Dirk Brünker, wie ihn viele der ällteren 08-Anhänger noch in bester Erinnerung haben: Schnell, torgefährlich und ausgestattet mit einem linken "Mordshammer".Fotos: Archiv Schroff Foto: Schwarzwälder Bote

Fußball: Villingens früherer Torjäger Dirk Brünker feiert seinen 60. Geburtstag

In den 1980er-Jahren zitterten die Abwehrreihen in ganz Baden-Württemberg vor Dirk Brünker. An diesem Sonntag feiert der einst so gefährliche 08-Torjäger seinen 60. Geburtstag.

In Essen wurde Dirk Brünker geboren. Er kam 1975 über Horb nach Villingen. Dort landete Brünker beim FC 08 in der von Peter Kemmler trainierten B-Jugend. Schnell wurde sein großes Talent als Stürmer deutlich. Mit seinem Gardemaß von 1,93 Metern, einem knallharten linken Schuss und seiner Kopfballstärke, gepaart auch noch mit einer großen Schnelligkeit stellte der "Lange", wie er von seinen Mannschaftkollegen genannt wurde, seine Gegenspieler oftmals vor unlösbare Probleme.

Verbandsliga aufgemischt

Nach seiner Jugendzeit sorgte er auf Anhieb in der Verbandsligaelf der Nullachter mit 28 Treffern für Furore. Der damals finanzstarke Oberligist Offenburger FV sicherte sich seine Dienste. Zu dieser Zeit leistete Brünker allerdings seinen Grundwehrdienst in der Bundeswehr in Pfullendorf ab. Die geplante Versetzung in die Ortenau nach Achern schlug fehl. Fortan verbrachte der Angreifer viel Zeit auf der Straße Richtung Offenburg. "In dieser Zeit habe ich so viele Kilometer im Auto zurückgelegt, wie in meinem ganzen späteren Leben nicht mehr", blickt Brünker lachend zurück. Mehrmals wurde er in die südbadische Auswahl berufen.

Im Jahre 1982 heiratete er seine Freundin Michaela aus Villingen. Ein Jahr später spielte Dirk Brünker wieder beim frisch in die Oberliga zurückgekehrten FC 08. Dort überwarf er sich jedoch mit Trainer Nico Semlitsch. "Ich habe immer meine Meinung gesagt, auch wenn es manchmal vielleicht besser gewesen wäre, die Schnauze zu halten." Es folgten für ihn zwei Jahre beim vom alten 08-Regionalligakämpen Klaus Bockisch trainierten FV St. Georgen. Vor allem dank der beachtlichen 36 Treffer von Brünker kehrten die Bergstädter in die Landesliga zurück.

Zusammen mit Jogi Löw

Kein Wunder, dass der SC Freiburg auf den damals 27-Jährigen aufmerksam wurde. "Ich wollte es einfach noch einmal in einer höheren Klasse ausprobieren", begründete der Villinger seine Entscheidung, zum damaligen Zweitligisten zu wechseln. Zu dessen Kader zählte seinerzeit auch Joachim Löw. Die Vorbereitung lief für den Torjäger bestens. SC-Coach Jörg Berger holte ihn beim ersten Punktspiel gegen RW Essen auf die Bank. Doch ein komplizierter Daumenbruch im Training zerstörte alle Hoffnungen auf eine Profikarriere.

In Hüfingen ist Feierabend

Nach dem SC-Abenteuer "ballerte" er den SV Gengenbach mit 36 Treffern in die Landesliga. Zur Saison 1992/93 kehrte er zum FC 08 zurück und ließ dort seine höherklassige Karriere ausklingen. Anschließend hängte der begnadete Stürmer noch einige Zeit beim FC Hüfingen dran. "Ich hatte tolle Chancen, aber auch ein bisschen Pech", denkt er heute über seine Karriere. Eine große Rolle spielte für ihn bei allen Vereinen die Kameradschaft "Ich habe dabei auch viele klasse Jungs kennen gelernt. Mit denen habe ich immer noch Kontakt", erzählt Brünker, der auch immer für einen Spaß zu haben ist.

Nach wie vor hängt sein Herz am FC 08, dessen Spiele er im Friedengrund weiterhin mit großem Interesse verfolgt. Vor allem weil er dann auch Mannschaftskollegen von früher trifft. Gearbeitet hat Dirk Brünker lange als Projektmanager bei der Firma Eisenmann Druckguss in Villingen, wo er zusammen mit seiner Frau Michaela in der Niederwiesenstraße wohnt. Viel Freude bereiten beiden die Kinder Tamara und Kai. Der ganze Stolz ist Enkelin Mia. Sohn Kai ist als Profi in die Fußstapfen seines Vaters getreten, spielt aktuell für den Drittligisten 1. FC Magdeburg. Derweil zeigt sich sein Vater Dirk mit seinem bisherigen Leben aber fast rundherum zufrieden. Ein bisschen ärgert sich Brünker, dass er seinen runden Geburtstag aufgrund der Corona-Pandemie nur im ganz kleinen Rahmen feiern kann. Und er hofft auch, bald wieder im Friedengrund mit seinem FC 08 mitfiebern zu können.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: