Vor dem Test am Montag gegen die Ukraine ist die Stimmung rund um die Nationalelf gut: Die Fans feiern die Spieler – und diese ziehen daraus große Motivation für die Heim-EM.
Das Herz des Mannschaftsquartiers schlägt auf dem Dorfplatz. Dort sollen sich die Nationalspieler treffen , und dort soll der Teamgeist entstehen, der die Auswahl des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) bei der Heim-EM weit trägt. Am liebsten bis in das Finale am 14. Juli in Berlin. Dafür wird aber auch das erste Spiel beim Turnier im eigene Land von spezieller Bedeutung sein, wie Joshua Kimmich betont. „Alles steht und fällt ja mit dem Gewinnen“, sagt der 29-Jährige vom FC Bayern, „mit einem Sieg im Eröffnungsspiel gegen Schottland wird die Stimmung weiter steigen.“
Zwölf Tage sind es noch bis zur ersten Begegnung in München. So lange bereitet sich der Kader von Julian Nagelsmann in Herzogenaurach auf dem Gelände des DFB-Ausrüsters Adidas vor. Auf dem Homeground, wie das Areal heißt. In Einzelzimmern, die zu Vierereinheiten zusammengefasst sind, und vom Bundestrainer positionsspezifisch verteilt wurden, logieren die Stars. Kimmich bewohnt ein Häuschen mit den anderen Außenverteidigern.
Kommunikativ und gesellig soll das einerseits mit dem erwähnten zentralen Treffpunkt sein. Andererseits aber ebenso Rückzugsraum für die Spieler bieten. Optimale Bedingungen seien gegeben für den Feinschliff, sagen alle. Auch, weil fußläufig von den Zimmern ein neuer Trainingsplatz entstanden ist. Das ist die Arbeitsbasis, die im Moment von großer Begeisterung gestützt wird. 4000 Fans begrüßten am Freitagabend die DFB-Mannschaft nach dem Umzug von Thüringen nach Franken, trotz strömendem Regen.
„Es war toll zu sehen, dass so viele Menschen da waren. Das zeigt, dass die Leute zuhause bereit sind für das Turnier. Das ist eine große Motivation für uns“, sagt Kimmich zur Laune im Fußballvolk. Vor dem Testspiel am Montag (20.45 Uhr/ARD) in Nürnberg gegen die Ukraine führt er aus, dass es auch in der Mannschaft gelöst zugeht. Das hat viel mit den Siegen im vergangenen März gegen Frankreich und die Niederlande zu tun. Und diese Erfolgserlebnisse sind auf frische Impulse zurückzuführen, die durch die personelle Umstrukturierung ausgelöst wurden.
Profitiert hat davon zum Beispiel Deniz Undav vom VfB Stuttgart. Der 27-Jährige garantiert nun außerhalb des Platzes mit seiner unbekümmerten Art viel Spaß im internen Kreis. Ernst meint es der Offensivspieler damit, „dass der Leverkusener und der Stuttgarter Block die stärksten hier sind“. Diese Einschätzung hat Undav noch vor dem Ende des Trainingslagers im Weimarer Land hinterlassen. Dabei bezieht er sich nicht nur auf die Anzahl der vertretenen Nationalspieler.
Der FC Bayern München stellt fünf Profis für die DFB-Auswahl ab. Angeführt von den Weltmeistern Manuel Neuer und Thomas Müller, vervollständigt von Joshua Kimmich, Leroy Sané und Aleksandar Pavlovic. Sie begleiten jedoch einige Zweifel nach der schwierig verlaufenen Saison. Das VfB-Quintett mit Deniz Undav, Waldemar Anton, Chris Führich, Maximilian Mittelstädt und Alexander Nübel will als Vizemeister hingegen die zuletzt gezeigte Spielfreude in die Nationalmannschaft einbringen, das Bayer-Trio mit Robert Andrich, Florian Wirtz und Jonathan Tah die Siegermentalität des Doublegewinners. „Durch die Erfolge verspürt man auf jeden Fall Rückenwind und ist voll positiver Energie“, sagt Tah.