Spielleiter Dieter Link runzelt die Stirn, sein SV Deckenpfronn ist akut abstiegsgefährdet. Ob der Klassenerhalt gelingt, ist entscheidend für die Zahl der Absteiger in der Bezirksliga. Foto: Albert M. Kraushaar

Jahr für Jahr eine echte Wissenschaft für sich: Wer muss absteigen und wo exakt befindet sich in den einzelnen Fußball-Ligen das rettende Ufer? Der Überblick kurz vor dem Saisonfinale im Kreis Calw.

Endspurt bei den Fußballern im Kreis Calw: In der Staffel 1 der Kreisliga A steht an diesem Sonntag der letzte Spieltag an, in der Bezirksliga Böblingen/Calw eine Woche später. Nicht immer ganz eindeutig ist jedoch, wie viele Mannschaften aus den einzelnen Ligen absteigen – insbesondere in dieser Saison mit Blick auf die nahende WFV-Gebietsreform und den dadurch verbundenen verschärften Abstieg.

Grundsatz

Die Frage nach der Anzahl der Absteiger in den Ligen des Fußballbezirks Böblingen/Calw ist abhängig von der Anzahl der Absteiger in der Verbandsliga. Steigt aus der Verbandsliga nur eine Mannschaft in die Staffel 3 der Landesliga ab, dann bleibt es dort bei fünf Direktabsteigern. Der VfL Nagold ist bereits definitiv abgestiegen. Der VfL Sindelfingen steht aktuell auf dem Relegationsplatz. Treffen kann es auch noch die TSG Tübingen und den VfL Pfullingen, die in die Staffel 3 absteigen würden.

Landesliga

In der Staffel 3 der Landesliga steht der FC Gärtringen als Absteiger praktisch fest. Einiges hängt also davon ab, ob sich der SV Deckenpfronn in der Landesliga halten kann. Schafft der SV Deckenpfronn den Klassenerhalt, dann kommt nur der FC Gärtringen in die Bezirksliga Böblingen/Calw hinunter. Steigen die Deckenpfronner ab, werden auch sie in der kommenden Saison in der Bezirksliga Böblingen/Calw spielen. Schließen die Deckenpfronner die aktuelle Spielrunde auf dem Relegationsplatz ab – noch unklar, welcher Tabellenplatz das sein wird –, ist nur der FC Gärtringen Direktabsteiger. Sollten der SV Deckenpfronn über die (verlorene) Relegation absteigen, würde die Bezirksliga Böblingen/Calw von 14 auf 15 Mannschaften aufgestockt.

Bezirksliga

In der Bezirksliga Böblingen/Calw sind in der laufenden Saison fünf Direktabsteiger vorgesehen. Kommen die Deckenpfronner als Direktabsteiger aus der Landesliga, müssten in der Bezirksliga sechs Teams den Weg in die Kreisliga A antreten. Der VfL Stammheim und der TSV Haiterbach stehen in der Bezirksliga als Absteiger fest. Der SV Althengstett steht auf dem Relegationsplatz – und muss hoffen, dass dieser zwölfte Platz auch tatsächlich am Ende der Relegationsplatz ist. Auch der 1.FC Altburg und der VfL Nagold II können bei zwei beziehungsweise drei Punkten Vorsprung noch auf Platz zwölf rutschen. Selbst der SV Gütlingen auf Platz sechs ist mit sechs Punkten Vorsprung bei noch zwie auszutragenden Spielen nicht sicher durch. Noch enger wird es, wenn der SV Deckenpfronn direkt absteigt.

Kreisliga A

In der Staffel 1 der Kreisliga A steigen nach den Vorgaben in dieser Saison fünf Mannschaften ab – unter der Voraussetzung, dass von oben aus der Bezirksliga nur eine Mannschaft kommt. Da mit dem VfL Stammheim und dem TSV Haiterbach zwei Bezirksligisten aus dem Kreis Calw sicher absteigen werden, sind es somit sechs Direktabsteiger aus der Kreisliga A. Bei drei Absteigern aus dem Kreis Calw aus der Bezirksliga werden es sogar sieben. Soweit allerdings dürfte es jedoch nicht kommen, da der Meister der Staffel 3 der Kreisliga B nicht in die Staffel 1 der Kreisliga A aufsteigen wird. Es wird also „nur“ sechs Direktabsteiger geben.

Sonderfall SF Gechingen

Aus der Staffel 1 der Kreisliga A wird eine Mannschaft in die Bezirksliga Böblingen/Calw aufsteigen. Die Sportfreunde Gechingen, die die Saison definitiv auf dem zweiten Tabellenplatz der Bezirksliga abschließen und somit an der Relegation teilnehmen. Offen ist, wie die Vereinsführung zum möglichen Aufstieg der zweiten Mannschaft steht, die aktuell Tabellenführer in der Kreisliga A ist und bei zwei Punkten Vorsprung am Sonntag Meister werden kann. Da in Württemberg ein Verein nicht mit zwei Mannschaften in einer Liga spielen darf (was in anderen Landesverbänden möglich ist), kann die zweite Gechinger Mannschaft nur aufsteigen, wenn sich die erste erfolgreich in der Relegation durchsetzen kann. Bleiben die Sportfreunde mit ihrer ersten Mannschaft hingegen in der Bezirksliga, bleibt die zweite in der Kreisliga A, in der es dann laut WFV keinen direkten Aufsteiger gibt. Der Tabellenzweite der Kreisliga A – die Spvgg Wart/Ebershardt oder der TSV Möttlingen – kann hingegen wie üblich über die Relegation in die Bezirksliga aufsteigen.