:0 Perparim Halimi (22.), 2:0 Jan Beifuß (40.), 3:0 Christos Thomaidis (52.), 4:0 Laurenziu Biemel (75.), 5:0 Laurenziu Biemel (84.) .
Schiedsrichter: Marko Potitsopoulos (Bonlanden) – Marcel Maier, Tim Schmidt.
Zuschauer: 120.