Ein Tänzchen für den neunten Titel in Serie: der FC Bayern ist wieder deutscher Fußball-Meister. Foto: dpa/Peter Kneffel

Die Fußball-Bundesliga ist an ihrer Spitze ein Langweiler. Nicht dem Serienmeister FC Bayern, sondern der Münchner Konkurrenz, kommentiert unser Autor Dirk Preiß, sollte das zu denken geben.

Stuttgart - Wenn es in der Königsklasse des Motorsports einen Dauersieger gibt, dann ist schnell von der Formel Gähn die Rede – in der Langeweile dominiert. Klar, der eine oder andere Positionskampf im Mittelfeld ist spektakulär anzuschauen, aber dort, wo es am meisten prickeln sollte, ist das Ergebnis am Ende erwartbar: an der Spitze. An der Spitze der Fußball-Bundesliga steht am Saisonende nun zum neunten Mal in Folge der FC Bayern. Zunächst einmal ist das eine herausragende Leistung der Münchner – die nicht den Rekordsieger zum Nachdenken bringen muss, sondern die Konkurrenz.

 

Was, bitteschön, muss noch geschehen, dass es mal wieder ein Team schafft, den Bayern eine lange Nase zu drehen? Die Münchner hatten zum Saisonstart noch das Finalturnier der Champions League in den Knochen, hatten an Kadersubstanz verloren, wirkten ab und an ein wenig satt nach dem Superjahr 2020 mit sechs Titeln, leisteten sich bis vor kurzem einen Streit der sportlichen Führungskräfte Hansi Flick (Trainer) und Hasan Salihamidzic (Sportvorstand) und hatten den einen oder anderen prominenten Ausfall zu beklagen – etwa wegen Corona.

Und dann fehlte in der heißen Phase der Saison auch noch Robert Lewandowski, der Weltfußballer, einige Wochen. Dennoch wirkte das Meisterrennen nur selten so richtig spannend, der erneute Triumph der Münchner war dann doch früh absehbar und ist zwei Spieltage vor Schluss schon fix.

Schwerreiche internationale Konkurrenz

Das Bayern-Team, das nach wie vor im Umbruch steckt, schickt sich nun an, seine einzigartige Serie mit Titel Nummer zehn zu krönen. Hoffen darf die Konkurrenz, dass namhafte Abgänge (Jérôme Boateng, David Alaba) ein wenig an der Stabilität nagen, sich der Meister unter Neu-Trainer Julian Nagelsmann erst neu finden muss, und dass die Toptransfers in Coronazeiten auch für die Münchner schwerer zu realisieren sind – vor allem, weil die internationale Konkurrenz eine Gruppe Schwerreicher und Alimentierter ist.

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Wollen die nationalen Kontrahenten aber tatsächlich die Titelfrage neu beantworten, täten sie gut daran, auf all das nicht zu schauen – sondern nur darauf, wie sie selbst die nötigen PS auf den Rasen bringen können. Damit sie gegen die Langeweile an der Bundesligaspitze aus eigener Kraft vorgehen können.