Die Schönwälder bejubeln die A1-Vizemeisterschaft – nun wartet die Bezirksliga-Aufstiegsrelegation. Foto: Michael Kienzler

Keine Schützhilfe für die Stuttgarter Kickers, jubelnde Denzlinger und Klarheit in Württemberg – so lief die Aufstiegsrelegation. Und welche Teams bejubelten im Bezirk Schwarzwald den Aufstieg, wer muss in die Relegation? Unsere große Übersicht über die (Vor-)Entscheidungen des Wochenendes.

Regionalliga

Die erhoffte Schützenhilfe von Eintracht Stadtallendorf bleibt aus. Durch das 0:5 des Hessenliga-Zweiten im Heimspiel gegen Eintracht Trier müssen die Stuttgarter Kickers am kommenden Dienstagabend in Trier gewinnen, um in die Regionalliga aufzusteigen.

Oberliga

Baden-Vizemeister SV Spielberg verlor am Samstag gegen den FC Denzlingen mit 3:4 (1:2) – den Tabellenzweiten der Verbandsliga Südbaden – nach Verlängerung und schied in den Aufstiegsspielen aus. Am kommenden Wochenende geht es für den FC Denzlingen weiter. Die Südbadener haben zunächst Heimrecht gegen den FC Holzhausen, bevor es am 26. Juni zum württembergischen Vizemeister geht. In der WFV-Verbandsliga machte der FSV Hollenbach mit einem 3:1-Sieg in Ehingen Titel – und damit die Oberliga-Aufstieg – perfekt. Damit steht ein weiterer Kontrahent des FC 08 Villingen fest.

Verbandsliga

Während Denzlingen also noch um den Oberliga-Aufstieg kämpft, hat die Villinger U21 als Tabellenelfter den Klassenerhalt bejubelt. Die DJK Donaueschingen steigt als 15. in die Landesliga ab. Es erwischte zudem den FC Radolfzell, den SV Endingen, den SV Weil und den SC Durbachtal.

Landesliga Staffel 3

Schon vor den letzten Spielen am Samstag war klar, dass mit dem FC Schonach (17.), dem FV Marbach (16.) und dem FC Furtwangen (15.) gleich drei Teams des Bezirks Schwarzwald den bitteren Gang in die Bezirksliga antreten müssen. Bad Dürrheim hat aufgrund einer starken Rückrunde als Tabellenelfter dagegen die Klasse erhalten. Singen machte mit dem 3:1-Sieg in Schonach den Titel perfekt. Vize F.A.L. (3:2 in Furtwangen) hofft auf die Relegation.

Bezirksliga Schwarzwald

Alle Entscheidungen waren bereits vor dem letzten Spieltag gefallen. Meister FC Königsfeld freut sich auf die Landesliga, der SV Geisingen will über die Relegation in die Landesliga hoch. Absteigen müssen die SG Dauchingen, die DJK Donaueschingen II und der SV Grafenhausen. Da Schlusslicht SV Rietheim mit Landesliga-Absteiger FV Marbach eine neue Spielgemeinschaft bildet, spielt die zukünftige SG in der Bezirksliga.

Kreisliga A Staffel 1

FC Schönwald – SG Vöhrenbach/Hammereisenbach 5:1 (2:1). Im Fernduell sicherte sich der FC Schönwald mit einem Sieg gegen Vöhrenbach die Teilnahme an den Aufstiegsspielen zur Bezirksliga gegen den A2-Vize SG Riedöschingen. Am Ende hat der FCS 50 Punkte und 60:27 Tore auf dem Konto, der SV Niedereschach (3.) nach der 2:4-Niederlage bei der Eintracht Neukirch/Gütenbach 46 Zähler und 53:28 Treffer.

Schönwalds Spielertrainer Mario Ketterer war nach dem Schlusspfiff erleichtert: "Wir hatten eine schwierige Saison mit Corona, Urlaub oder vielen Ausfällen von Leistungsträgern. Daher ist das bisher Erreichte wirklich sensationell. Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen", betont der 39-jährige Ex-Profi.

