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Fußball Jürgen Klopp: "Ich könnte nicht stolzer sein"

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Nach 30 Jahren hat der FC Liverpool mit Jürgen Klopp wieder die englische Meisterschaft gewonnen. Foto: Noble

Die große Party folgt, wenn das "Bullshit-Virus" vorbei ist. Doch auch so ließen es Klopp und Co. nach der Titelübergabe krachen. Der Erfolgscoach sieht dennoch weiter Steigerungspotenzial.

Bevor die Helden von Anfield in die rote Partynacht entschwanden, gab Jürgen Klopp aus Glatten (Kreis Freudenstadt) den Fans ein Versprechen. "Macht euch bereit für eine Feier, ich weiß nur nicht wann. Wenn dieser Bullshit-Virus vorbei ist", kündigte Klopp an, nachdem der FC Liverpool im leeren Stadion auf der Fan-Tribüne The Kop nach schier endlosen 30 Jahren aus den Händen von Club-Legende Kenny Dalglish wieder den englischen Fußball-Meistertitel überreicht bekam. Gefeiert wurde nach dem furiosen 5:3 gegen den FC Chelsea trotzdem. Drinnen wie draußen – mit Flaschenbier, Konfettiregen und ordentlich Feuerwerk.

Tausende Liverpool-Fans waren entgegen den Corona-Warnungen nach Anfield gepilgert und feierten das Ende der titellosen Zeit in der Premier League. Noch während des Spiels musste die Polizei wegen des großen Andrangs die Straßen sperren und eine Bannmeile errichten. Abstandsgebote und Masken interessierte die Fans herzlich wenig. Zu groß war die Sehnsucht nach diesem Moment.

Auch bei Klub-Idolen wie Steven Gerrard, der heute die Glasgow Rangers trainiert. Der einstige Mittelfeldstar freute sich, dass "einige Dämonen begraben" wurden. "Als Liverpool-Fan und Ex-Spieler kenne ich das große, lange Warten", sagte Gerrard. Auch wenn der Titel bei 18 Punkten Vorsprung schon seit Wochen feststand, fiel die Party nach dem Tor-Spektakel groß aus. Immerhin waren die Fans dank der zahlreichen Instagram-Videos ihrer Stars zumindest virtuell dabei.

Und Klopp genoss den Triumph in vollen Zügen. "Wir sind jetzt Champions in England, Europa und der Welt, und das ist die einzige Wahrheit. Es bedeutet die Welt für mich. Ich könnte nicht stolzer sein", sagte Klopp, der in Liverpool längst schon Kultstatus genießt – nicht erst seit dem Champions-League-Triumph 2019.

Als der frühere Dortmunder Meistercoach im Oktober 2015 in die englische Arbeiterstadt kam, war der Klub im Mittelmaß verschwunden. Klopp erweckte den stolzen Verein wie einst den BVB zu neuem Leben, versprach den Fans Pokale – und hielt Wort. "Vor fünf Jahren habe ich Sie gebeten, von Zweiflern zu Glaubenden zu werden, und Sie haben es getan", richtete der Coach dankende Worte an die Anhängerschaft.

Für den früheren Liverpool-Kapitän und -Trainer Graeme Souness war die Verpflichtung von Klopp der Schlüssel zum Erfolg. "Das Geheimnis der Beständigkeit wird vom Manager bestimmt", sagte er und erinnerte an die erfolgreiche Transferpolitik von Klopp. Der Verkauf von Philippe Coutinho für 160 Millionen Euro und im Gegenzug die Verpflichtungen von Abwehr-Star Virgil van Dijk und Welttorhüter Alisson Becker sei der beste Deal der Klub-Geschichte gewesen.

Und Klopp hat noch lange nicht fertig. Bis 2024 läuft noch sein Vertrag, viele seiner Stars sind im besten Fußballer-Alter. Und womöglich kommt noch die ein oder andere Verstärkung hinzu.

Klopp sieht noch Steigerungspotenzial im Team: "Wir werden nicht aufhören und können jeden Spieler noch besser machen. Wir haben die Möglichkeit, einen weiteren Schritt zu machen. Das müssen wir auch. Die anderen schlafen nicht". Wie etwa der entthronte Champion Manchester City. Der Guardiola-Klub sendete am Mittwochabend gleich eine Spitze nach Liverpool, als er nach Spielschluss auf Twitter nicht dem Rivalen, sondern Leeds United und West Bromwich Albion zum Aufstieg in die Premier League gratulierte. Die Reaktion der Liverpool-Fans folgte prompt: "Wie war eigentlich euer Tag so?"

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