Eine große Gratulantenschar hatte sich auf dem Frommerner Sportgelände eingefunden, um die „Amateurin des Jahres“, Petra Linder, Foto: Kara

Feierstunde für rührige Trainerin

Eine ganz besondere Ehre wurde Petra Linder am Sonntagmorgen vor dem letzten Testspiel gegen den Oberligisten TV Derendingen zuteil: Zahlreiche Gäste waren auf dem Sportgelände erschienen, um die rührige und langjährige Trainerin, Spielerin und Funkktionärin bei ihrer offiziellen Auszeichnung als „Amateurin des Jahres 2022“ zu würdigen.

 

„Das ist ein Tag, den Du und wir als Verein wahrscheinlich nur einmal erleben dürfen. Amateurin des Jahres wird man wahrscheinlich nicht so oft. Wir alle vom TSV Frommern sind irre stolz auf Dich“, sagte der Fußballabteilungsleiter des TSV Frommern, Uwe Vieth, ehe er Petra Linder durch das Spalier der Frommerner Nachwuchsspielerin auf die eigens aufgebaute Bühne bat. DFB-Vorstand Ronny Zimmermann war der erste der prominenten Gratulanten. „Glückwunsch an den TSV Frommern. Wer solche Menschen wie Petra Linder in seinen Reihen hat, braucht sich keine Sorgen um das Heute und Morgen zu machen. Solche Menschen prägen einen Verein und machen ihn aus“, lobte der Funktionär, der für den Amateurfußball zuständig ist. „Natürlich hätten es alle Nominierten verdient gehabt“, sagt Zimmermann, der bei der Wahl der Amateurin und des Amateurs des Jahres selbst in der Jury saß, „Deine Lebensgeschichte ist aber so einmalig und wunderbar, deshalb war relativ schnell klar, dass die Amateurin des Jahres 2022 nur Petra Linder heißen kann.“ Er habe sich vor allem zwei Begriffe im Zusammenhang mit Petra Linder gemerkt. „Zum einen „Multitalent“ – wer so viel Begeisterung bei Mädels hervor ruft und auch die Männer hinter sich bringt, muss ein Multitalent sein – und zum Anderen „Traumfrau“ – und da hat nicht einmal dein Mann gesagt. Tausend Dank, was Du für den Fußball Gutes tust.“ Und als Dankeschön brachte Zimmermann für Petra Linder eine Einladung zum Länderspiel der Deutschen Nationalmannschaft gegen Belgien in Köln mit, sowie einen eigens gefertigten Trikotsatz mit. Zudem wird die „Amateurin des Jahres“ auch der Jury zur „Fairplay“-Wahl des Jahres angehören.

Auch WFV-Präsident Matthias Schöck wusste das Wirken Petra Linders zu würdigen. „Das ist eine phänomenale Auszeichnung. Ich habe Ihre Vita gelesen und war begeistert. Wer über Jahrzehnte hinweg sich in einem Verein so engagiert, der hat diese Auszeichnung mehr als verdient. Diese ist zum zweiten Mal in den Bereich des Württembergischen Fußballverbandes gegangen. Darauf sind wir im WFV sehr stolz.“

„Wir sind wahnsinnig stolz, dass wir die Amateurin des Jahres 2022 in unserem Bezirk haben“, brachte der Bezirksvorsitzende Wolfgang Haug seine Anerkennung zum Ausdruck. „Wir hoffen, dass Du noch lange dem Fußball erhalten bleibst.“ Die Frauenfußball-Referentin des Bezirks Zollern, Ulrike Goth konnte sich da nur anschließen. „Ich habe selbst noch gegen Dich gespielt. Du bist immer nah bei den Leuten; solche Menschen braucht man.“ Der Bürgermeister der Stadt Balingen, Ermilio Verrengia, fasste ebenfalls seine Wertschätzung in Worte: „Was Du gemacht hast, das ist Triathlon, Marathon und Mehrkampf zugleich. Du bist eine Botschafterin für den TSV Frommern und die Stadt Balingen über die Region hinaus geworden.“ Zum Dank lud er Linder zu einem Tag auf der bald beginnenden Landesgartenschau nach Balingen ein.

Danach wurde es emotional: Ihren Dank zum Ausdruck brachten auch Petra Linders Ehemann Joachim und ihre Töchter Sarah und Leonie, die eigens per Livestream aus Neuseeland zugeschaltet wurde. „Uns begleitet der Fußball, seit wir uns vor über 30 Jahren das erste Mal getroffen haben. Wir wissen in der Familie, was das heißt. Aber Petra macht es immer mit Liebe, Deswegen freue ich mich über die Ehrung“, sagt ihr Ehemann. „Mama, keine hat den Titel mehr verdient als Du. Denn Du bist seit Jahrzehnten die „Frau für Alles“. Du bist mit Leidenschaft und Liebe beim Fußball bei der Sache, und das hat sich auf uns übertragen“, sind sich die Töchter einig.

„Die ganzen Menschen, die eigens zu der Ehrung gekommen sind, das macht mich schon stolz. Das ist eine Bestätigung meiner Leistungen über die Jahrzehnte hinweg. Ich bin richtig happy“, sagt die Amateurin des Jahres selbst. „Ich bin mit dem Herzen dabei und mache es auch gern“, denkt Petra Linder in naher Zukunft nicht ans Aufhören.