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Fußball In den Flitterwochen hat alles begonnen

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Burak Sahin (links) reist seit nunmehr vier Jahren nach Ostafrika, um bedürftigen Kindern zu helfen. Foto: Sahin

Seit vier Jahren reist der Vöhringer Stürmer Burak Sahin nach Ostafrika und unterstützt dort Kinder in einem Waisenhaus. Angefangen hat alles einem Urlaub auf Sansibar.

"Wenn mal einmal dort ist und das Lachen der Waisenkinder sieht, wie dankbar die sind, dann will man wiederkommen", sagt der Vöhringer Burak Sahin. Der 28-jährige Offensivspieler der SG Vöhringen hat dieses Lachen der Waisenkinder aus dem äthiopischen Harar noch bestens in Erinnerung, denn er ist erst am Mittwoch aus Ostafrika zurückgekehrt. Dort reist er mittlerweile seit vier Jahren hin. Allerdings nicht um Urlaub zu machen, denn Harar ist auch bei Touristen sehr beliebt, vor allem wegen der Lage im Hochland und den weltberühmten Hyänenfütterungen am Abend. Sahin will helfen.

Einschneidendes Erlebnis

Aber wie kommt ein Kicker aus dem Mühlbachtal dazu, im äthiopischen Hochland Waisenkinder zu unterstützen? Alles begann vor vier Jahren. Burak Sahin und seine damals frisch angetraute Aylin verbrachten ihre Flitterwochen in Tansania und der vorgelagerten Insel Sansibar. "Das war toll, der Strand auf Sansibar war wundervoll. Aber wir wollten auch ins Landesinnere, und nur ein paar hundert Meter hinter dem Strand sieht alles anders aus. Wir waren über die Armut zutiefst erschrocken, das hat uns betroffen gemacht", sagt Sahin. Damals waren er und seine Frau mit insgesamt fünf Koffern in die Flitterwochen gestartet. "Wir kamen mit einem Koffer zurück, und der war nur halb voll. Den Rest haben wir verteilt. Ich habe zu meiner Frau gesagt: Das machen wir jetzt jedes Jahr."

Sahin schmiedet einen Plan

Gesagt, getan. Sahin ist immer wieder in der Türkei zu Besuch, wo seine Eltern herkommen und noch Verwandte wohnen. Dort lernte er den Äthiopier Ibrahim Yusuf Abadier kennen, der in der Türkei studierte. Die beiden freundeten sich an und Sahin sprach mit seinem neuen Freund über die Armut in Afrika und seinen Plan, helfen zu wollen. Abadier stammt aus Harar, fast an der Grenze zu Somalia, berichtete von zwei Waisenhäusern in seiner Heimatstadt. In Sahin reifte der Plan, anstelle eines Jahresurlaubs einmal im Jahr mit seiner Frau nach Äthiopien zu fliegen und eines der beiden Waisenhäuser zu besuchen. Im ersten Jahr waren Burak und Aylin Sahin sehr überrascht von der Offenheit, die ihnen in Harar begegnete – und wie es im Haus seines Freundes zuging: "Da stehen die Türen offen, da kommen Obdachlose rein und bekommen etwas zu essen. Es ist Tradition in der Familie, dass man anderen hilft."

Helfergruppe reist mit

In diesem Jahr reiste Sahin ohne seine schwangere Frau nach Äthiopen, allerdings mit einer Helfergruppe. Er hatte sowohl im Bekanntenkreis in Deutschland als auch in der Türkei Werbung für seine Hilfstour gemacht, so kamen aus der Türkei vier Freunde mit. Entgegen kam Sahin, dass gerade das muslimische Opferfest war. Da ist es Brauch, Gaben zu teilen. So sammelte er neben Kleidern, Schuhen, Spielsachen, Malbüchern und Schulutensilien auch Geld. "Ich selbst hatte fünf Koffer und einen Trikotkoffer der SGM Vöhringen dabei. Ich wusste aus dem letzten Jahr, als ich zum ersten Mal Trikots aus Vöhringen mitgenommen hatte, dass die Kinder ganz wild darauf sind. Allein mein Gepäck wog 100 Kilo, und die anderen hatten alle ähnlich viel dabei."

Trikots sind das Highlight

Über Addis Abeba und Dire Dawa flog die Gruppe nach Äthiopien, dann ging’s noch einmal eineinhalb Stunden mit dem Auto nach Harar. "Im Waisenhaus war die erste Frage der Kinder, ob wir wieder Trikots haben. Seit einem Jahr kennt man Vöhringen in Harar." In dem Waisenhaus werden 90 Kinder betreut. Im vergangenen Jahr hat Sahin dort gesehen, dass die Kinder teilweise auf dem blanken Boden schlafen müssen­ – also ist er losgegangen und hat Matratzen organisiert. "Als wir gerade angekommen waren, wurde ein neugeborenes Baby abgegeben. Dem durften wir einen Namen geben", berichtet der 28-Jährige.

Bildung soll Zukunft sichern

Bei Besuchen in der Stadt wurde die Gruppe mit der unsagbaren Armut konfrontiert. "Da leben Mütter mit ihren Babies auf der Straße. Das ist für uns unvorstellbar. Aber ich kann nicht überall helfen, ich konzentriere mich auf das Waisenhaus. Und ich will dort was für die Bildung tun. Essen ist das eine, aber ohne Bildung haben die Kinder keine Zukunft", sagt der Vöhringer. Schon jetzt denkt er an seine nächste Reise –­ "und da hoffe sich, dass mich vielleicht auch ein paar Vöhringer begleiten."

Übrigens: Hingeflogen ist Burak Sahin mit fünf Koffern, zurück nicht einmal mit Handgepäck. Lediglich zwei Kilo Hochlandkaffee hat er mitgebracht.

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