Die Meisterschaft entscheidet sich wohl in dieser Saison zwischen SGM Deißlingen/Lauffen und TSV Straßberg. Vor dem Re-Start sprachen wir mit den Trainern.
Wenn in der Fußball-Bezirksliga Schwarzwald-Zollern über die Meisterschaft gesprochen wird, fallen in dieser Saison vor allem zwei Namen: die SGM Deißlingen/Lauffen und der TSV Straßberg. Mit 46 Punkten aus 19 Spielen und einem beeindruckenden Torverhältnis von 74:23 führt die Spielgemeinschaft aus dem Landkreis Rottweil die Tabelle an, dicht gefolgt von den Schmeien-Kickern aus Straßberg mit 36 Punkten aus 15 Partien (43:18 Tore).
Personelle Veränderungen in Straßberg in der Winterpause
Der TSV Straßberg hat in der Winterpause seinen Kader noch einmal personell verändert. Neu zum Team stößt Armin Hotz, der Abwehrspieler war zuletzt als Spielertrainer beim TSV Frommern aktiv. Nach einer rund zehnmonatigen Pause aufgrund einer Knieverletzung ist er nun wieder einsatzbereit und soll die Defensive verstärken. Zudem kehren Sven Schmidt nach Abschluss seines Studiums sowie Gavin Kraus nach seinem Auslandsaufenthalt wieder zurück und verstärken die Mannschaft. Demgegenüber steht der Abgang von Felix Strobel, der den Verein aufgrund eines längeren Auslandsaufenthalts vorübergehend verlässt. Am ehesten könnten der SV Dotternhausen (34 Punkte/18 Spiele) und die SGM Gruol/Erlaheim (33/18) noch in den Meisterschafts-Zweikampf eingreifen, der Abstand auf die Spitze ist dennoch beträchtlich.
Im Interview spricht Marc-Philipp Kleiner vom TSV Straßberg über das Titelrennen und mögliches Entwicklungspotenzial in der entscheidenden Phase der Saison.
Heißt es am Ende eher: Meisterschaften gewinnt die Defensive – oder doch die Offensive?
Marc-Philipp Kleiner: Über eine komplette Saison hinweg ist es vor allem die Defensive, die den Ausschlag gibt. Eine stabile Abwehr verleiht der gesamten Mannschaft Sicherheit und Struktur. Gleichzeitig beginnt gute Defensivarbeit bereits im Sturm: Dort setzt das erste Pressing an, dort wird der Gegner zu Fehlern gezwungen. Nur, wenn alle gemeinsam verteidigen, kann man langfristig erfolgreich sein.
Welche Bedeutung hat Jan Ferdinand für das Spiel und die Stabilität des TSV?
Wir sind sehr froh, dass Jan bei uns in Straßberg ist. Seine fußballerische Qualität und seine Erfahrung helfen unserer jungen Mannschaft enorm. Er steht auch im engen Austausch mit mir und bringt immer wieder wertvolle Perspektiven ein. Trotzdem gilt bei uns ganz klar: Gewinnen und Verlieren – das geht nur als Team. Der Zusammenhalt ist einer unserer entscheidenden Erfolgsfaktoren. Das weiß auch Jan, und genau so bringt er sich bei uns ein.
In welchen Bereichen sehen Sie für die Rückrunde noch das größte Entwicklungspotenzial Ihrer Mannschaft?
Mit Ball wollen wir noch ruhiger und klarer agieren, vor allem in Drucksituationen. In der Vorrunde haben wir unsere Umschaltmomente häufig nicht konsequent oder zu unsauber ausgespielt. Hier können wir deutlich mehr Gefahr im gegnerischen Strafraum erzeugen. Unsere Altersstruktur ist insgesamt sehr jung. Deshalb möchten wir mehr Stabilität entwickeln und unsere Spieler kontinuierlich weiter fördern. Besonders erfreulich ist, dass gleich drei Spieler aus dem U19-Bereich den Sprung in den aktiven Bereich geschafft haben: Valentin Riester, Mert Akil und Sascha Reimann.
Der Tabellenführer schaut nur auf sich
Beim Rivalen vom Oberlauf des Neckars schaut man nur auf sich. Spielertrainer Felix Schaplweski sagt: „Wenn wir den Job erledigen, ist die Meisterschaft auf jeden Fall möglich. Wir wollen einfach weiter unser Soll erfüllen.“
Am 1. März steht erstmals wieder ein Pflichtspiel an und es geht gleich zum starken Tabellendritten SV Dotternhausen. „Das wird direkt ein guter Start. Dotternhausen ist spielerisch sehr stark. Es wird ein wichtiges Spiel für beide Teams, wir wollen gut reinstarten“, so Schaplewski.
Die Vorbereitungsspiele geben Anlass für Optimismus. „Gegen die TSG Balingen II und den FC Königsfeld hatten wir auch unsere Chancen. Inhaltlich war das echt gut, auch von der Fitness macht die Mannschaft einen sehr guten Eindruck.“ Zusammen mit Co-Trainer Tobias Pallaks wird man weiter am Feinschliff arbeiten. Man wolle das Umschaltspiel verbessern. Und mit einem Auge wird man bei der SGM sicherlich auf die Straßberger Ergebnisse schauen.