Das Ingrao-Team hat wichtige Punkte und Erfahrungen gesammelt für den Abstiegskampf.
Für den SV Seedorf beginnt so langsam die heiße Phase im Abstiegskampf. Im verflixten siebten Jahr Landesliga soll es am Ende Jubel über den Klassenerhalt und eine achte Saison 2026/27 geben.
Voraussichtlich dann weiterhin mit Trainer Emanuele Ingrao, der seine Vertrag zwar noch nicht verlängert hat, aber bei den aktuellen Gesprächen mit den Vereinsverantwortlichen sollen die Zeichen positiv stehen.
Mit ein Grund dafür sind Ruhe und Bedacht, die Ingrao im Laufe der Saison in schwierigen Situationen mit vielen personellen Ausfällen und der sportlichen Talsohle von acht Begegnungen ohne Sieg an den Tag legte. Aus der Not machte er eine Tugend: Ingrao setzt auf zahlreiche junge Spieler. „Ihnen gehört die Zukunft. Da gibt es mehrere Jungs, die das Potenzial besitzen, die sich reinhängen, anbieten, die Chance ergreifen und uns auch im Abstiegskampf weiterhelfen“, lobt der SVS-Coach seine Youngster. „Wir haben insgesamt eine sehr junge Mannschaft. Die ist in den vergangnen Wochen gereift“, spielt Ingrao auf die drei Siege aus vier Partien an.
Gewonnen ist allerdings noch nichts: „Jetzt stehen natürlich sehr schwere Spiele an: Erst die zwei Derbys in Schwenningen und gegen Bösingen, dann die Kellerduelle in Harthausen und gegen Albstadt. Da kann in der Tabelle sehr viel passieren“, so Ingrao.
Die Zwischenauswertung der vergangenen 20 Tage bringt spannende Erkenntnisse: „Beim 3:2 in Reutlingen stimmte die Moral, um einen 0:2-Pausenrückstand noch zu drehen. Das 5:3 gegen Freudenstadt zeigt, wie verschiedene Akteure Verantwortung übernommen haben. Wir lagen früh im Rückstand, klassierten zweimal zudem den Ausgleich. Und eben nach dem Chancentod-Spiel in Tuttlingen ackerte das Team beim 1:0 gegen Nehren und hielt die Null. In allen drei siegreichen Partien stecken unterschiedliche Attribute, die wir für den Klassenerhalt Woche für Woche benötigen. Nicht aufgeben, weitermachen, beharrlich und konzentriert bleiben“, so in Ingraos Devise.
Er richtet den Blick vor den letzten acht Partien ebenso auf die Verbandsliga ob der FC Rottenburg und die TSG Tübingen in die L3 absteigen müssen, vielleicht einer oder gar keiner. „Der 12. Platz auf dem wir jetzt stehen wäre der Rettungsanker und da wollen wir natürlich hin. Wir brauchen weiter Punkte, die Konkurrenten hinter uns werden noch welche holen, es gibt eine Reihe direkter Duelle in denen alles passieren kann.“