Auf dem Kunstrasenplatz des SC Lindenhof wird jeden Tag gekickt. Und das sieht man ihm mittlerweile an. Ob der Platz erneuert werden muss, wird derzeit geprüft. Ein leidiges Thema sind aber auch die Parkplätze.
Den Stein ins Rollen gebracht hat Sven Pfanzelt. Der Stadtrat machte den Gemeinderat im Juli darauf aufmerksam, dass beim Kunstrasenplatz Handlungsbedarf besteht. Und er weiß, wovon er spricht. Schließlich steht Pfanzelt regelmäßig für die zweite Mannschaft des SC Lindenhof zwischen den Pfosten, kennt den Platz also wie seine Westentasche.
Vor 16 Jahren angelegt
Einen Sportplatz in der Friedrich-List-Straße gibt es schon seit 1969. Im Jahr 2008 wurde der Kunstrasenplatz an dieser Stelle angelegt, Kostenpunkt rund eine halbe Million Euro. Seitdem wird er rege genutzt – nicht nur vom SC Lindenhof. Insbesondere in der Winterpause greifen andere Vereine der Gesamtstadt gerne auf die weitgehend wetterunabhängige Trainingsmöglichkeit zurück. Durch Trainings- und Spielbetrieb werde der Platz die meiste Zeit an sieben Tagen in der Woche genutzt, sagt Sven Pfanzelt.
Das hat Spuren hinterlassen, wie er und der SCL-Vorsitzende Frank Bühler uns vor Ort zeigen. An mehreren Stellen ist zu erkennen, dass sich die Nähte der Rasenbahnen lösen. Zudem wurde der Rasen an einigen Bereichen vor Jahren bereits „geflickt“.
Lebensdauer überschritten
Die Herstellerfirma Polytan, die den Platz regelmäßig wartet, gebe zudem die Lebensdauer ihres Kunstrasens mit zwölf bis 14 Jahren an, berichtet Pfanzelt. Daher habe er angeregt, sich von städtischer Seite ein Bild vom Zustand des Platzes zu machen. Dann könne man weitere Schritte für eine Sanierung beziehungsweise Erneuerung erwägen, ehe man auf die Schnelle einzelne Stellen flicke, wenn eigentlich noch viel mehr zu tun wäre.
Für Kosten in Zusammenhang mit der Wartung und Reparatur ist die Stadt Oberndorf zuständig. Die Vereine verfügen über ein Nutzungsrecht und beteiligen sich finanziell am jeweiligen Strom- und Wasserverbrauch, wie Bühler und Pfanzelt erklären.
So teuer könnte es werden
Und wie teuer könnte eine solche Erneuerung des Platzes werden? Im Fall des Kunstrasenfeldes am Bernecksportplatz in Schramberg schlugen die Maßnahmen mit rund 330 000 Euro zu Buche – plus Förderung des Landes in Höhe von 84 000 Euro.
Mittlerweile sei der Platz in Augenschein genommen worden. Die Stadt stehe dabei auch in Kontakt mit der Herstellerfirma, erzählt Frank Bühler.
Der Platz sei nicht nur für mehrere aktive Fußballteams in der Gesamtstadt von Bedeutung, sondern natürlich auch für den Jugendbereich, sagt Pfanzelt. Nach der Corona-Pandemie habe man einen enormen Zuwachs an jungen Fußballern verzeichnen können, insbesondere im F-Jugend- und Bambini-Bereich, berichten die Vereinsvertreter. Derzeit seien mit Spielgemeinschaften rund 250 Kinder und Jugendliche aktiv.
Angespannte Parksituation
Im Zuge der Überlegungen zur Erneuerung des Platzes, die in den Haushaltsberatungen für 2025 eine Rolle spielen könnten, weist der SC Lindenhof auch auf die angespannte Parkplatzsituation in der Friedrich-List-Straße hin – insbesondere an den Samstagen, an denen Jugendspieltage mit mehreren Mannschaften, Trainern und Eltern stattfinden.
Nicht selten weichen die Besucher dann auf Parkflächen wie die bei der benachbarten Gärtnerei aus oder beim Aldi-Markt aus.
Vorgeschrieben seien laut „Verwaltungsvorschrift Stellplätze des Landes Baden-Württemberg“ ein Kraftfahrzeug-Parkplatz und ein Fahrrad-Stellplatz pro 250 Quadratmeter Sportfläche. Man müsse prüfen, wie viele Stellplätze derzeit vorhanden seien, und wie viele noch zu errichten wären, meint Pfanzelt. Eine Möglichkeit, neue Plätze zu schaffen, sieht er beispielsweise in der Von-Gunzert-Straße.
Nicht mehr zeitgemäß
Ein weiterer Grund für eine Erneuerung, führt Pfanzelt weiter an, sei zudem die im Herbst 2023 verabschiedete EU-Verordnung zum Verbot von Mikroplastik. Das Gummigranulat, das auf dem Kunstrasenplatz auf dem Lindenhof als Infill verwendet werde, sei nach Auffassung der EU gesundheitsschädlich. Alternative Verfüllungsmaterialien seien Kork, Sand, Holzchips oder Ähnliches.