Die Gelegenheit ist günstig: Der VfL Nagold denkt beim Spiel gegen den SV Seedorf an nichts anderes als an drei Punkte.
Am kommenden Samstag gilt es für die Kicker des Landesligisten VfL Nagold, eine Stunde früher als gewohnt hellwach zu sein.
Das betrifft nicht nur für die um eine Stunde frühere Anstoßzeit (14.30 Uhr) gegen den SV Seedorf, sondern auch das Spiel gegen einen Gegner, von dem Marcel Schuon einen körperbetonten Auftritt erwartet.
„Es dürfte ähnlich schwer werden wie beim VfL Mühlheim“, blickte der Nagolder Coach auf den 2:1-Sieg in Mühlheim an der Donau zurück.
Kritische Analyse des Mühlheim-Spiels
„Das war ein Arbeitssieg für drei ganz wichtige Punkte. Mühlheim war lange die aktivere Mannschaft, hatte mehr Spielanteile und Chancen. Wir sind erst im zweiten Abschnitt richtig ins Spiel gekommen“, fiel die Analyse des Ex-Profis sehr kritisch aus.
„Es gibt keine Geschenke“
Seine Erkenntnis: „Es gibt in der Liga keine Geschenke, auch nicht von den Aufsteigern, die sicherlich hinten raus etwas Lehrgeld bezahlen mussten und am Ende leer ausgegangen sind.“ Schuon fasst damit die beiden Siege gegen den SSC Tübingen und den VfL Mühlheim zusammen und schiebt ein Lob hinterher: „Zwei sehr gute Aufsteiger, wenn sie weiter so spielen, kommen sie hinten raus.“
Am kommenden Samstag gibt der SV Seedorf seine Visitenkarte im Reinhold Fleckenstein Stadion ab. Keine Frage: Die Elf von Trainer Emanuele Ingrao darf man nicht unterschätzen. „Sehr unangenehm zu bespielen, zweikampfstark, da gilt es, geduldig zu bleiben und nicht in Rückstand zu geraten“, so Marcel Schuon.
Respekt vor dem SV Seedorf
Bei der 0:2-Niederlage beim Tabellenzweiten TSG Balingen II haben die Seedorfer das Spiel bis zur Schlussminute und dem Treffer zum 2:0 (Simun Birkic) offenhalten können, davor haben die Ingrao-Schützlinge beim FC 07 Albstadt mit 3:0 und im Heimspiel gegen den TSV Harthausen/Scher mit 2:1 gewonnen.
Niklas Watzl wieder an Bord
Natürlich bringt der Tabellenzehnte zu seinem dritten Auswärtsspiel in Folge die Außenseiterrolle mit nach Nagold, wo sich Schuon in Sachen Aufstellung nicht in die Karten schauen lässt, zumal am Wochenende auch Niklas Watzl wieder zur Verfügung steht.
Eindeutige Tendenzen
Aber die Tendenzen sind eindeutig. Elias Bürkle war in Mühlheim als Innenverteidiger in die Startelf zurückgekehrt, Burak Tastan, Johannes und Frederic Fleischle, Jan Beifuß, Perparim Halimi und Marc Rück sind feste Größen, Ruben Cinar war an der Donau das wichtige 2:0 gelungen.
Der im zweiten Abschnitt für Jan Beifuß eingewechselte Matthias Rauser (67.) hätte bei einem Alleingang und mit etwas Glück bei seinem Lattenkracher das 3:0 machen können. So wurde die Partie am Ende durch den Anschlusstreffer noch mal eng. „Wenn man sieht, wie die Konkurrenz gespielt hat, waren die sechs Punkte gegen die Aufsteiger enorm wichtig“, ist sich Marcel Schuon der Situation bewusst.
Motto: Zugreifen!
Einen Platz hat seine Elf inzwischen in der Tabelle gutmachen können, am viertplatzierten SV Nehren (25 Punkte/ein Spiel mehr) ist der VfL dicht dran, der Dritte, der SV Zimmern, spielt schon am Freitagabend beim FC 07 Albstadt. Die Chance, nochmals um einen Platz aufzurücken, ist da. Jetzt gilt es, mit Unterstützung der VfL-Fans am Samstag gegen den SV Seedorf zuzugreifen.