Schock in der sechsten Minute

Wie erlebte er das entscheidende Spiel ab 16 Uhr am Samstag – und vor allem, dass sein Team bereits in der 6. Minute nach einem Eckball mit 0:1 in Rückstand geraten war? "Ich habe ja in meiner Karriere viele solcher entscheidenden Spiele erlebt. Sicherlich waren einige Jungs nervös, wir haben auch eine sehr junge Mannschaft. Letztlich aber war mir klar, dass wir über 90 Minuten die bessere Elf mit mehr Substanz sein werden."

In der Tat bot sich Niedereschach nur in den ersten 18 Minuten die Möglichkeit, die Schönwälder noch vom zweiten Platz zu verdrängen. Solange stand es in Gütenbach 0:0. Zu diesem Zeitpunkt hatten beide Teams 47 Punkte auf der Habenseite – und in Sachen Torverhältnis war Schönwald nur um einen Treffer besser. Kurze Zeit später jedoch war für klare Verhältnisse gesorgt: Neukirch/Gütenbach erwies sich als motivierter Meister, überrollte den SV Niedereschach binnen sechs Minuten mit drei Treffern zum 3:0 nach 24 Minuten. Etwa zeitgleich gelang Patrick Eschle per Elfmeter der 1:1-Ausgleich für den FCS – ein Remis hätte in jeder Phase schon gereicht. "Doch um auf Nummer sicher zu gehen, mussten wir natürlich gewinnen", so Ketterer.

"Wir haben alles versucht, doch Gütenbach war von Beginn an sehr motiviert und nach den drei schnellen Gegentoren war es schwierig", zeigte indes SVN-Spielertrainer Kevin Figl auf. "Im weiteren Spielverlauf haben wir nicht aufgegeben und sind auf 2:3 herangekommen. Aber Mitte der zweiten Halbzeit war klar, dass Schönwald seine Partie gewinnt."

Um 17.50 Uhr beginnt die Party

Gegen 17.50 Uhr war dann für die ehrgeizigen "Wälder" die erste Etappe geschafft. "Weil wir uns durch die Saison gekämpft und eine gefestigte Truppe haben – und dies in einer ausgeglichenen Liga mit zahlreichen spielerisch guten Gegnern." Mario Ketterer freut sich nun auf die beiden Aufstiegsspiele. Ein Wiederaufstieg hätte für den FCS einen besonderen Reiz: "Wenn ich daran denke, dass Furtwangen und Schonach aus der Landesliga absteigen und Neukirch/Gütenbach nach oben geht, kommen zu den vielen Derbys sicherlich sehr viele Zuschauer."

Schönwald stieg 2018 aus der Bezirksliga ab, nachdem der FCS einst 2014 aus der Kreisliga B als Meister und 2015 als Vizemeister der A1 über die Relegation gegen den FV Möhringen den Durchmarsch geschafft hatte.

Die Statistik

FC Schönwald – SG Vöhrenbach/Hammereisenbach 5:1 (2:1). Tore: 0:1 Weißer (6.), 1:1 Eschle (23./Elfmeter), 2:1 Schmid (40.), 3:1 Storz (63.), 4:1 Spath (87.), 5:1 Fehrenbach (89.). Schiedsrichter: Anton Schmider. Ampelkarte: SG VH (77.). Zuschauer: 400.

Kreisliga A Staffel 2

SG Unadingen – SG Riedöschingen/Hondingen 0:2 (0:0). Die SG Riedöschingen/Hondingen feierte die Vizemeisterschaft, hofft nun auf die Aufstiegsrelegation. Der punktgleiche SV Hinterzarten schnappte sich Titel und Direktaufstieg in die Bezirksliga.

