Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Fußball Ein Hauch von Jupp Heynckes im Gäu

Von
Jupp Heynckes war damals mit dabei. Foto: dpa

Die DFB-Pokal-Saison 1974/75 war das große Highlight für die Fußballfans in der Region: Der kleine TV Gültstein traf auf die großen Fohlen aus Mönchengladbach. Am Samstag gibt es die Neuauflage im Ammerstadion.

Ein Vestenbergsgreuth wurde Gültstein nicht. Wahrscheinlich war man auf der Geschäftsstelle von Borussia Mönchengladbach auch deshalb nicht sonderlich erbost, als nach 35 Jahren wieder ein Anruf aus dem Herrenberger Teilort kam. "Die Zusage, zu uns zu kommen, kam relativ schnell", erinnert sich Heiko Haist, Vorsitzender des TV Gültstein, dessen Alte Herren am morgigen Samstag ab 16 Uhr auf die Traditionsmannschaft der Fohlen treffen. Denn anders als der TSV Vestenbergsgreuth, der 1994 den großen FC Bayern München aus dem DFB-Pokal warf, erlitt der TV Gültstein 20 Jahre zuvor eine klare 0:5-Niederlage gegen die große Mannschaft der 1970er-Jahre. Drei Tore erzielte Jupp Heynckes, dazu trafen Horst Köppel und Hans-Jürgen Wittkamp.

Dass der TV Gültstein in jener Saison 1974/75 überhaupt am DFB-Pokal teilnehmen durfte, ist einer Kuriosität zu verdanken. Der damalige Erstamateurligist wurde 1973 – zum bisher einzigen Mal – WFV-Pokalsieger und nahm dadurch am süddeutschen Pokal teil, verlor dort aber gegen VfR Heilbronn mit 2:3, womit sich das Thema eigentlich erledigt hatte. Da aber ab der Saison 1974/75 erstmals die Landespokalsieger für den DFB-Pokal qualifziert waren, wurden in Württemberg einfach fünf Teams ausgesucht. Neben dem damals amtierenden WFV-Pokal-Sieger Spvgg Ludwigsburg fiel die Wahl auf den Heidenheimer SB, den Göppinger SV, den VfB Stuttgart II und eben den TV Gült­stein.

Keine Garantie

Dass der TV Gültstein im DFB-Pokal eine große Mannschaft zugelost bekommt, war höchst ungewiss. Im Gegensatz zu heute landeten alle Vereine nämlich im gleichen Lostopf. Es hätte also auch ein Amateurverein werden können. Umgekehrt traf etwa der FC Bayern, der in der Vorsaison erst zum dritten Mal in Folge Deutscher Meister wurde, in der ersten Runde auf den VfB Stuttgart – wohlgemerkt zu Hause im Münchner Olympiastadion. Dass es für den TV Gültstein dann aber nicht nur ein Bundesligist werden würde, sondern die Gladbacher Borussen, die 1970 und 1971 Deutscher Meister geworden waren, elektrisierte die gesamte Region: Berti Vogts, Rainer Bonhof und Jupp Heynckes kommen ins Gäu.

Mit 7000 Zuschauern platzte das Gültsteiner Ammerstadion aus allen Nähten. Selbst unmittelbar neben der Seitenlinie setzten sich Leute auf den Boden. "Über dieses Spiel spricht man bei uns noch heute", sagt Haigst. Sportlich blieb der Ausnahmezustand jedoch aus. Der "Kicker" schrieb, dass das Spiel für die Fohlen "nicht mehr als eine Pflichtübung und dazu noch eine lästige" gewesen wäre. Der TV Gült­stein hätte sich nur auf die Defensive beschränkt und "mehr rückwärts als vorwärts" gespielt.

Kader noch ungewiss

35 Jahre später kommt es nun zum Wiedersehen. Mit wem die Traditionsmannschaft von Borussia Mönchengladbach, die sich Weisweiler-Elf nennt, heute im Ammerstadion antreten wird, steht noch nicht fest. Spieler aus dem Kader der Saison 1974/75 werden wohl nicht dabei sein. Dafür könnten es prominente Namen wie Peter Wynhoff, Arie van Lent, Ewald Lienen, Claus Reitmaier oder Oliver Neuville sein. "Wer bei der Weisweiler-Elf dabei ist, wird immer erst sehr kurzfristig entschieden", meint Haigst.

Anlass für die Neuauflage des DFB-Pokal-Spiels ist das 1250-jährige Bestehen von Gültstein, das in diesem Jahr gefeiert wird. 7000 Zuschauer wie damals werden wohl nicht kommen. Der TV Gült­stein rechnet mit etwa 1000. Doch wie schon vor 35 Jahren hofft Haigst, dass das Spiel für neue Frische im Verein sorgen wird: "Wir versprechen uns davon einen höheren Bekanntheitsgrad. Und der ist in Zeiten, in denen kaum jemand ein Ehrenamt übernehmen will, wichtiger denn je."

0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.