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Fußball: Ex-Nullachter Kai Brünker zeigt sich zuversichtlich, mit Magdeburg den Klassenerhalt zu schaffen

14 Einsätze mit insgesamt 557 Spielminuten – plus ein Tor. So liest sich das persönliche Halbjahreszeugnis des gebürtigen Villingers Kai Brünker (26) beim Drittligisten 1. FC Magdeburg. Das Problem nur: Der Traditionsverein ist aktuell Schlusslicht.

Vier Tage in der Heimat

Vier Tage hat Kai Brünker über Weihnachten in der Heimat verbracht. Die Zeit in Villingen verging für ihn wie im Flug. Diese war vollgepackt mit einigen privaten Besuchen. Seine Lebensgefährtin wohnt immer noch hier. Vater Dirk, früher selbst Profi und erfolgreicher Torjäger beim FC 08, hatte seinen Sohn auch lange nicht mehr gesehen. "Er hätte mich schon längst bei einem Heimspiel in Magdeburg besucht, wenn sie Zuschauer reingelassen hätten", lacht Kai Brünker.

Vor seinem Heimattrip in den Schwarzwald hatten Kai Brünker und sein Team zum zweiten Mal in dieser Saison für einige Tage in Quarantäne gemusst. Doch inzwischen gibt es Entwarnung. Seit knapp zwei Wochen trainiert der Drittligist unter Coach Thomas Hoßmang wieder, bereitete sich in den letzten Tagen intensiv auf den Re-Start an diesem Samstag daheim gegen Uerdingen vor.

Großer Druck im Frühjahr

Keine Frage, die Magdeburger Mannschaft, die bislang in 15 Spielen lediglich 14 Punkte einfuhr, steht im Frühjahr unter Druck. Eigentlich wollten der große Traditionsverein zu diesem Zeitpunkt ganz woanders in der Tabelle stehen. Die sportlichen Ansprüche im Umfeld sind jedes Jahr hoch. Der Klub besitzt schließlich eine sehr erfolgreiche Historie. Nun aber stecken die Ostdeutschen mittendrin im Abstiegskampf der Dritten Liga, die von Jahr zu Jahr niveaustärker wird.

Kai Brünker ist aber zuversichtlich, dass es für seine Mannschaft in den kommenden Wochen besser als im Herbst läuft. "Klar – wir haben unsere eigenen Ziele in der Vorrunde nicht erreicht, doch in einigen Spielen hat uns nicht viel gefehlt, um erfolgreich zu sein. Wir hatten ja zuletzt auch einen Aufwärtstrend mit vier ungeschlagenen Spielen. Die Mannschaft geht intern sehr offen und selbstkritisch mit den Problemen um, das hilft in so einer engen Situation auch weiter."

Die sehr kurze Weihnachtspause machte dem Angreifer nichts aus. "Es war in diesem Jahr vor Weihnachten nicht so, dass der Tank leer war. Im Gegenteil, ich freue mich, dass es nun weitergeht."

Kai Brünker selbst zeigt sich glücklich, im vergangenen Sommer den Schritt von Sonnenhof-Großaspach nach Sachsen-Anhalt getan zu haben. "Ich fühle mich sehr wohl hier, bin damals hervorragend aufgenommen worden. Die Stadt und die Region bieten in der Freizeit jede Menge und die Menschen sind sehr freundlich. Und sportlich läuft es für mich persönlich gut, vor allem blieb ich bislang verletzungsfrei." Sein Vertrag läuft beim 1.FCM auch noch in der kommenden Saison.

Wohnung im Zentrum

Mittendrin in Magdeburg – nahe am Domplatz – wohnt Kai Brünker. Aufgrund des Lockdowns ist es auch für ihn nicht möglich, sich kurz mal in den benachbarten Bistros auf einen Kaffee mit seinen Teamkollegen zu treffen. "Wir haben eine junge Mannschaft – und der Zusammenhalt ist gut", berichtet er. Noch nicht war ihm vergönnt, die großartigen Magdeburger Fans im Stadion (gewöhnlicher Zuschauerschnitt bei den Heimspielen bei rund 22 000) aufgrund der Corona-Maßnahmen zu erleben. Aber Kai Brünker hat schon einige von ihnen abseits vom Platz getroffen. "Natürlich haben sich auch unsere Anhänger bislang viel mehr vorgestellt, aber sie sehen auch, dass wir uns auf dem Platz zerreißen. Deshalb hält sich ihre Kritik auch relativ in Grenzen. Ich finde es klasse, wie sehr unsere Fans hier den Fußball leben." Und vielleicht läuft es ja für Kai Brünker und Co. in der Dritten Liga bald um einiges besser.

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