Die SG Riedöschingen/Hondingen begann sehr konzentriert und hatte schnell Möglichkeiten zur Führung, aber der Unadinger Torhüter Daniel Rothweiler verhinderte mit mehreren Glanzparaden die Gästeführung. Der SV Unadingen unter Trainer Thomas Wolf bestätigte aber am Samstag die ordentlichen Leistungen in der abgelaufenen Runde, hielt in der Folge sehr gut mit den favorisierten Gästen mit. Allerdings machte sich mit zunehmender Spieldauer die Ampelkarte für Marco Rottweiler in der 44. Minute immer mehr bemerkbar. Die Entscheidung in der von beiden Mannschaften mit viel Elan geführten Partie fiel jedoch erst in der Schlussphase durch die Tore von Andreas Stöckle (75.) und Patrick Zolg (76.). Nach diesem Doppelpack war die Begegnung entschieden.

Für den A2-Vizemeister aus Riedöschingen und Hondingen geht es nun in zwei Entscheidungsspielen um den Aufstieg in die Bezirksliga. Gegner ist der FC Schönwald, der Tabellenzweite der A1-Staffel.

Die Stimmen

Jürgen Frank, der Trainer der SG Riedöschingen-Hondingen, sagte nach dem 2:0-Sieg: "Wir gehen gestärkt in die Relegationsspiele, wobei wir zuerst beim FC Schönwald antreten. Dies wird eine schwere Aufgabe. Ich erwarte ein offenes Spiel."

Nurhan Ardiclik, der Coach des SV Hinterzarten, meinte nach dem Titelgewinn: "Wir haben eine harte Saison mit einigen personellen Problemen hinter uns. Doch wir konnten die Ausfälle von Stammspielern kompensieren. Wir sind nun alle wie befreit und freuen uns einfach über den sicherlich auch verdienten Aufstieg."

Die Statistik

Tore: 0:1 Stöckle (75.), 0:2 Patrik Zolg (76.). Schiedsrichter: Uwe Müller (Höchenschwand). Zuschauer: 250.

Kreisliga B Staffel 1

Mit einem 2:0-Sieg im Topspiel machte Tabellenführer FV/DJK Georgen gegen die Spfr. Schönenbach Aufstieg und Meisterschaft perfekt. Vizemeister wurde die SG Mönchweiler/Peterzell nach dem Sieg bei der Reserve des FC Schonach.

"Das war echt eine harte Nuss, Schönenbach hat uns bestimmt nichts geschenkt", sah Udo Jung, der Spielausschussvorsitzende des FV/DJK St. Georgen, nach einem starken Beginn der Gäste das 1:0 durch Luca Crudo (34.) als Dosenöffner an.

Der Dosenöffner

"Der FV/DJK St. Georgen ist ein würdiger Meister, der am Ende mit etwas Glück den direkten Aufstieg in die Kreisliga A schaffte", gratulierte SG-Spielertrainer Patrick Haas den Bergstädtern. In der zweiten Halbzeit verdienten sich die Gastgeber nicht nur die Führung, sondern bauten diese durch Spielertrainer Alex German (75.) noch aus.

"Und nach diesem wichtigen Sieg haben wir noch bis in den Morgen hinein die Meisterschaft gebührend gefeiert", gibt Udo Jung preis. Die Bergstädter freuen sich nun schon auf die Kreisliga A. "Wir wollen da eine gute Rolle spielen", hofft Jung, dass die Erfolgsgeschichte unter den Spielertrainern Manuel Passarella, Luca Crudo und Alex German noch lange weitergeht.

Starkes Quartett

Insgesamt war die Kreisliga B1 mit vier fast gleichwertigen Vereinen – neben dem Meister und dem Vize waren dies die Spfr. Schönenbach und der FC Triberg – enorm stark besetzt. "Als Vizemeister wollen wir nun in den beiden Relegationsspielen gegen den Vizemeister der Staffel 3 (SV Gündelwangen, Anm. d. Red./Direktaufsteiger ist hier die SG Friedenweiler) versuchen, dem FV/DJK St. Georgen in die Kreisliga A zu folgen", stellt Patrick Haas klar. Im ersten Spiel am kommenden Sonntag ist das SG-Team der Gastgeber. Haas hofft, dass sich die junge Mannschaft dann noch einmal zu einer Topleistung aufrafft und eine gute Basis für das Rückspiel legt. Tore: 1:0 (34.) Crudo, 2:0 (75.) German. Schiedsrichter: Florian Kienzler (Gütenbach). Zuschauer: 250.

