Es geht wieder auf dem Platz zur Sache. Foto: Eibner

Fußball-Bundesliga: Streich-Elf steht bei RB Leipzig vor einer großen Herausforderung. 

Nach der wochenlangen Zwangspause in der Coronavirus-Krise legt die Bundesliga am Samstag wieder los. Der SC Freiburg steht in Leipzig vor einer schwierigen sportlichen Herausforderung.

Mit allen Details kannte sich Christian Streich auch noch nicht aus. Wann er beim Wiederbeginn der Fußball-Bundesliga am Samstag den Mundschutz tragen muss, damit hatte sich der Trainer des SC Freiburg zwei Tage vorher noch nicht befasst. "Am Samstagmorgen weiß ich es dann", sagte der 54-Jährige am Donnerstag. Wenn er auf der Bank sitzt, wird er die Maske tragen müssen, zum Reinrufen an der Seitenlinie darf er sie absetzen. So ist es im umfassenden Hygienekonzept der Deutschen Fußball Liga festgehalten.

Vieles wird anders sein

Vieles wird am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim Auswärtsspiel bei RB Leipzig anders sein als in Streichs vergangenen gut acht Jahren als Profitrainer. Zu all den ungewohnten Abläufen in der Coronavirus-Krise gehörte auch die erste Online-Pressekonferenz vor dem Spiel, in der sich Streich im Videochat den Fragen stellte. Das schien Streich allerdings gar nicht mehr so fremd zu sein, Videokonferenzen mit seinen Trainerkollegen hatte er schon genug hinter sich.

Große Herausforderung

Der Sport-Club hat beim Tabellendritten Leipzig gleich eine große sportliche Herausforderung vor sich, Streich versuchte aber ohnehin vor allem die positiven Aspekte herauszuheben. Weil die Spiele vor leeren Rängen ablaufen, könne seine Mannschaft jetzt seine Anweisungen hören, sagte er zum Beispiel. Außerdem ist er gespannt auf die "kreativen Choreographien der Spieler" angesichts des verbotenen Körperkontakts beim Jubeln. In der Hoffnung auf Tore seiner Elf sagte Streich: "Wenn wir nicht jubeln dürfen, ist doch egal. Hoffentlich dürfen wir dreimal nicht jubeln." In Leipzig hat seine Mannschaft allerdings noch nie gewonnen. Streich freut sich auf den Neustart und rechtfertigte die Fortsetzung der Fußball-Bundesliga in der Coronavirus-Krise. Bei den Diskussionen in Politik und Gesellschaft habe es "teilweise nicht nachvollziehbare Widerstände" gegeben. Er habe manchmal gedacht, "da schwingt auch ein bisschen Neid mit", sagte er. "Wie viele andere auch wollen wir unseren Beruf ausüben, den wir lieben".

Angst vor einer Ansteckungsgefahr bei den Spielern habe er nicht gespürt. "Wenn aber ein Spieler mit Bedenken kommt, würde ich das vollständig akzeptieren und das auch in der Mannschaft so kommunizieren", erklärte Christian Streich. Mit den vielen Vorsichts- und Hygienemaßnahmen sei der SC Freiburg sehr verantwortungsbewusst umgegangen. Er habe manchmal sogar gedacht, "ob wir es da nicht teilweise ein bisschen übertreiben".

"Niveau wird nicht leiden"

Das Niveau der Bundesliga wird seiner Ansicht nach trotz des wochenlangen Einzel- und Kleingruppentrainings und der kurzen Vorbereitung mit dem gesamten Team nicht unter der Zwangspause leiden. Allerdings könne es sein, dass es von außen "vielleicht eine Klasse schlechter beurteilt wird, weil emotional etwas fehlt", sagte er. Streich hofft auf einen "fairstmöglichen Wettbewerb" und wünscht sich, dass die Saison tatsächlich zu Ende gespielt werden kann. Der Sport-Club kann die kommenden Wochen als Tabellenachter und mit 36 Punkten auf dem Konto entspannt angehen.

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