08-Chefcoach Marcel Yahyaijan findet die Entscheidung schlüssig. Foto: Marc Eich

Oberliga: Große Enttäuschung bei Freiberg und den Kickers

(mib). In der Oberliga Baden-Württemberg herrscht nach der Entscheidung, dass es keinen Aufsteiger in die Regionalliga in dieser Saison gibt, große Enttäuschung beim bisherigen Spitzenreiter SGV Freiberg und auch beim Tabellenzweiten Stuttgarter Kickers.

Beim FC 08 Villingen (Platz zehn bei der Annullierung) jedoch zeigen sich die Verantwortlichen über den Beschluss nicht überrascht. "Die Entscheidung ist in sich schlüssig. Allerdings hatte ich insgeheim mit einem Aufsteiger schon gerechnet", betont Sportdirektor und Chefcoach Marcel Yahyaijan.

Kickers müssen einsparen

Die Gesellschafterversammlung und die Spielkommission mit den Vertretern der drei Fußball-Verbänden des Landes hatten am Donnerstag den Beschluss gefasst, den Spielbetrieb in dieser Saison nicht mehr wiederaufzunehmen. Die beendete Meisterschaftsrunde in der Oberliga Baden-Würrtemberg ist für die Saison 2020/21 annulliert (wir haben berichtet). Es gibt keinen Aufsteiger in die Reginalliga und keine Absteiger in die jeweiligen Verbandsligen.

Christan Werner, der Sportdirektor des aktuellen Oberliga-Spitzenreiters SGV Freiberg, war die Enttäuschung deutlich anzumerken. "Wir sind überrascht, werden das Ganze intern besprechen und dann über das weitere Vorgehen entscheiden."

Die Stuttgarter Kickers hatten als Tabellenzweiter auf die Teilnahme an den Relegationsspielen gehofft und reagierten ähnlich konsterniert wie die Verantwortlichen aus Freiberg. Möglicherweise werden Freiberg und die Kickers gegen die Entscheidung klagen. Für die Stuttgarter steht sehr viel auf dem Spiel. Denn, müssten sie eine bereits vierte Saison in der Oberliga in Angriff nehmen, würde dies im Etat zwangsweise zu erheblichen Kürzungen führen. So gibt es bereits Planungen, Streichungen bei der Verwaltung und beim Nachwuchs vorzunehmen.

Zieht Sandhausen II zurück?

Dem Beschluss zur Beendigung und Annullierung der Oberliga-Spielzeit war eine Entscheidung der Gesellschafterversammlung der Regionalliga Südwest vorausgegangen, keine Aufsteiger aus der Oberliga Baden-Württemberg, der Hessenliga und der Oberliga Rheinland-Pfalz zuzulassen. Die Begründung leitet sich aus der fehlenden sportlichen Qualifikation ab, da keine der genannten Oberligen nur annähernd 50 Prozent der vorgesehenen Spiele absolviert hat. Die Anzahl der Absteiger aus der Regionalliga Südwest verringert sich in dieser Saison 2020/21 somit auf zwei Vereine.

Sieben Spieltage vor dem Saisonende in der Regionalliga Südwest dürfte es – theoretisch – die im unteren Tabellendrittel rangierenden baden-württembergischen Klubs Walldorf und Großaspach nicht mehr treffen. Die Oberliga Baden-Württemberg würde somit im August erneut mit 21 Teams beginnen. Allerdings ist es noch fraglich, ob das Schlusslicht dieser Saison, der SV Sandhausen II, dann noch dabei ist. Die Gerüchte um einen Rückzug sind ja nicht neu.

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