Kreisliga B Staffel 2

Dank eines schwer erkämpften 2:0-Erfolges gegen den unmittelbaren Verfolger FC Hüfingen sicherte sich der TuS Oberbaldingen am letzten Spieltag die Meisterschaft. Durch den 7:0-Heimsieg gegen den FC Bad Dürrheim II überflügelte der TuS Blumberg noch Hüfingen, nimmt damit an der Aufstiegsrelegation teil.

Das Team von Trainer Claudio Andreotti musste aber für diesen entscheidenden Sieg schwer kämpfen. Die Hüfinger, die mit einem Dreier selbst den Titelgewinn gefeiert hätten, waren von Anfang an gut im Spiel. Sie dominierten im ersten Durchgang klar das Geschehen. Kurz vor der Halbzeit lag die Führung für die Gäste förmlich in der Luft. Angreifer Lukas Arnold scheiterte aber mit einer Direktabnahme am toll reagierenden Oberbaldinger Torhüter Elias Lohrer. Ein Kopfball von Abwehrspieler Dominik Ludwig flog dann knapp an der langen Ecke vorbei. Die Gastgeber konnten in dieser Phase das Hüfinger Tor nie gefährden, nur reagieren.

Das überraschende 1:0

Nach dem Seitenwechsel kam Oberbaldingen etwas besser ins Spiel, doch die Hüfinger gaben weiterhin den Ton an. Wie aus heiterem Himmel kamen die Hausherren mit einem kuriosen 1:0 auf die Siegesstraße. Nach einem Befreiungsschlag waren sich ein Hüfinger Abwehrspieler sowie der FC-Torhüter nicht einig: Tristan Schwörer staubte zur 1:0-Führung ab.

Die Hüfinger versuchten noch einmal alles, bissen sich aber an der starken Oberbaldinger Abwehr die Zähne aus. Der Oberbaldinger Spielführer Florian Kleinhans war hier der Fels in der Brandung. Als der eingewechselte Raphael Schwab 15 Minuten vor dem Ende nach einem tollen Solo das 2:0 erzielte, war die Partie gelaufen. Ein vergebener Strafstoß von Marcel Winterhalder, den der überragende Oberbaldinger Torhüter Elias Lohrer bravourös meisterte, passte zu diesem Spiel aus Gästesicht.

Mit kämpferischen Tugenden sicherten sich die Hausherren die drei Punkte und kehren nach vier Jahren Abstinenz wieder in die Kreisliga A2 zurück. Ob hier Claudio Andreotti weiterhin der Trainer sein wird, ist ungewiss. Vom Verein hat er für die kommende Saison nach fast vier Jahren erfolgreicher Arbeit noch kein Angebot erhalten.

Die Stimmen

Claudio Andreotti, TuS Oberbaldingen: "Unsere etwas defensive Taktik ging auf. Die Mannschaft hat sich nach einer tollen Rückrunde den Aufstieg verdient. Kämpferisch haben wir alles in die Waagschale geworfen. Vorbildlicher Teamgeist war für diesen Erfolg die Grundlage."

Daniel Höll, FC Hüfingen: "Uns fehlten heute nur die Tore. Wir waren das klar bessere Team und hätten den Sieg verdient gehabt. Der dritte Platz am letzten Spieltag ist für die Mannschaft tragisch. Wir bleiben aber zusammen und wollen nächste Runde wieder angreifen."

Alexander Mülberger, Vorstand des TuS Oberbaldingen: "Unser Weg, auf die eigene Jugend zu setzen, wurde belohnt. Die Mannschaft wird zusammen bleiben."

Die Statistik

Tore: 1:0 Schwörer (60.), 2:0 Schwab (75.). Schiedsrichter: Sven Pacher (Bräunlingen). Ampelkarte: Simon Reichmann, FC Hüfingen (82.). Zuschauer: 430.