Wehrs Trainer Urs Keser rechnet mit einem Umbruch. Foto: Uli Nodler

Beim FC Wehr wird’s personelle Veränderungen geben. Nicht nur Coach Keser verlässt den Club verlassen. In Schliengen müssen derweil auch die Älteren wieder vorangehen.

Ja, in Zell kann man verlieren. Und doch war für den FC Wehr am vergangenen Wochenende mehr möglich. Letztlich hieß es aus FCW-Sicht nach 90 Minuten 1:3. „Wir haben nicht die Leistung auf den Platz bekommen, wie in den vergangenen Wochen. Es war lange nicht so einfach, in Zell etwas mitzunehmen. Daher habe ich mich schon auch ein bisschen geärgert. Aber so etwas kommt vor“, blickt Urs Keser noch einmal zurück.

 

Im Heimspiel gegen die Sportfreunde aus Schliengen zählt nun nur eines: „Da müssen wir dreifach punkten, um den Abstand zu halten. Wir brauchen so schnell wie möglich noch drei Siege, damit wir gemeinsam die letzten Spiele noch genießen können“, sagt Keser, der zum Saisonende seinen Hut nehmen wird, vor dem Heimspiel am Sonntag (15 Uhr) gegen Schliengen.

Es überrascht daher natürlich nicht, dass der Coach nicht in die Planungen für die kommende Saison eingebunden ist. „Das würde ja auch keinen Sinn ergeben. Ich bin ja dann nicht mehr da“, sagt Keser. „Wenn Rat gebraucht wird, stehe ich aber selbstverständlich zur Verfügung.“

Es sieht im Moment sehr danach aus, dass die Wehrer im Sommer einen größeren Umbruch vollziehen müssen. Klar ist schon, dass neben Keser die Spieler Jan Steininger (Zell), Philipp Bischof (Binzen) und Toni Santoro (Buch) den Verein verlassen werden. Hinzu kommt, dass im Winter bereits Routinier Steven Bertolotti nach Zell gewechselt war. Möglicherweise werde auch der eine oder andere ältere Spieler wie etwa Kapitän Fabian Schmidt oder Patrick Keller im Sommer die Kickschuhe an den Nagel hängen. Das letzte Wort sei hier allerdings noch nicht gesprochen, heißt es. „Dass es einen Umbruch geben wird, ist klar. Es sieht wohl so aus, dass die Mannschaft nach dem Sommer relativ jung sein wird. Aber das ermöglicht auch immer Chancen für die Jungs“, erklärt Keser.

Immer prekärer wird derweil die Lage für Schliengen. Die Auswärtsmisere nahm zuletzt weiter seinen Lauf. Das hat auch Auswirkungen auf die Tabelle. Die Markgräfler sind nur noch Zwölfter. Die Teams dahinter auf den Abstiegsplätzen machen Druck. Die Schliengener mussten sich vor Wochenfrist beim Vorletzten Hochrhein mit 1:6 (!) geschlagen geben. Zuvor hatte man sich lediglich mit 4:4 von Schlusslicht Murg getrennt.

„Wir können auch nicht auf Schützenhilfe hoffen. Das haben die vergangenen Wochen gezeigt“, macht der Sportliche Leiter Florian Kessler deutlich. Der 28-Jährige, der dem Team verletzungsbedingt weiter nicht auf dem Feld helfen kann, bleibt trotz der schwachen Ergebnisse weiter positiv: „Wir haben nach wie vor alles selbst in der Hand. Die Stimmung im Team ist sehr gut. Es ist auch nicht so, dass nach dem Training alle direkt gehen. Im Gegenteil.“ Kessler nimmt nun auch die Älteren in die Pflicht: „Wir reden oft über die Jungen, aber jetzt müssen auch die erfahreneren Jungs bei uns wieder liefern. Sie sind in der Pflicht, das Team zu führen, zu fordern und im Training wie im Spiel ans Limit zu gehen.“